Mannalargenna

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Mannalargenna (* 1770; † 4. Dezember 1835 [1] in Wybalenna auf Flinders Island) war ein Aborigine der Ben Lomond (Plangermaireener) aus Tasmanien, der im Black War die Aborigines gegen die britischen Soldaten führte und als erster Aborigine für eine friedliche Lösung zwischen Schwarz und Weiß eintrat.

Biographie[Bearbeiten]

Mannalargenna war mit Tanleboneyer vom Aborigines-Stamm der Loontiternairerlehoiner verheiratet, mit der er fünf Kinder, einen Sohn und vier Töchter hatte. Er hatte eine Tochter Woretemoeteyenner, die mit dem englischen Robbenjäger George Briggs zusammen war und aus dieser Beziehung entstand Dolly Dalrymple, die 13 Kinder zur Welt brachte. Sie und Fanny Cochrane Smith werden vom Tasmanian Aboriginal Centre als die entscheidende Verwandtschaftslinie der heute lebenden Tasmanier betrachtet.

Genozid[Bearbeiten]

Als Führer der Plangermaireener war er nicht nur während der Attacken gegen die Britischen Soldaten in der Zeit des Black War aktiv, sondern war der erste Aborigine, der Frieden mit den Weißen schließen wollte. Manalargena versuchte mit dem von der britischen Regierung beauftragten Protektor für Aborigines George Augustus Robinson mittels der sogenannten "friendly mission", die Aborigines Tasmaniens ohne Kämpfe nach Flinders Island zu deportieren. In der Hoffnung, dort vor der Verfolgung durch die weißen Siedler sicher zu sein, folgten sie 1830 den Versprechungen Robinsons bereitwillig, obwohl die zuvor erfolgte sogenannte Black Line zur Gefangennahme der Tasmanier durch 2.000 Europäer, geführt von Robinson, nach sieben Wochen nicht das erwünschte Ergebnis brachte.

Für die Aufgabe des Widerstands erwarb sich Mannalargenna große Anerkennung. Das Camp von Wybalenna auf Flinders Island entwickelte sich jedoch nicht zu optimalen und ungebundenen Lebensverhältnissen für die Aborigines, sondern mehr zu einer Kasernierung und einer erfolglosen Christianisierung, denn auf der Insel hatten sich die letzten indigenen Tasmanier einer europäischen Lebensweise zu unterwerfen. Infolgedessen gingen sie dort mehrheitlich an Depressionen, Alkoholismus und Krankheiten zugrunde.

Als Mannalargenna über diese Entwicklung alle Hoffnung auf eine Besserung der Lebensverhältnisse der Aborigines verlor, schnitt er sich seine Haare aus Verzweiflung ab.[1] Nach seiner Beerdigung erhielt er als einziger Tasmanier auf Wybalenna einen Grabstein.

1847 lebten dort auf Flinders Island nur mehr 47 Tasmanier; sie wurden nach Oyster Cove nahe Hobart umgesiedelt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. a b Informationen auf eprints.jcu.edu.au, abgerufen am 19. Juli 2009