Manderscheid

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Manderscheid
Manderscheid
Deutschlandkarte, Position der Stadt Manderscheid hervorgehoben
50.0919444444446.8091666666667388Koordinaten: 50° 6′ N, 6° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Manderscheid
Höhe: 388 m ü. NN
Fläche: 10,06 km²
Einwohner:

1301 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54531
Vorwahl: 06572
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKSVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 080
Adresse der Verbandsverwaltung: Kurfürstenstraße 15
54531 Manderscheid
Webpräsenz: www.manderscheid.de
Stadtbürgermeister: Günter Krämer
Lage der Stadt Manderscheid im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Landkreis Vulkaneifel Trier Landkreis Trier-Saarburg Rhein-Hunsrück-Kreis Bernkastel-Kues Brauneberg Burgen (Hunsrück) Erden Gornhausen Graach an der Mosel Hochscheid Kesten Kleinich Kommen Lieser (Gemeinde) Lösnich Longkamp Maring-Noviand Minheim Monzelfeld Mülheim (Mosel) Neumagen-Dhron Piesport Ürzig Veldenz Wintrich Zeltingen-Rachtig Bausendorf Bengel (Mosel) Diefenbach (bei Wittlich) Flußbach Hontheim Kinderbeuern Kinheim Kröv Reil Willwerscheid Bettenfeld Dierfeld Eckfeld Eisenschmitt Gipperath Greimerath (Eifel) Großlittgen Hasborn (Eifel) Karl (Eifel) Laufeld Manderscheid Meerfeld Musweiler Niederöfflingen Niederscheidweiler Oberöfflingen Oberscheidweiler Pantenburg Schladt Schwarzenborn (Eifel) Wallscheid Berglicht Breit Büdlich Burtscheid (Hunsrück) Deuselbach Dhronecken Etgert Gielert Gräfendhron Heidenburg Hilscheid Horath Immert Lückenburg Malborn Merschbach Neunkirchen (Hunsrück) Rorodt Schönberg (bei Thalfang) Talling Thalfang Burg (Mosel) Enkirch Irmenach Lötzbeuren Starkenburg (Mosel) Traben-Trarbach Altrich Arenrath Bergweiler Binsfeld Bruch (Eifel) Dierscheid Dodenburg Dreis Esch (bei Wittlich) Gladbach (Eifel) Heckenmünster Heidweiler Hetzerath (Eifel) Hupperath Klausen (Eifel) Landscheid Minderlittgen Niersbach Osann-Monzel Platten (bei Wittlich) Plein Rivenich Salmtal Sehlem (Eifel) Morbach WittlichKarte
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Ruine der Oberburg Manderscheid
Ruine der Niederburg Manderscheid

Manderscheid (in Eifeler Mundart: Maanischd) ist eine rheinland-pfälzische Stadt im Landkreis Bernkastel-Wittlich und Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Manderscheid. Manderscheid ist heilklimatischer Kur- und Kneippkurort.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Geographische Lage [Bearbeiten]

Die Stadt ist in der Südeifel zwischen den Flüssen Lieser im Osten und Kleine Kyll im Westen gelegen. Nord-Östlich Manderscheids liegt das Bleckhausener Wacholderschutzgebiet, das größte seiner Art in der gesamten Eifel.

Klima [Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 908 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 78 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren mäßig. An 52 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte [Bearbeiten]

Vorgeschichtliches [Bearbeiten]

Wenn, wie man vermuten kann, der erste Bestandteil des Namens Manderscheid von dem keltischen Wort „mantara“ = Kiefer abzuleiten ist, so dürfte das als Beweis dafür gelten, dass das Manderscheider Gebiet schon in sehr früher Zeit besiedelt war. In der Nähe von Schwarzenborn sind mehrere steinzeitliche Siedlungen gefunden worden. Bekannt ist ferner, dass an der Straße von Steineberg nach Demerath (in der Nähe von Mehren) eine große Anzahl Gräber der Hallstattzeit mit vielen Schmuckgegenständen und Geräten entdeckt worden sind, so dass man geradezu von einer Mehrener Kultur spricht. Bei Wallscheid wurden ebenfalls Gräber der La-Tène-Zeit und Hallstattzeit gefunden, ebenso (1916) bei Laufeld. Bei Wallscheid fanden sich zwei eiserne Pfeilspitzen, die dieser Periode entstammen, und ein Bronzegefäß.

Zahlreicher sind die Funde aus der römischen Zeit. Neben der Villa von Manderscheid, die 1863 am Fuße des Mosenberg aufgedeckt wurde, treten römische Funde in fast allen Ortschaften der Umgebung zu Tage. In Dierfeld und Wallscheid fand man Reste von solchen Villen, Gräber und Urnen in Laufeld, Manderscheid, Öfflingen, Pantenburg, Wallscheid, Großlittgen, Oberkail und Karl, vereinzelt auch Münzen. Besondere Beachtung verdienen neben dem Viergötterstein aus Großlittgen zwei Altäre, die 1920 in Pantenburg gefunden wurden. Sie waren dem Gott Voroius und den Göttinnen Boudina und Alauna gewidmet und gehörten wohl zu einem gallo-römischen Quellheiligtum. Dies mag verdeutlichen, dass in römischer Zeit schon eine größere Zahl von Siedlungen in der Umgebung von Manderscheid bestanden hat. Seltener sind - wie fast überall - Funde aus der fränkischen Zeit. In Pantenburg fand man eine Lanze, einen Speer und einen Schild, in Eckfeld ein Schwert und eine Visierplatte.

Trotz dieser spärlichen Funde dürfen wir für diese Zeit aber eine erhebliche Verdichtung der Besiedlung annehmen, und die Mehrzahl der heutigen Ortschaften wird damals entstanden sein, wie die Ortsnamen mit den Endungen -scheid, -feld, -ingen andeuten. So wird 794 und 895 „Officinus Villa“ (das heutige Öfflingen) erwähnt, 973 Manderscheid und „Eckiveld“ (Eckfeld), 1161 „Louvenvelt“ (Laufeld).

Ortsgeschichte [Bearbeiten]

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Stadtrechte wurden zur damaligen Zeit vom König bzw. Kaiser verliehen. Balduin hat darauf hin wohl die Stadt errichtet --Update 11:42, 1. Dez. 2010 (CET)

Manderscheid (mittelalterlicher Name: Manderschiet) wurde erstmals 973 urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts gehörte es zu Kurtrier. Balduin von Luxemburg verlieh Manderscheid 1332 Stadtrechte. Es war Hauptort eines kurtrierischen Amtes und gleichzeitig auch der Grafen von Manderscheid. Ab 1794 stand ganz Manderscheid unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Das Gebäude der einstmals kurfürstlichen Kellnerei beherbergt heute den Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Manderscheid.

Die Luziakirche, auch Luciakapelle genannt (vermutlich die erste Kirche des Ortes) befand sich im Mittelalter am nördlichen Ortsrand von Manderscheid. 1386 wurde dort Lucia von Manderscheid, Gattin Heinrichs von Manderscheid, beigesetzt. Um 1794 wurde die Kapelle von französischen Truppen niedergebrannt. Der ehemalige Standort ist jetzt eine Wüstung, das heißt, es sind keine Reste der Kapelle mehr sichtbar. Lediglich ein Straßenname erinnert daran. Aus der Luziakapelle stammt das heute in der Pfarrkirche St. Hubertus aufgestellte Bildnis der schmerzhaften Muttergottes. Die Pietà stammt aus der Zeit um 1600; bei der Restaurierung in den 1960er Jahren wurden noch Brandspuren entdeckt.

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Niedermanderscheid eingemeindet.[2] Seit dem 16. Januar 1998 ist Manderscheid eine Stadt.[3]

Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]

1852 lebten 74 Personen in 8 Haushalten in Manderscheid.[4]

Politik [Bearbeiten]

Stadtrat [Bearbeiten]

Der Stadtrat in Manderscheid besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[5]

  SPD CDU Forum Gesamt
2009 7 9 16 Sitze
2004 2 9 5 16 Sitze

Bürgermeister [Bearbeiten]

Stadtbürgermeister ist Günter Krämer (Forum).

Verbandsgemeinde Manderscheid [Bearbeiten]

Der Verbandsgemeinde Manderscheid besteht aus nahezu den gleichen Einzelgemeinden wie die frühere Grafschaft Manderscheid.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Bekannt sind die beiden Burgen von Manderscheid, die Ober- und die Niederburg. Für Touristen interessant sind auch die Edelsteinschleiferei, das Heimatmuseum und das Maarmuseum. Manderscheid liegt an der Lieser, der man auf dem Wanderweg Lieserpfad des Eifelvereins nach Daun oder Wittlich folgen kann. Außerdem führt durch Manderscheid der 330 km lange Premiumwanderweg Eifelsteig von Aachen nach Trier. Manderscheid ist Austragungsort der Eifel-Kulturtage.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Manderscheid

Manderscheider Platt [Bearbeiten]

Maanischder Platt mit Carlo Padilla im Maarmuseum

Die traditionelle Manderscheider Mundart zählt zu den moselfränkischen Dialekten. Neben Wörtern, die es im Hochdeutschen nicht gibt, hat es vor allem folgende Eigenheiten:

  • Ein ch wie in Milch gibt es nicht. Es wird durch sch ersetzt.
  • Einige stimmhafte Laute werden durch stimmlose ersetzt: Blut wird zu Ploot, Glaube zu Klowen.
  • Das a wird offen und breit ausgesprochen wie Wääsch und Frääsch.
  • ei wird wie ai ausgesprochen.
  • Die Konsonantenkombination rt wird wie im Französischen cht ausgesprochen: aus Ort wird Ocht.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Das Manderscheider Maß bezeichnete bis Mitte des 19. Jahrhunderts in den Getreide-Mühlen an Lieser, Salm und Kleine Kyll die Größe des Malters. (1 Malter entsprach 221,15 Liter). Das Malter-Maß war nicht überall gleich, sondern regional sehr verschieden. Das Manderscheider Maß wurde in einer Mühlenordnung vom 20. Oktober 1736 vom Kurfürsten Franz-Georg erlassen, und galt für das gesamte Kurfürstentum Trier.

Verkehr [Bearbeiten]

Manderscheid liegt an der Autobahn A1.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

  • Alfred Winkler (1872–1945), Unternehmer, hatte in Manderscheid ein Ferienhaus
  • Wolfgang Leonhard (* 1921), Schriftsteller, Publizist und Historiker, lebt in Manderscheid
  • Rainer Laupichler (* 1957), Schauspieler und Geschäftsführer der Eifel-Kulturtage
  • Sabine Röhl (1957–2012), Politikerin und Landrätin des Landkreises Bad Dürkheim
  • Michael Siefener (* 1961), Schriftsteller und Übersetzer, lebt in Manderscheid

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Manderscheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen und Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 186 (PDF; 2,6 MB)
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 204 (PDF; 2,6 MB)
  4. Johann Friedrich Schanat: Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel. Jacob Anton Mayer, Aachen & Leipzig 1854, S. 411..
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Stadtrat
  6. Carlo Padilla; Sou schwäätzt Maanischd, 2008