Mannschaftskapitän

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Schäfer (l.) begrüßt als Spielführer der deutschen Nationalmannschaft den Schweden Gren vor dem Länderspiel am 20. November 1957 in Hannover

In vielen Mannschaftssportarten besitzt ein Spieler als Mannschaftskapitän (teilweise auch: Spielführer, Mannschaftsführer oder englisch Captain) eine herausragende Stellung im Spiel und in der Mannschaft. Dies betrifft formell in erster Linie die Möglichkeit, während des Spiels mit dem Schiedsrichter zu sprechen. In der Regel wird dieser Kapitän von den Mannschaftsmitgliedern gewählt oder vom Trainer bestimmt.

Er vertritt die Interessen der anderen Spieler seiner Mannschaft gegenüber dem Verein, dem Trainer und dem Schiedsrichter.

Eishockey[Bearbeiten]

Im Eishockey existieren während des Spiels neben dem Kapitän noch zwei Assistenten, die vertretungsweise die Kapitänsrechte ausüben dürfen. Der Kapitän muss genauso wie seine zwei Assistenten vor dem Spiel im Spielberichtsbogen vermerkt worden sein. Die Funktion des Kapitäns bzw. der Assistenten darf dabei nur von Feldspielern, nicht jedoch vom Torhüter ausgeübt werden. Im Eishockey besitzt ausschließlich der Kapitän und seine Assistenten das Recht, während der Spielunterbrechungen mit dem Schiedsrichter zu reden, wobei er für ein solches Gespräch als Spieler bereits auf dem Eis stehen muss, also nicht extra als zusätzlicher Spieler von der Auswechselbank kommen darf. Zu erkennen ist der Kapitän am Buchstaben C auf dem Spielertrikot bzw. im russischsprachigen Raum teilweise am kyrillischen K (К). Die Assistenten tragen ein A auf dem Trikot.

Fußball[Bearbeiten]

Beispiel einer Kapitänsbinde am linken Arm bei Alexander Zickler

Im Fußball ist der Kapitän – die offizielle Bezeichnung ist nach den deutschen Regeln „Spielführer" – an der Oberarmbinde zu erkennen. Vor dem Spielbeginn begrüßt er das Schiedsrichtergespann (bei unterklassigen Spielen nur den Schiedsrichter, weil die Schiedsrichterassistenten fehlen) sowie den gegnerischen Spielführer und nimmt an der Seitenwahl teil.

Oft wird die Position des Spielführers im Verhältnis zum Schiedsrichter falsch wiedergegeben. Die Regeln räumen dem Spielführer nicht mehr Rechte – z. B. Reklamationen − ein, als seinen Mannschaftskameraden. Im Gegenteil, er hat mehr Pflichten. So ist er Ansprechpartner für den Schiedsrichter, wenn es die Situation erfordert, z. B. um ein Fehlverhalten seiner Mannschaft oder auch der Anhänger abzustellen. Zitat aus den DFB-Fußballregeln 2011/2012: „Ein Spieler jeder Mannschaft ist der Spielführer. Er ist der Ansprechpartner des Schiedsrichters. Obwohl er für das Benehmen seiner Mannschaft verantwortlich ist, genießt er keine Sonderrechte.“

Scheidet er während des Spiels aus (Auswechslung, Verletzung, Ausschluss), so muss ein anderer Spieler zum Mannschaftskapitän ernannt werden, was formell durch das Anlegen der Oberarmbinde besiegelt wird.

Handball[Bearbeiten]

Bis zu den Regeländerungen am 1. August 2005 gab es auch im Handball einen Spielführer, der durch eine entsprechende Armbinde gekennzeichnet war. Die einzige Aufgabe des Spielführers war die Wahl / Auslosung vor Spielbeginn (Seitenwahl und Anwurf). Dies kann nun vor dem Spiel von einem Offiziellen oder beliebigen spielberechtigten Spieler wahrgenommen werden.

Quellen[Bearbeiten]