Mannemer Dreck
Mannemer Dreck (Kurpfälzisch für Mannheimer Dreck; umgangssprachlich auch Monnemer Dreck) ist ein Makronengebäck aus Mannheim.
Der ungewöhnliche Name geht auf das Jahr 1822 bzw. 1838 zurück, als der Stadtamtsvorstand Herr von Jagemann eine Vorschrift erließ, die „Jedermann mit zwei Reichstalern Strafe belegte, der den im Hause gesammelten Kot mit Kehricht auf die Straße brachte“.
Ein findiger Bäcker backte daraufhin „Dreck“ aus Marzipan, Nelken, Haselnüssen und Mandeln zusammen und stellte ihn als Mannemer Dreck in sein Schaufenster.
Jede Mannheimer Traditionskonditorei stellt den Mannemer Dreck nach eigenem überlieferten Rezept her (z. B. die Konditoreien oder Cafés Herrdegen, Zorn, Mohrenköpfle, Wissenbach und Zeilfelder). Wenn man bedenkt, dass damals noch nicht einmal die Schokoladenkuvertüre erfunden war (1879), sind so manche „Originalrezepte“ wohl nicht mehr aktuell. Nur die Grundzusammensetzung ist wie folgt: Echter Mannemer Dreck besteht aus Nüssen, Zucker, Orangeat, Zitronat, Gewürzen und wird auf Oblaten gebacken sowie mit Schokolade überzogen.
Die Sängerin Joy Fleming setzte dem Gebäck 1972 mit ihrem Song „Mannemer Dreck“ ein musikalisches Denkmal. Der Autor Rainer Martin Mittl gab 2006 seinem ersten Kriminalroman den Titel „Mannheimer Dreck“. Der Begriff Dreck dürfte indes in erster Linie für die kriminellen Abgründe in dem Roman stehen.
[Bearbeiten] Weblinks
- Der echte „Mannemer Dreck“
- "Delikater Dreckhaufen" Artikel über den Mannemer Dreck mit Rezept auf Spiegel Online