Manfred Wilde

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Manfred Wilde (* 6. Juli 1962 in Wolfen) ist deutscher Historiker und Kommunalpolitiker. Bis Sommer 2008 war er Leiter des Museums im Barockschloss Delitzsch und seit dem 14. August 2008 ist er Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Delitzsch.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken [Bearbeiten]

Nach einer handwerklichen Berufsausbildung zum Elektromonteur im Zeitraum von 1979 bis 1981 diente Wilde von 1981 bis 1984 bei der Volksmarine. Danach war er fünf Jahre in der Filmfabrik Wolfen tätig, bevor er 1989 als wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Stadtverwaltung Delitzsch wechselte, wo Wilde bis 1993 fungierte. Parallel dazu studierte Manfred Wilde schon seit 1990 Museumswissenschaften und Geschichte an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig mit Abschluss als Diplom-Museologe im Jahr 1995. Die Promotion zum Dr. phil. erhielt er 1996 bei Reiner Groß am Lehrstuhl für Regionalgeschichte Sachsens der Technischen Universität Chemnitz. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit Untersuchungen zur Entwicklungsgeschichte und Spezifik mitteldeutscher Grundherrschaften in Nordwestsachsen. Bis 1997/98 war Wilde nochmals im Bauplanungsamt sowie als Kulturkoordinator der Stadt Delitzsch tätig. Ab 1998 war er Leiter des Museums Barockschloss Delitzsch, wo er auch weiterhin Forschungsarbeiten zu regionalen Themen unternahm und im Sommer 2008 diesen Posten an Jürgen Geißler abgab. Am 18. Dezember 2002 habilitierte er mit einer Arbeit über die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen – strukturelle und soziale Aspekte eines juristischen Phänomens in der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Strafrechtspraxis. Im selben Jahr wurde Manfred Wilde der akademische Grad Dr. phil. habil. von der Technischen Universität Chemnitz verliehen.

Wilde ist Mitglied der Historischen Kommission für Sachsen und Redaktionsmitglied der Sächsischen Heimatblätter. Er hat zahlreiche siedlungs-, verfassungs- und agrargeschichtliche Veröffentlichungen zur sächsischen Geschichte, speziell für Nordwestsachsen vorgelegt. Grundlagen seiner Veröffentlichungen bilden intensive Studien in zahlreichen Archiven, insbesondere im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden, Staatsarchiv Leipzig und im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt.

Politisches Wirken [Bearbeiten]

Im Herbst 1989 war Manfred Wilde Mitglied in der Bürgerbewegung in seinem damaligen Wohnort Wolfen. Nach der Amtsabgabe seines Vorgängers Heinz Bienek, der im Juli 2008 in den Ruhestand ging, bewarb sich Wilde neben fünf anderen Teilnehmern um das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Delitzsch. Nachdem er im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit verfehlt hatte, wurde er am 22. Juni 2008 bei einer Wahlbeteiligung von 36,5 % mit 60,2 % der Stimmen zum neuen Stadtoberhaupt Delitzschs gewählt und übt dieses Amt seit dem 14. August 2008 aus.[1] Er ist Mitglied des Bauausschusses des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wohnungsgesellschaft der Stadt Delitzsch GmbH, Vorsitzender des Zweckverbandes Industrie- und Gewerbegebiet Delitzsch-Südwest, Vorsitzender des Zweckverbandes Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung und stellvertretender Verbandsvorsitzender des Abwasserzweckverbandes Delitzsch.

Privatleben [Bearbeiten]

Manfred Wilde ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Ehrenämter [Bearbeiten]

Manfred Wilde bekleidet zahlreiche Ehrenämter, so unter anderem seit 3. Dezember 2004 in der Historischen Kommission der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Mitglied des Museums- und Heimatverein Delitzsch e.V., Archivpfleger des Kirchenkreises Torgau-Delitzsch in der Kirchenprovinz Sachsen sowie Vorsitzender im Förderverein Dr. Hermann Schulze-Delitzsch und des Genossenschaftswesens. Zudem ist Wilde Mitglied im Lions-Club Delitzsch und Kuratoriumsmitglied der Stiftung „St.-Georg-Hospital“.

Schriften [Bearbeiten]

  • Das Häuserbuch der Stadt Delitzsch. Teil I Degener, Neustadt an der Aisch 1993-1994. ISBN 3-7686-4135-X (1. Die Altstadt; 2. Die Neustadt, Vorstädte und Mühlen) Besprechung (PDF-Datei; 77 kB)
  • Das Häuserbuch der Stadt Delitzsch. Teil II Degener, Neustadt an der Aisch 1994. ISBN 3-7686-4139-2 (1. Die Neustadt, Vorstädte und Mühlen)
  • Wolfen in alten Ansichten Europäische Bibliothek, Zaltbommel/Niederlande 1994. ISBN 90-288-5782-6 / CIP
  • mit Hans-Joachim Böttcher: Die Mühlen der Mühlenregion Nordsachsen Band I – II Europäische Bibliothek, Zaltbommel (NL) 1996. ISBN 90-288-6341-9 und ISBN 90-288-6360-5
  • Die Ritter- und Freigüter in Nordsachsen. Starke, Limburg 1997. ISBN 3-7980-0687-3 Besprechung (PDF-Datei; 96 kB)
  • Delitzsch. Die Reihe Archivbilder Sutton Verlag (D) und Wiltshire (GB) 1998. ISBN 3-89702-102-1
  • Das Häuserbuch der Stadt Wolfen, Kreis Bitterfeld 1550 - 1990. Degener, Neustadt an der Aisch 1999. ISBN 3-7686-4198-8
  • Alte Heilkunst. Sozialgeschichte der Medizinalbehandlung in Mitteldeutschland. Müller-Straten, München 1999. ISBN 3-932704-67-3 Besprechung (PDF-Datei; 70 kB)
  • Dübener Heide. Die Reihe Archivbilder Sutton/Wiltshire, Erfurt 1999. ISBN 3-89702-122-6
  • Die Verlorenen Orte des Kreises Delitzsch. Sax-Verlag, Beucha 1999. ISBN 3-930076-78-0 Besprechung (PDF-Datei; 68 kB)
  • Schloß Delitzsch. Sax-Verlag, Beucha 2000. ISBN 3-930076-93-4
  • Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen. Köln, Böhlau 2003. ISBN 3-412-10602-X Besprechung (PDF-Datei; 103 kB)
  • Die Mühlen und Müller der Dübener Heide.(zus. mit Hans-Joachim Böttcher) Neustadt an der Aisch, 2003. ISBN 3-7686-4219-4 Besprechung (PDF-Datei; 80 kB)
  • Bilder aus der DDR. Delitzsch.(zus. mit Detlef Seeger) Sutton Verlag, Erfurt 2006. ISBN 978-3-89702-981-1
  • Barockschloss Delitzsch. Edition Leipzig.(zus. mit Nadine Kinne) Seemann Henschel GmbH & Co. KG, 2006. ISBN 978-3-361-00622-5
  • Zwischen Bauernhof und Flughafen. Zur Hof- und Häusergeschichte der Dörfer Ettelwitz, Flemsdorf, Gerbisdorf, Grebehna, Naundorf, Rabutz, Schladitz, Wiedersdorf und Zwochau Beucha 2007. ISBN 978-3-86729-009-8
  • Episoden um Hermann Schulze-Delitzsch. Tauchaer Verlag, Taucha 2008. ISBN 978-3-89772-139-5
  • Mitten in Europa. Richlawo/Rychlawa (Quellen und Darstellungen zur Geschichte Westpreussens, Band 33), Münster 2010. ISBN 978-3-924238-41-4

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Vorläufiges Amtliches Endergebnis der OB-Wahl vom 22. Juni 2008. Abgerufen am 8. Februar 2012.