Manisaspor

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Manisaspor
Vereinslogo
Voller Name Manisa Spor Kulübü
Gegründet 15. Juni 1965
Vereinsfarben schwarz-weiß
Stadion Manisa 19 Mayıs Stadı
Plätze 20.000
Präsident Abdullah Mergen
Trainer Taner Taşkın
Homepage manisaspor.org.tr
Liga TFF 1. Lig
2013/14 7. Platz
Heim
Auswärts

Manisaspor ist ein türkischer Fußballverein aus Manisa, der zeitweise in der Profiliga Süper Lig spielte. Seit 2012 spielt der Verein in der TFF 1. Lig. Der Verein spielte in den 2000er und 2010er Jahren insgesamt sechs Spielzeiten in der Süper Lig und befindet sich in deren Ewiger Tabelle auf dem 43. Platz.[1] Seine bisher beste Zeit erlebte der Verein nach der Übernahme im Jahr 2000 des Elektronikkonzerns Vestel. Fortan nannte sich der Verein offiziell Vestel Manisaspor.

Unter der Leitung von Ersun Yanal spielte man in der Saison 2005/06 erstmals in der Vereinsgeschichte in der höchsten türkischen Spielklasse, der Süper Lig. Nachdem Vestel im Jahr 2007 seinen Rückzug als Namensgeber bekanntgab, nahm der Verein wieder seinen alten Namen an. In der Türkei ist Manisaspor für seine gute Talentsichtung und Jugendarbeit bekannt, der Verein brachte Spieler wie Selçuk İnan, Hakan Balta, Caner Erkin und Filip Hološko hervor.

Geschichte[Bearbeiten]

Beginn und Aufstieg[Bearbeiten]

Manisaspor wurde 1931 ursprünglich als Sakaryaspor gegründet, als Vereinsfarben wurden Schwarz und Weiß ausgewählt. Schon in frühen Jahren war der Verein regional erfolgreich, so konnte die Manisa Amatör şampiyonluk (Manisa Amateur Meisterschaft) 15 mal gewonnen werden. Während des Zweiten Weltkriegs trug der Verein keine Spiele aus und nahm den Spielbetrieb 1946 wieder auf, 1954 konnte man dritter Platz in der Amatör Kulüpler Şampiyonası Türkiye (Türkische Amateur Liga) werden. 1964 wurde dem Verein gestattet, an der professionellen 1. Lig teilzunehmen, hier benannte man sich um in Manisa Sakaryaspor. Am 15. Juni 1965 wurde um 21:00 Uhr Ortszeit dann der bis heute gültige Name Manisaspor bekanntgegeben, die Vereinsfarben wurden beibehalten. Der Verein fristete sein Dasein bis zum Jahre 2000 als eher unbedeutender Verein in der Lig B und der Üçüncü Lig. Dies sollte sich jedoch radikal ändern, als der in Manisa ansässige Konzern Vestel den Verein übernahm. Die Vereinsfarben Schwarz und Weiß wurden um Rot ergänzt, der Vereinsname wurde zu Vestel Manisaspor erweitert. Vestel ist der drittgrößte europäische Hersteller für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik.

In der Saison 2000/01 gelang der sofortige Aufstieg in die Lig B, in der darauffolgenden Saison 2001/02 stieg der Verein erstmals in die Lig A auf. Zum ersten Mal sorgte der Verein mit der Verpflichtung des ehemaligen Nationaltrainers Mustafa Denizli für Aufsehen. Jedoch musste Denizli wegen eines enttäuschenden 4. Platzes in der Saison 2003/04 seinen Trainerstuhl räumen. In der Saison 2004/05 sicherte sich der Verein drei Spieltage vor dem Saisonende den Aufstieg in die Süper Lig. Mit der Verpflichtung des ehemaligen Nationaltrainers Ersun Yanal und namhafter Spieler wie Lukas Zelenka erreichte der Verein in seiner ersten Saison in der höchsten Spielklasse einen Platz in der Tabellenmitte, in der Saison 2006/07 entwickelte der Verein sich jedoch zum Phänomen. Nach neun Spieltagen führte Manisaspor bereits mit sechs Punkten Vorsprung auf Fenerbahçe Istanbul die Tabelle an, zum Saisonende belegte die Mannschaft jedoch nur Platz 12. Am 2. September 2007 gab Vereinspräsident Haluk Çubukçu bekannt, dass sich Vestel als Namensgeber zurückziehe. Am Ende der Saison 2007/08 stieg Vestel Manisaspor in die zweite Liga ab und änderte seinen Namen wieder in Manisaspor. In der Saison 2008/09 gelang der direkte Wiederaufstieg in die Süper Lig. Als Aufsteiger der Saison 2009/10 konnte man am Saisonende mit dem 14. Platz den Klassenerhalt sichern. Im Jahr 2012 musste die Mannschaft aber als vorletzter der Saison absteigen.

Altes Logo mit Vestel-Schriftzug

Fans[Bearbeiten]

Die Fans von Manisaspor nennen sich Tarzanlar (Die Tarzane), dieser recht eigenwillige Name entstand nach dem Namenspaten Tarzan von Manisa, dessen echter Name Ahmet Bedevi war. Bedevi war ein Veteran des Ersten Weltkrieges, der nach Kriegsende sein gesamtes Vermögen an Bedürftige spendete und sich in die Wälder von Manisa zurückzog, um sich dort der Wiederaufforstung der Wälder zu widmen.[2] In der Stadt genießt der Verein, insbesondere seit dem ersten Aufstieg der Geschichte in die Süper Lig, eine relativ treue Gefolgschaft. In Manisa oder in der Provinz lebende Leute, die Fans der drei großen Vereine Galatasaray Istanbul, Fenerbahçe Istanbul oder Beşiktaş Istanbul sind, werden als „Verräter“ bezeichnet und nicht selten diskriminiert. 2011 wurde der erste offizielle Fanshop in der Innenstadt von Manisa eröffnet. Die Fans gelten als launisch, die Heimspiele sind unterschiedlich gut besucht. 2013 wurden die Fans von Manisaspor als die „schlechtesten Fans der TFF 1. Lig“ von der Manşet Gazetesi „ausgezeichnet“. Als Grund wurden anhaltende Randalen, Fanausschreitungen und der exzessive Gebrauch von Schimpfwörtern genannt.[3]

Freundschaften und Rivalitäten[Bearbeiten]

Fanfreundschaften[Bearbeiten]

Die engste Freundschaft unterhalten die Tarzane mit den Fans von Sakaryaspor, zusammen nennen sie sich Manisakarya. Die Freundschaft nahm in den letzten Jahren jedoch ab, da Sakaryaspor mittlerweile nicht mehr in einer Liga mit Manisaspor spielt. Eine ebenfalls gute Beziehung hat man zu den Fans von Göztepe Izmir, dessen Ultras sich Yalı nennen. Diese entstand aufgrund der Rivalität mit Karşıyaka SK, welcher auch größter Rivale von Göztepe ist. Eine lose Freundschaft besteht auch mit den Fans von Gaziantepspor, die aber nicht streng gepflegt wird.

Rivalitäten[Bearbeiten]

Als größter Rivale gilt der aus Izmir stammende Verein Karşıyaka SK. Spiele zwischen beiden Vereinen verlaufen oft äußerst hitzig und brisant, es kommt nicht selten zu Ausschreitungen. Weiterhin besteht eine weniger intensive Rivalität zu Denizlispor, welche wie Manisaspor, der Ägäisregion angehören. Ein ambivalentes Verhältnis hat man zu den Fans von Akhisar Belediyespor. Manche Fans sehen in Akhisarspor aufgrund der Nähe beider Städte zueinander einen Rivalen, kritisiert wird außerdem, dass heutige Fans von Akhisarspor früher, als Akhisar noch im Amateurbereich Fußball gespielt hat, zu Manisaspor hielten. Andere sehen in Akhisar den Bruderverein, da Akhisar ein Stadtteil von Manisa ist. Zu einem Duell beider Vereine kam es in jüngster Zeit nicht, daher kann noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, wie sich das Verhältnis zu Akhisarspor weiterentwickeln wird. Tendenziell geht es jedoch Richtung Rivalität.

Stadion[Bearbeiten]

Das vereinseigene Manisa 19 Mayıs Stadı bot beim Aufstieg in die erste Liga nur Platz für 6.500 Zuschauer. Somit stellte die Kapazität den Verein vor ein großes Problem, welches mit dem Bau eines neuen Stadions mit 22.500 Plätzen gelöst werden sollte. Jedoch wurden dieser Plan kurzfristig verworfen und das alte Stadion wurde vorerst auf derzeit 15.000 Zuschauerplätze erweitert. Ende Mai 2009 begannen die Bauarbeiten für die Modernisierung des Stadions.[4]

Erfolge[Bearbeiten]

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten]

  • 1. Liga: 2005–2008, 2009–2012
  • 2. Liga: 1964–1978, 1980–1983, 1985–1986, 1992–1993, 1994–1995, 2002–2005, 2008–2009, seit 2012
  • 3. Liga: 1978–1980, 1983–1985, 1986–1992, 1993–1994, 1995–2002


Kader der Saison 2014/15[Bearbeiten]

Pos. Nr. Spieler Nat. Geb.
Tor 1 Murat Demir TurkeiTürkei 14. Juni 1995
12 Emre Yavaş TurkeiTürkei 1. Mai 1997
98 Yağızcan Akyürek TurkeiTürkei 19. Dez. 1998
99 Bayram Olgun TurkeiTürkei 26. April 1990
Abwehr 4 Erdi Öner TurkeiTürkei 4. Mai 1986
13 Nikola Mikić (C)Kapitän der Mannschaft SerbienSerbien 13. Sep. 1985
18 Tayfun Cora TurkeiTürkei 5. Dez. 1983
22 Ali Fırat Okur TurkeiTürkei 22. März 1993
29 Ümit Yasin Arslan TurkeiTürkei 31. Juli 1993
52 Canberk Dilaver TurkeiTürkei 1. Juni 1993
Mittelfeld 6 Kenan Aslanoğlu TurkeiTürkei 7. Juli 1982
7 Cenk Yılmaz TurkeiTürkei 16. Juni 1993
8 Metin Yüksel TurkeiTürkei DeutschlandDeutschland 15. Jan. 1995
10 Nenad Milijaš SerbienSerbien 3. April 1983
14 Zeki Sinanoğlu TurkeiTürkei 16. Sep. 1993
16 Mustafa Sarp TurkeiTürkei 5. Nov. 1980
19 Hakan Barış TurkeiTürkei DeutschlandDeutschland 19. Jan. 1994
20 Oğuzhan Kayar (Leihe) TurkeiTürkei 5. April 1995
23 Barbaros Barut TurkeiTürkei DeutschlandDeutschland 26. Jan. 1983
27 Süleyman Çelikyurt TurkeiTürkei DeutschlandDeutschland 27. Juli 1989
45 Hakan Turan TurkeiTürkei 30. August 1992
66 Gökhan Sazdağı (Leihe) TurkeiTürkei 20. Sep. 1994
67 Kudret Kanoğlu TurkeiTürkei DeutschlandDeutschland 18. Jan. 1993
70 Kaan Aşnaz TurkeiTürkei 28. Juni 1995
77 Nikolaj Dimitrow BulgarienBulgarien 15. Okt. 1987
96 Ismail Köse TurkeiTürkei 26. Aug. 1992
Sturm 9 Branimir Subašić AserbaidschanAserbaidschan SerbienSerbien 7. April 1982
11 Gökdeniz Varol TurkeiTürkei 15. Sep. 1995
97 Oğuzhan Palaz TurkeiTürkei 1. Jan. 1997

Trainerstab[Bearbeiten]

Name Funktion
TurkeiTürkei Taner Taşkın Cheftrainer
TurkeiTürkei Erkan Aslan Co-Trainer
TurkeiTürkei Tansu Yanık Co-Trainer
TurkeiTürkei Baki Çağdaş Uzun Co-Trainer
TurkeiTürkei Akın Sinan Dağdelen Torwarttrainer

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Ehemalige Trainer (Auswahl)[Bearbeiten]

1 interimsweise

Präsidenten[Bearbeiten]

  • 1965-1966 Enver Cider
  • 1966-1968 Muammer Cider
  • 1968-1970 Enver Cider
  • 1970-1971 Mustafa Çapra
  • 1971-1974 Mustafa Izci
  • 1974-1976 Samim Bilgin
  • 1976-1977 Kemal Yaralı
  • 1977-1978 Rüştü Kelleci
  • 1978-1980 Ahmet Bilgili
  • 1980-1981 Muammer Simsir
  • 1981-1982 Erdinç Yumrukaya
  • 1982-1983 İbrahim Günaydı
  • 1983-1984 Vedat Ece
  • 1984-1985 Ali Karacasu
  • 1985-1986 Ömer Bulur
  • 1986-1987 Halil Onultmak
  • 1987-1988 Ahmet Mısırçıoğlu
  • 1988-1989 Nejdet Özsoydaş
  • 1989-1990 Zafer Kahraman
  • 1990-1991 Cengiz Pulcuoğlu
  • 1991-1992 Önder Cider
  • 1992-1993 Zafer Kahraman
  • 1993-1995 Tarık Almış
  • 1995-1996 Oğuz Sümer
  • 1996-2000 Ertuğrul Aytaç
  • 2000-2005 Cengiz Ergün
  • 2005-2009 Haluk Çubukçu
  • 2009-2012 Kenan Yaralı
  • 2012-2014 Emre Hasgör
  • seit 2014 Abdullah Mergen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angabe der Platzierung: 6. Dezember 2013
  2. Hinweis in: RevierSport 56/2012, S. 46
  3. Ligin en kötü Taraftari Tarzanlar (türkisch)
  4. Süper Lig'e Yeni Stad