Manfred Clauss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Manfred Clauss (* 16. August 1945 in Köln) ist ein deutscher Althistoriker.

Leben[Bearbeiten]

Von 1965 bis 1970 studierte Manfred Clauss an den Universitäten Köln, Bonn und Marburg die Fächer Katholische Theologie, Geschichte und Philosophie. 1970 legte er die erste philologische Staatsprüfung in Katholischer Theologie und Geschichte ab und wurde Wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Bonn und Verwalter der Stelle eines wissenschaftlichen Assistenten an der Ruhr-Universität Bochum. 1973 erfolgte die Promotion in Alter Geschichte bei Geza Alföldy. 1975 wechselte Clauss als Wissenschaftlicher Assistent an die Freie Universität Berlin. 1976 erfolgte eine weitere Promotion in Katholischer Theologie (Kirchengeschichte) in Bonn. 1978 wurde Clauss Assistenzprofessor und habilitierte sich 1979 in Alter Geschichte.

1980 erfolgte die Berufung als Professor auf den Lehrstuhl (C 3) für Alte Geschichte an der Universität-Gesamthochschule Siegen. Ab 1984 war er Ordinarius (C 4) für Alte Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt, ab 1987 schließlich Universitätsprofessor (C 4) für Alte Geschichte an der Freien Universität Berlin, seit 1993 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 2005 bis 2008 war Clauss beurlaubt und nicht mehr in der akademischen Lehre tätig. Zum 1. Oktober 2008 wurde er emeritiert.

Manfred Clauss' Forschungsschwerpunkte sind Lateinische Epigraphik, Religionsgeschichte, die Geschichte des alten Israel, die Geschichte der Römischen Kaiserzeit sowie die systematische Sozialgeschichte der Antike. Er ist Herausgeber der Reihe Gestalten der Antike bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft. Auf seiner Internetseite unterhält er die Epigraphische Datenbank Clauss-Slaby.

Sein Sohn Martin Clauss (* 1973) ist Mittelalterhistoriker.

Schriften[Bearbeiten]

  • Untersuchungen zu den principales des roemischen Heeres von Augustus bis Diokletian: cornicularii, speculatores, frumentarii, Bochum 1973 (= Dissertation phil.)
  • Die Beziehungen des Vatikans zu Polen während des II. Weltkrieges, Böhlau, Köln, Wien 1979 (= Dissertation theol.)
  • Sparta. Eine Einführung in seine Geschichte und Zivilisation, München 1983 (Beck'sche Elementarbücher)
  • Mithras - Kult und Mysterien, C.H.Beck, München 1990 (englisch: The Roman Cult of Mithras: The God and His Mysteries, 2001)
  • Einführung in die Alte Geschichte, C.H.Beck, München 1993 (C.H.Beck Studium)
  • Cleopatra, C.H. Beck, München 1995 (Beck'sche Reihe Wissen 9)
  • Konstantin der Grosse und seine Zeit, C.H. Beck, München 1996 (Beck'sche Reihe Wissen 42)
  • Das alte Israel. Geschichte, Gesellschaft, Kultur, C.H. Beck, München 1999 (Beck'sche Reihe Wissen 73)
  • Kaiser und Gott. Herrscherkult im römischen Reich, Teubner, Leipzig 1999
  • Lexikon lateinischer militärischer Fachausdrücke, Theiss, Stuttgart 1999
  • Das Alte Ägypten, Alexander Fest Verlag, Berlin 2001
  • (Herausgeber): Die römischen Kaiser, C.H. Beck, München 2001
  • Alexandria, Klett-Cotta, Stuttgart 2003
  • zusammen mit Franck Goddio (Hrsg.), Fotografien von Christoph Gerigk: Ägyptens versunkene Schätze. München/Berlin/London/New York, Prestel Verlag 2006. 464 S., zahlr. farb. Abb.. ISBN 978-3-7913-3544-5, 3-7913-3544-8.
  • Geschichte des alten Israel, Oldenbourg Verlag, München 2009 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Band 37) ISBN 978-3-486-55927-9
  • Ramses der Große, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2010, ISBN 9783534154104. (Gestalten der Antike)
  • Große Gestalten der Geschichte, Rowohlt Verlag, Berlin 2010 ISBN 978-3-87134-673-6
  • Mithras. Kult und Mysterium, aktualisierte Neuausgabe. Philipp von Zabern Verlag, Mainz 2012, ISBN 978-3-8053-4581-1.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Baltrusch: Geschichte der Alten Geschichte an der Freien Universität, in Karol Kubicki, Siegward Lönnendonker (Hrsg.): Die Geschichtswissenschaft an der Freien Universität Berlin, Göttingen 2008, S. 20. 32

Weblinks[Bearbeiten]