Mankenberg

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Mankenberg GmbH
Logo der Mankenberg GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1. Mai 1885
Sitz Spenglerstraße 99, 23556 Lübeck (Deutschland)
Leitung Axel Weidner, geschäftsführender Gesellschafter
Mitarbeiter 156 Lübeck (2010)
Umsatz 12,2 Mio. EUR (2010)[1]
Branche Armaturenhersteller
Website www.mankenberg.de
Historische Armatur in Stettin

Die Mankenberg GmbH ist Hersteller von Industriearmaturen und liefert weltweit in unterschiedlichste Branchen. Firmensitz ist Lübeck (Schleswig-Holstein).

Das deutsche Unternehmen wird heute vom Urenkel des Firmengründers Gustav Mankenberg geleitet, beschäftigt sich mit der Produktion von selbsttätigen Regelarmaturen und ist neben Standardprodukten Spezialist für Sonderbauarten.

Geschichte[Bearbeiten]

Firmengründer Gustav Mankenberg wurde am 12. August 1857 in Wittstock an der Dosse als achtes Kind des selbständigen Schmiedemeisters Johann Friedrich Mankenberg geboren und erlernte in Berlin den Beruf des Gürtlers. Darunter verstand man einen Handwerker, der das Formen, Gießen, Drehen und sonstige Bearbeiten von Metallgegenständen jeder Art beherrschte.[2]

Er übernahm am 1. Mai 1885 in Heide (Holstein) die Werkstatt des Gelbgießermeisters Wallen und gründete das Unternehmen Gustav Mankenberg. Mankenberg erkannte schnell die Entwicklungen des regionalen Marktes, stellte das Sortiment auf Reduzierventile für Luft- und Kohlesäurekessel, Luftpumpen usw. um und eröffnete zusätzlich ein Muster- und Verkaufslager am Hamburger Rödingsmarkt.[3]

1891 sah sich Gustav Mankenberg durch Zahlungsausfälle aufgrund des Einbruchs der Bauwirtschaft gezwungen, einen Teilhaber aus Hamburg nach Heide zu holen: Doch die Zusammenarbeit gelang nicht. Während der Unternehmensbereich Baubeschläge in Heide verblieb, machte sich Gustav Mankenberg mit der Herstellung von Armaturen zu neuen Ufern in die Hansestadt Stettin auf.[3]

Am 1. Mai 1895, 10 Jahre nach der Firmengründung, wagte Mankenberg in der Hauptstadt Pommerns einen Neuanfang. Die verkehrsgünstige Lage an der Odermündung sowie die Verbindung zu Berlin über den Finow- und später den Oder-Havel-Kanal zahlten sich ebenso aus wie die Nachfrage durch Fabriken und Werften wie die berühmte Vulcan Werft.[3]

1904 ließ sich Mankenberg den „Niagara“ patentieren: einen Kondenstopf mit geschlossenem, geschweißtem Stahl-Kugelschwimmer auf Grundlage des autogenen Schweißverfahrens, der noch heute im Produktprogramm der Mankenberg GmbH ist.[3]

Im Oktober 1910 zog Mankenberg wegen erhöhten Platzbedarfs in die neu errichtete Fabrik am Stettiner Wiekenberg.[3] 1912 trat der älteste Sohn Ewald Mankenberg in das Unternehmen ein. Als Experte für Dampf stärkte er die Beratungskompetenz des Unternehmens.[4]

Im April 1919 übergab Gustav Mankenberg seine Firma den beiden Söhnen Ewald und Hellmuth.[3] 1929 begann die Zeit der Wirtschaftskrise: Inflation und Deflation stellten das Unternehmen vor neue Herausforderungen.[3][5]

Während des Zweiten Weltkriegs lief der Betrieb in Stettin mit der Fertigung von Dampfarmaturen weiter bis zum Räumungsbefehl am 23. März 1945. Der Weg führte die Unternehmensleitung in die Hansestadt Lübeck.[3]

Im Sommer 1945 erhielt das Unternehmen Mankenberg in Lübeck die Erlaubnis, wieder fabrizieren zu dürfen.[3]

1954 trat Günther Weidner, der Schwiegersohn von Hellmuth Mankenberg, in die Firma ein.[3]

1967 wurde der Lübecker Diplomingenieur Hermann Thomsen Leiter des Technischen Büros. Zu Beginn des neuen Jahrzehnts trat er darüber hinaus als Gesellschafter und alleinverantwortlicher Geschäftsführer im Unternehmen in Erscheinung.[6]

Im Jahr 2002 wurde Axel Weidner, der Urenkel Gustav Mankenbergs, alleiniger Geschäftsführer der Mankenberg GmbH.

2010 feierte die Firma Mankenberg ihr 125-jähriges Bestehen.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Mankenberg war 2010 als bestes mittelständisches Unternehmen Preisträger des Großer Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung. Die Jury würdigte Mankenbergs Gesamtentwicklung im Verlauf des vorherigen Jahres, die Schaffung und Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Modernisierung und Innovation sowie das Engagement in der Region.[7]

Im Jahre 2011 wurde Mankenberg einer von 365 Orten im Land der Ideen. Die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehende Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ verlieh gemeinsam mit der Deutschen Bank den Preis an Mankenberg für das Projekt Mankenberg Spardosenrallye.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mehr Flexibilität + Mehr Transparenz = Mehr Erfolg. (PDF-Datei; 731 kB) S. 1. Abgerufen am 12. Juli 2011
  2. a b Christian Risch: Ventile aus Lübeck für alle Welt. In: Lübecker Nachrichten. vom 13. Juni 2010.
  3. a b c d e f g h i j 75 Jahre Gustav Mankenberg Armaturenfabrik GmbH. Lübeck, Chronik, S. 4-25.
  4. „Ein Niagara für alle Fälle“ GWF Extra 2008. Jubiläumsheft zum 150-jährigen Bestehen des Oldenbourg Verlages vom 1. Juli 2008
  5. Vgl. Die Weltwirtschaftskrise 1929-1932 , Abruf 21. Juli 2010
  6. 100 Jahre Gustav Mankenberg Armaturenfabrik GmbH. Lübeck, Chronik, S. 10.
  7. Großer Preis des Mittelstandes: Preisträger 2010 aus Schleswig-Holstein/Hamburg. Abgerufen am 8. Juni 2011
  8. Ausgewählter Ort 2011 Land der Ideen Abgerufen am 8. Juni 2011

53.85532110.598588Koordinaten: 53° 51′ 19″ N, 10° 35′ 55″ O