Manfred Mann’s Earth Band

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Manfred Mann's Earth Band
Manfred Mann's Earth Band 2001 beim Rock um Knuedler
Manfred Mann's Earth Band 2001 beim Rock um Knuedler
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock, Progressive Rock
Gründung 1971
Auflösung 1988
Neugründung 1992
Website http://www.manfredmann.co.uk/
Gründungsmitglieder
Manfred Mann (seit 1971)
Gitarre, Gesang
Mick Rogers (1971-1975; seit 1983)
Colin Pattenden (1971 - 1978)
Chris Slade (1971-1978)
Aktuelle Besetzung
Manfred Mann (seit 1971)
Robert Hart (seit 2011)
Gitarre, Gesang
Mick Rogers (1971-1975; 1983-2011)
Steve Kinch (seit 1986)
Jimmy Copley (seit 2007)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Gitarre
Chris Thompson (1975 - 1979; 1981 - 1997)
Gitarre
Dave Flett (1975 - 1978)
Bass
Pat King (1977 - 1982)
Gitarre, Gesang
Steve Waller (1979 - 1983)
Schlagzeug
John Lingwood (1979 - 1986)
Gesang
Shona Laing (1981 - 1982)
Bass
Matt Irving (1981 - 1986)
Gesang
Maggie Ryder (1987)
Schlagzeug
Clive Bunker (1991 -1993)
Gesang, Percussion
Noel McCalla (1991 - 2009)
Schlagzeug
John Trotter (1996 - 2000)
Schlagzeug
Richard Marcangelo (2000 - 2001)
Schlagzeug
Pete May (2001- 2002)
Schlagzeug
Geoff Dunn (2002 - 2007)
Gesang
Peter Cox (2009 - 2011)

Manfred Mann's Earth Band (kurz MMEB) ist eine britische Rockband um den südafrikanischen Keyboarder Manfred Mann.

Geschichte[Bearbeiten]

1971-1975[Bearbeiten]

Nach großen Erfolgen mit seiner Band „Manfred Mann“ in den 1960er-Jahren gründete Manfred Mann 1971 zusammen mit Colin Pattenden, Chris Slade und Mick Rogers seine Earth Band.

Das erste Album, das schlicht unter dem Titel Manfred Mann's Earth Band erschien, zeigt noch deutliche Einflüsse aus Manns R&B-Zeit in den 1960er-Jahren. Der Stil ist am ehesten als Bluesrock zu beschreiben, allerdings finden sich deutliche Anleihen beim Jazz Rock (Miles Davis' Alben In a Silent Way und Bitches Brew hatten 1969 für den Brückenschlag zwischen Jazz und Rock gesorgt), Rhythm & Blues und experimenteller Musik. Die Songs sind zum Teil selbst geschrieben, zum Teil gecovert. Mit Please Mrs Henry findet sich auf dem Album auch das erste Bob Dylan-Cover der Earth Band, in spätere Konzert-Setlists sollte es aber nur Captain Bobby Stout schaffen, geschrieben von Lane Tietgen, der der Earth Band 1977 mit Martha's Madman einen jahrzehntelangen Konzert-Klassiker liefern sollte.

1972 folgt mit Glorified Magnified das zweite Album, das bereits deutlich mehr in Richtung des Stils weist, der für die Earth Band später markant werden sollte: Lange, rhythmisch ausgefeilte Instrumentalteile. Die Basis bilden überwiegend selbstgeschriebene Songs, die Mann zusammen mit Ko-Produzent Dave Hadfield komponierte. Außerdem findet sich auf dem Album eine Cover-Version des Dylan-Klassikers It's All Over Now Baby Blue.

Im Folgejahr erschien mit Messin’ ein Album, das sich wieder zunehmend am Blues Rock orientierte. Den namensgebenden Song hatte Mann noch vor Gründung der Earth Band zusammen mit Mike Hugg für deren damalige Band Chapter III geschrieben. Unüberhörbar sind aber auch die musikalischen Anleihen von den beiden Vorgängeralben.

Ebenfalls 1973 erscheint das vierte Album der Band, Solar Fire, mit dem die Band in eine neue musikalische Phase eintritt: Das Album ist von Motiven aus Gustav Holsts Orchestersuite Die Planeten beeinflusst. Als Eröffnungsstück dient ein aufwändiges Arrangement des Stückes Father of Day, Father of Night von Bob Dylan. Die Musik ist am ehesten dem Progressive Rock zuzuordnen, die Einflüsse von Bands wie Emerson, Lake and Palmer und Yes sind unüberhörbar. Der Stil der Band hat sich entscheidend verändert. Signifikant sind nun lange, von Orgel, Mini Moog und E-Gitarre bestimmte Instrumentalteile. Das Markenzeichen der Earth Band wird ab diesem Zeitpunkt immer mehr, Kompositionen anderer Künstler zu covern und ihnen ihren eigenen, unverwechselbaren Bandsound zu verleihen.

Das folgende Album The Good Earth (1974) führt das mit Solar Fire aufgenommene Konzept konsequent fort. Dem mit dem Vorgängeralbum aufgegriffenen kunstvollen Sound werden erneut Blues Rock-Anleihen beigemischt. Mit I'll Be Gone und Launching Place covert die Earth Band A- und B-Seite einer Single der australischen Band Spectrum, die in ihrem Heimatland in den 1970er Jahren erfolgreich war. Als Marketing-Gag erhielt jeder Käufer in Großbritannien zusammen mit dem Album die Option auf einen Anteil von einigen Quadratzentimetern („one square foot“) Land auf einem Hügel in Wales: [1] [2] Zitat: The owner of this album is entitled to rights over one square foot of the earth situated at Llanerchyrfa in the County of Breron, Wales in Great Britain, subject to registration on or before 31st December, 1975. Die Rückseite des Albums enthält einen Abdruck der entsprechenden Urkunde sowie ein Foto des Hügels.

Das sechste Album der Band, das 1975 erscheint, Nightingales & Bombers, enthält mit Spirits in the Night das erste Bruce Springsteen-Cover der Earth Band. Der Sound des Albums folgt dem Titel dieses Songs und enthält durchweg ein düsteres und geheimnisvolles Flair. Solistisch dominiert Manfred Manns Mini Moog, den er von diesem Zeitpunkt an verstärkt mit Resonanzfilter nutzt. Besonders gut zu hören ist dies in den Instrumental-Stücken As Above, So Below und Crossfade.

1976-1988[Bearbeiten]

1976 kommt es zu großen Veränderungen: Sänger und Gitarrist Mick Rogers verlässt die Band. Ihn ersetzen Chris Thompson als Sänger und Dave Flett an der Gitarre. Dem personellen Umbruch sollte langsam ein musikalischer Stilwechsel folgen. Zwar sollte das musikalische Erbe von Solar Fire bis in die 1980er Jahre als Kern des Bandsounds erhalten bleiben, man wendet sich aber zunehmend dem Mainstream zu.

Die größten kommerziellen Erfolge folgen für Manfred Mann's Earth Band 1976 und 1978 mit den Alben The Roaring Silence und Watch. Auf diesen Platten finden sich Songs wie Blinded by the Light (ein weiteres Springsteen-Cover) und Davy's on the Road again, die international zu Chart-Hits wurden. Blinded by the Light erreichte Platz 1 der Single Charts in den USA.

Auch in den Folgejahren bleibt die Band kommerziell erfolgreich. Die Alben Angel Station (1979) und Chance (1980) neigen zunehmend zur Pop-Musik. Das Konzeptalbum Somewhere in Afrika (1982) beschäftigt sich thematisch mit der Apartheid in der südafrikanischen Heimat des Bandleaders, unter anderem in einer Version des Bob Marley-Klassikers Redemption Song sowie Demolition Man, im Original von The Police. Bereits 1979 hatte mit Chris Slade das letzte Mitglied von Manns ursprünglicher Formation die Band verlassen. Mit ihm ging auch Lead-Gitarrist Dave Flett. Für diese kamen Steve Waller (Gitarre) und Geoff Britton[3] (Schlagzeug) neu in die Band. Britton wird bereits kurze Zeit später durch John Lingwood (Schlagzeug) ersetzt.

1983 erscheint ein Zusammenschnitt aus drei Konzerten in Budapest als LP unter dem Namen Budapest Live[4]. Es enthält (mit Ausnahme von Spirits in the Night vom Nightingales and Bombers-Album) ausschließlich Songs aus der kommerziell erfolgreichen Phase seit 1978.

Nach 1983 wird es still um die Earth Band. Erst 1986 erscheint mit Criminal Tango ein neues Album, auf dem wieder Mick Rogers mitwirkt. 1987 folgt Masque, das eine Neuaufnahme des Songs Joybringer enthält, welcher als Single zum Solar Fire-Album der erste kommerzielle Erfolg für die Earth Band war. Außerdem wirkt Maggie Ryder als Sängerin mit und ersetzt Chris Thompson, der sich auf seine Solo-Karriere konzentriert und für John Farnham unter anderem den Welthit You're the voice schreibt. Beide Alben erreichen jedoch nicht mehr die Verkaufszahlen der Vorgänger. 1988 löst sich die Earth Band auf.

1992 bis heute[Bearbeiten]

1992 schaffte es Manfred Mann, die Band mit Mick Rogers neu zu formieren. Die 1990er Jahre waren hauptsächlich von Tourneen und Live-Auftritten geprägt, bei denen die Sänger Noel McCalla und später auch wieder Chris Thompson den Sound der Band ergänzten. In der Folge wurden in den 1990er Jahren ein neues Studio- und ein Livealbum (Soft Vengeance, 1996 und Mann Alive, 1998) veröffentlicht. Chris Thompson verließ die Band 1997 erneut.

Im Jahr 2004 veröffentlichte Manfred Mann erneut ein Studioalbum mit dem Namen 2006, auf dem er neue musikalische Wege ging und auf dem er sich selbst den neuen Alias "Manfred Mann '06" gab, um sich von seiner bisherigen Arbeit mit MMEB für dieses Projekt abzugrenzen. Der Name ist nach eigener Aussage als Witz gedacht: Die CD erschien in allen Ländern in den Jahren 2004 und 2005. Auf dem Album, welches unter Manfred Mann with Manfred Mann's Earth Band erschien, ist neben den damaligen Bandmitgliedern auch wieder Chris Thompson zu hören. Außerdem haben neben vielen weiteren Künstlern die Saxophonistin Barbara Thompson und der Rapper Thomas D. Gastauftritte.

Manfred Mann's Earth Band tritt vor allem in Mitteleuropa weiter regelmäßig auf. Die Besetzung entspricht der Formation aus den 90er Jahren, allerdings wechselte mehrmals der Schlagzeuger. Seit 2007 sitzt Jimmy Copley am Schlagzeug. Noel McCalla verließ die Band im September 2009. Für ihn kam als neuer Lead-Sänger Peter Cox in die Band. Im Sommer 2010 war Noel McCalla dennoch weiterhin als Lead-Sänger bei einigen Konzerten mit dabei (u.a. in Dormagen und Rottweil).

2009 kündigte Manfred Mann ein Soloalbum an, auf dem ihn verschiedene Künstler unterstützen sollen. Mick Rogers kündigte ebenfalls ein Soloalbum an, das The Guitarist heißen soll.

Am 11. Juni 2010 spielten sie im Rahmen des Local Heroes Programm am Busbahnhof in Gelsenkirchen-Buer[5] vor mehreren Tausend Zuhörern, der Eintritt war frei.

Am 18. März 2011 verkündete Manfred Mann’s Earth Band in ihrem Rundbrief Nr. 13, dass Peter Cox durch Robert Hart als neuer Sänger ersetzt wird.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[6] Anmerkungen
DE AT UK US
1972 Manfred Mann’s Earth Band
Label: Philips
138 Erstveröffentlichung: 18. Februar 1972
Format: LP
Glorified Magnified
Label: Philips
Erstveröffentlichung: 29 September 1972
Format: LP
1973 Messin’
Label: Vertigo
196 Erstveröffentlichung: 15. Juni 1973; Format: LP
(in den USA als: Get Your Rocks Off)
Solar Fire
Label: Bronze
96 Erstveröffentlichung: 30. November 1973
Format: LP
1974 The Good Earth
Label: Bronze
157 Erstveröffentlichung: 11. Oktober 1974
Format: LP
1975 Nightingales & Bombers
Label: Bronze
49 120 Erstveröffentlichung: 22. August 1975
Format: LP
1976 The Roaring Silence
Label: Bronze
26 10 10 10 Erstveröffentlichung: 27. August 1976
Format: LP
1978 Watch
Label: Bronze
3 14 33 83 Erstveröffentlichung: 24. Februar 1978
Format: LP
1979 Angel Station
Label: Bronze
4 6 30 144 Erstveröffentlichung: 9. März 1979
Format: LP
1980 Chance
Label: Bronze
11 23 12 87 Erstveröffentlichung: 10. Oktober 1980
Format: LP
1983 Somewhere in Afrika
Label: Bronze
8 87 40 Erstveröffentlichung: 15. November 1982
Format: LP
1986 Criminal Tango
Label: Virgin
17 26 Erstveröffentlichung: 13. Juni 1986
Format: LP/CD
1987 Masque
Label: Virgin
44 Erstveröffentlichung: 16. Oktober 1987
Format: LP/CD
1992 Plains Music
Label: Kaz
Erstveröffentlichung: 17. August 1992
Format: LP/CD
1996 Soft Vengeance
Label: Grapevine
65 Erstveröffentlichung: April 1996
Format: CD
2004 2006
Label: Cohesion
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 2004
Format: CD
"—" bedeutet nicht veröffentlicht oder nicht die Charts erreicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Über The Good Earth
  2. Eintrag auf der Band-Website zu The Good Earth
  3. Mannerisms - The five phases of Manfred Mann, Greg Russo, Crossfire Publications, 1995, ISBN 0-9648157-1-0, Seite 114
  4. Mannerisms - The five phases of Manfred Mann, Greg Russo, Crossfire Publications, 1995, ISBN 0-9648157-1-0, Seite 164
  5. http://kulturhauptstadt.gelsenkirchen.de/Projekte/Inspiration/Local_Heroes.asp, Local-Heroes-Woche vom 6. - 12. Juni 2010, aufgerufen am 22 Juli 2010
  6. Chartquellen: DEAT UK

Weblinks[Bearbeiten]