Manlay

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Manlay
Manlay (Frankreich)
Manlay
Region Burgund
Département Côte-d’Or
Arrondissement Beaune
Kanton Liernais
Gemeindeverband Liernais.
Koordinaten 47° 8′ N, 4° 21′ O47.1288888888894.3416666666667Koordinaten: 47° 8′ N, 4° 21′ O
Höhe 340–550 m
Fläche 19,03 km²
Einwohner 211 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 11 Einw./km²
Postleitzahl 21430
INSEE-Code

Der Berg von Bard auf einer Postkarte aus dem Jahr 1911
.

Manlay ist eine französische Gemeinde mit 211 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Côte-d’Or in der Region Burgund. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde im Juli 1944 von der deutschen Wehrmacht bombardiert und in Brand gesetzt.[1] 1948 erhielt Manlay das Croix de Guerre 1939–1945.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Manlay liegt im Zentralmassiv am Ostrand des Départements Côte-d’Or, etwa 60 Kilometer südwestlich von Dijon, dem Sitz der Präfektur des Départements, etwa 40 Kilometer nordwestlich von Beaune, dem Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements, und 9,8 Kilometer südöstlich von Liernais, dem Hauptort des Kantons und des Kommunalverbands Liernais auf einer mittleren Höhe von 445 Metern über dem Meeresspiegel. Die Mairie steht auf einer Höhe von 410 Metern. Nachbargemeinden von Manlay sind Bard-le-Régulier im Nordwesten, Marcheseuil im Nordosten, Voudenay im Südosten und Barnay im Süden. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 1903 Hektar.

Die Gemeinde ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

1943 bauten die deutschen Besatze ein Bunkergebäude auf dem Gipfel des Berges Bard, der sich auf dem Gemeindegebiet von Marcheseuil und Manlay befindet. Die Résistance machte sieben deutsche Gefangene und sprengte am 27. Juli 1944 das Bunkergebäude. Am 29. Juli kam ein deutsches Detachement aus Autun und trieb die Männer von Manlay zusammen. Die Résistance griff den Bahnhof an. Im folgenden Tumult konnten die Männer mit ihren Familien in die Wälder fliehen. Die Deutschen plünderten daraufhin den Weiler am Bahnhof und setzten die Häuser in Brand. Am 31. Juli bombardierten die Deutschen die Gemeinde und drohten, weitere Gemeinden zu bombardieren, wenn die Gefangenen nicht zurückgegeben würden. Die Kirche wurde schwer beschädigt, viele Häuser brannten nieder. Danach lenkte die Résistance ein.[1]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1968 besteht eine Städtepartnerschaft mit Zell an der Bergstraße.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Manlay gehört zur römisch-katholischen Pfarrei Liernais des Erzbistums Dijon.[4] In der Kirche Saint-Laurent steht eine steinerne Statue des Heiligen Antonius aus dem 15. Jahrhundert, die 1916 als Monument historique (‚Kulturdenkmal‘) klassifiziert wurde.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 waren 27,5 Prozent der Erwerbstätigen in der Gemeinde beschäftigt, die anderen waren Pendler. 4,8 Prozent der Arbeitnehmer waren arbeitslos.[6]

Es gibt eine Grundschule und einen Bahnhof in Manlay. Der nächste internationale Flughafen ist der 82,9 Kilometer entfernt liegende Flughafen Dole-Jura.

Auf dem Gemeindegebiet gelten kontrollierte Herkunftsbezeichnungen (AOC) für Epoisses (Käse) sowie geschützte geographische Angaben (IGP) für Geflügel (Volailles de Bourgogne), Emmentaler (Emmental français Est-Central) und Senf (Moutarde de Bourgogne).[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Manlay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIl y a soixante ans. In: Bulletin des Amis de Bar-le-Régulier. Amis de Bar, Juni 2004, S. 1, 5–7, abgerufen am 3. Juli 2013 (pdf; 102 kB, französisch).
  2. Communes décorées de la Croix de guerre 1939 – 1945. In: Mémorial des batailles de la Marne Dormans. 5. Juni 2013, S. 14, abgerufen am 3. Juli 2013 (pdf; 2,3 MB, französisch).
  3. a b Le village de Manlay. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 4. Juli 2013 (französisch).
  4. Carte des Doyennés et Paroisses. Diocèse de Dijon, abgerufen am 4. Juli 2013 (französisch).
  5. Eintrag Nr. 21375 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Commune : Manlay (21375). Thème : Tous les thèmes. In: Insee.fr. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 1. Juli 2013 (französisch).