Manfred Gerstenfeld

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Manfred Gerstenfeld (* 1937 in Wien) ist ein österreichischer Autor und Vorsitzender des Präsidiums des Jerusalem Center for Public Affairs.

Leben[Bearbeiten]

Manfred Gerstenfeld wuchs in Amsterdam auf und lebte ab 1964 in Paris. 1968 zog er mit seiner Familie nach Israel. Neben einem Ph.D. in Umweltwissenschaften verfügt er über einen teacher training degree für Judaistik des Dutch Jewish Seminar.[1] Unter anderem war er im Vorstand der Israel Corporation, einer der größten israelischen Investmentfirmen. Er ist Redakteur der Jewish Political Studies Review und Mitherausgeber der Schriftenreihe Post-Holocaust and Anti-Semitism.

Nach den Anschlägen in Norwegen 2011 verurteilte Gerstenfeld im Zuge der Debatte um die ideologischen Hintergründe von Anders Breivik den seiner Meinung nach grassierenden Antisemitismus in Norwegen. Als Gründe dafür nannte er die „herrschende Elite“ in Norwegen, die charakterisiert sei durch einen „weitreichenden Mangel […] an Selbstkritik mit einem Überzug von Marxismus“, was zu einer Mischung aus „Arroganz, Schamlosigkeit, fehlender Moral und intellektueller Unredlichkeit“ führe. Diese „Elite“ habe erfolgreich große Teile der Bevölkerung falsch über Israel informiert und damit die Ausbreitung von Antisemitismus begünstigt.[2] Breivik hatte in seinem Manifest u.a. den „Kulturmarxismus“ der norwegischen Regierung als Begründung für seine Haltung angeführt und die Unterstützung Israels zu einem wesentlichen Punkt seiner Ideologie erklärt.

In der Kontroverse um Günter Grass' Gedicht Was gesagt werden muss, bezeichnete Gerstenfeld die europäischen Zeitungen, die das Gedicht abdruckten (Süddeutsche Zeitung, El País, The Guardian und Politiken) als ebenso so „Teilzeit-antisemistisch“, wie den Autor Grass selbst.[3]

Schriften[Bearbeiten]

  • Rivalutare l'Italia. Sperling & Kupfer, Miland 1992, ISBN 88-200-1457-2. (mit Lorenzo Necci)
  • Environment and Confusion. Academon, 1993, ISBN 9653500430.
  • The State as a Business. Rizzoli, 1994.
  • Israel’s New Future: Interviews. JCPA und Rubin Mass, 1994, ISBN 9652180157.
  • Judaism, Environmentalism and the Environment – Mapping and Analysis. Jerusalem Institute for Israel Studies, 1998
  • Echut ha Sviva ba Masoret ha Yehudit: Olam Bar Kayma (The Environment in the Jewish Tradition: A Sustainable World). Jerusalem Institute for Israel Studies, Center for Environmental Policy, 2002.
  • Europe's Crumbling Myths: The Post-Holocaust Origins of Today's Anti-Semitism. Jerusalem Center for Public Affairs, Jerusalem 2003, ISBN 9652180572.
  • European-Israeli Relations: Between Confusion and Change? Jerusalem Center for Public Affairs, Jerusalem 2006, ISBN 978-965-218-054-4.
  • Academics Against Israel and the Jews. Jerusalem Center for Public Affairs, Jerusalem 2007, ISBN 978-965-218-057-5.
  • Behind the Humanitarian Mask: The Nordic Countries, Israel and the Jews. Jerusalem Center for Public Affairs and Friends of Simon Wiesenthal Center for Holocaust Studies, Jerusalem 2008, ISBN 978-965-218-066-7.
  • The Abuse of Holocaust Memory: Distortions and Responses. Jerusalem Center for Public Affairs, Jerusalem 2009, ISBN 978-9652180766.
  • Verwrongen beelden van de Holocaust – Geschiedvervalsing onder de loep. Jongbloed Publishing Group, 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Problems and potential of European-Israeli relations. European Jewish Press, 5. März 2007
  2. Manfred Gerstenfeld: Norway and Anti-Semitism. Frontpagemag, 16. August 2011
  3. Part-time anti-Semites'. Ynet News, 23. April 2012