Manheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Manheim (Begriffsklärung) aufgeführt.

50.8819444444446.599722222222290Koordinaten: 50° 52′ 55″ N, 6° 35′ 59″ O

Manheim
Stadt Kerpen
Wappen Manheim
Höhe: ca. 90 m
Fläche: 11,74 km²
Einwohner: 1189 (31. Dez. 2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 50170
Vorwahl: 02275
Karte

Lage von Manheim und Manheim-neu im Rheinischen Braunkohlerevier

Manheim ist ein Stadtteil von Kerpen im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Manheim liegt in der Abbauzone des Tagebaus Hambach und muss diesem nach den Plänen von RWE bis zum Jahr 2022 weichen. Als Ersatz entsteht gegenwärtig der Umsiedlungsort Manheim-neu[1][2] westlich von Kerpen.

Geschichte[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Albanus und St. Leonhardus
Hochkreuz im Ortskern (1875)
Kapelle
Wohnhaus im Ortskern
Anwesen im Ortskern
Gasthof im Ortskern
Gedenkstein - Beginn der Umsiedlung

Manheim wurde das erste Mal urkundlich im Jahre 898 erwähnt. Dabei handelt es sich um eine Schenkungsurkunde, mit der König Zwentibold dem Stift Essen Besitz unter anderem im Ort Manheim (damals Mannunhem) überträgt.

1027 ging die Grundherrschaft an das Erzbistum Köln über.

Ab 1954 bildeten die Gemeinden Buir und Manheim einen gemeinsamen Amtsbezirk.

Bis 1974 war Manheim eine eigenständige Gemeinde, bevor der Ort dann durch das Köln-Gesetz mit Wirkung vom 1. Januar 1975 der neuen Stadt Kerpen zugeordnet wurde.[3]

Kirche[Bearbeiten]

Bürgewald[Bearbeiten]

Manheim gehört zu den so genannten Bürgewaldgemeinden, die Rechte am Bürgewald besaßen. Dies ist der Legende nach dem heiligen Arnold von Arnoldsweiler zu verdanken, durch den legendären "Ritt um den Bürgewald". Hauptort der Bürgewaldgemeinden ist Arnoldsweiler. Dorthin mussten die Manheimer am Pfingstdienstag, später am Pfingstmontag, dem heiligen Arnold eine Kerze opfern. Dieser Wachszins wurde erst im 19. Jahrhundert aufgelöst. 2013 belebten die Manheimer diesen Brauch wieder, jedoch opferten sie die Kerze nicht an Pfingsten, sondern in der Arnolduswoche im Juli.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl von Manheim ist zwischen 1974 und dem Beginn der Umsiedlung 2012 nur leicht rückgängig gewesen (-12 %). Wegen des näher rückenden Tagebaus Hambach ist die gegenwärtige Entwicklung durch die Umsiedlung von Manheim-alt nach Manheim-neu bzw. Wegzüge begründet.

Jahr Einwohnerzahl
1816 517 Einwohner
1867 821 Einwohner
1910 952 Einwohner
1939 1.198 Einwohner
1956 1.598 Einwohner
1974 1.761 Einwohner
2001 1.754 Einwohner
2002 1.741 Einwohner
2003 1.711 Einwohner
2004 1.693 Einwohner
2005 1.647 Einwohner
2006 1.659 Einwohner
2007 1.648 Einwohner
2008 1.600 Einwohner
2009 1.586 Einwohner
2010 1.576 Einwohner
2011 1.563 Einwohner
2012 1.454 Einwohner
2013 1.189 Einwohner

Zukunft[Bearbeiten]

Manheim muss ab etwa 2013 dem Tagebau Hambach weichen und wird dann umgesiedelt. Dazu wurde 2007 der Antrag auf Aufstellung des Braunkohlenplans Hambach, sachlicher Teilabschnitt Umsiedlung Manheim erstellt und beim Bergamt eingereicht. Die Genehmigung wurde am 8. Juni 2011 von der Landesregierung NRW erteilt. Ab etwa 2022 wird die Ortsfläche dann bergbaulich in Anspruch genommen.

Für die Umsiedlung hatten die Manheimer Einwohner drei mögliche Standorte für (Neu-)Manheim zur Wahl; Kerpen-West, Kerpen-Dickbusch und den Südwestteil Buirs. Bei einer Abstimmung am 16. Dezember 2007 entschieden sie sich bei einer Wahlbeteiligung von 71,75 % und nur einer ungültigen Stimme mit 81,05 % für Kerpen-Dickbusch, nordwestlich von Langenich. Der Bebauungsplan sieht überwiegend freistehende Einfamilienhäuser vor. [5]

In einer weiteren Befragung vom 11. Februar bis 16. März 2008 mussten die Manheimer Bürger angeben, wie groß der Bedarf an Grundstücken ist. Daraus wurde die Größe Manheims am neuen Standort in Kerpen-Dickbusch ermittelt. Am 18. März 2010 fand eine Informationsveranstaltung zur Grundstücksbefragung statt. [6]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Manheim-alt liegt südlich der A4 in direkter Nähe der Autobahnabfahrt Buir (8), westlich der B 477 und nördlich der Bahnlinie Köln-Aachen. Manheim-neu liegt südlich der A4 in direkter Nähe zur im Bau befindlichen Autobahnabfahrt Elsdorf, südöstlich der B 477 und südlich der Bahnlinie Köln-Aachen.

Der Ort verfügt über folgende öffentliche Einrichtungen:

Ortsgemeinschaft[Bearbeiten]

Die Ortsgemeinschaft wird durch die Aktivitäten einer ganzen Reihe von Vereinen und Vereinigungen geprägt und belebt.

Sportvereine

  • Turnverein TV Germania Manheim 1887 e. V. – Turnen, Schwimmen, Judo
  • Fußballverein Viktoria Manheim – Fußball
  • Kartclub Rennsportfreunde Wolfgang Graf Berghe von Trips e.V., Kart-Club Kerpen-Manheim

Karnevalsvereine

Drei Karnevalsvereine beleben die rheinische Fünfte Jahreszeit und beteiligen sich am traditionellen Karnevalsdienstags-Umzug.

  • KG VereinigteVereine Manheim
  • KG Rote Husaren
  • Erftlandtanzcorps

Sonstige Vereine und Vereinigungen

  • St. Albanus & St. Leonhardus Schützenbruderschaft Manheim
  • Freiwillige Feuerwehr Kerpen, Löschgruppe Manheim
  • Tambour- und Fanfaren-Corps Blau-Weiß Manheim
  • Natur- und Gartenfreunde Manheim
  • Maigesellschaft Lustige Buben Manheim
  • Kinder Spiel- und Fördergruppe Manheimer Wibbelmäuse e. V.
  • x-treme Dance Company

Besondere Ereignisse[Bearbeiten]

In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 1943 stürzte eine Short Stirling, die EF 427 'A Apple', am Ortsrand von Manheim ab. Nur ein Bordschütze überlebte den Absturz und landete am Fallschirm im Garten eines Einwohners.

Am 1. August 1995 fand im Gemeindehaus des Ortes die standesamtliche Trauung von Michael Schumacher und Corinna Betsch statt. Ursprünglich war die Trauung im Standesamt Kerpen geplant. Wegen des unerwünschten großen Medienrummels wurde sie kurzfristig nach Manheim verlegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Manheim leben bzw. lebten folgende bekannte Persönlichkeiten:

  • Michael Schumacher (* 3. Januar 1969 in Hürth), ehemaliger deutscher Formel-1-Rennfahrer
  • Ralf Schumacher (* 30. Juni 1975 in Hürth-Hermülheim), ehemaliger deutscher Formel-1-Rennfahrer
  • Johannes F. Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Manheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gestaltungsplan von Manheim-neu = Kerpen-Dickbusch, Maßstab 1:2000, Stand 14. Januar 2010 2,568 MB, abgerufen am 22. April 2011
  2. Stadt Kerpen Gutachterverfahren Umsiedlung Manheim, Stand September 2009 2,804 MB, abgerufen am 22. April 2011
  3.  Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  4. Urkunde von 1360 zur Bestätigung des Wachszinses, durch den Herzog von Jülich.
  5. Gestaltungsplan von Manheim-neu = Kerpen-Dickbusch, Maßstab 1:2000, Stand 14. Januar 2010 2,51 MB, abgerufen am 18. April 2010
  6. Seite der Stadt Kerpen zur Umsiedlung Manheims, abgerufen am 18. April 2010