Manny Pacquiao

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Manny Pacquiao Boxer
Manny Pacquiao.jpg
Daten
Geburtsname Emmanuel Dapidran Pacquiao
Kampfname Pacman
Gewichtsklasse aktuell Weltergewicht
Nationalität Philippinisch
Geburtstag 17. Dezember 1978
Geburtsort Kibawe, Bukidnon, Philippinen
Stil Rechtsauslage
Größe 1,69 m
Kampfstatistik
Kämpfe 63
Siege 56
K.-o.-Siege 38
Niederlagen 5
Unentschieden 2

Manny Pacquiao (* 17. Dezember 1978 in Kibawe, Bukidnon auf den Philippinen, eigentlich Emmanuel Dapidran Pacquiao) ist ein philippinischer Profiboxer und Politiker. Pacquiao ist der erste und aktuell einzige Profiboxer in der Geschichte des weltweiten Boxsports, der in sieben Gewichtsklassen anerkannter Box-Weltmeister wurde, durch diese einzigartige Leistung wurde Pacquiao zum erfolgreichsten Boxer überhaupt.

Beginn der Profikarriere 1995[Bearbeiten]

Fliegengewicht[Bearbeiten]

Der Rechtsausleger Pacquiao wurde 1995 mit einer Amateurbilanz von 60-4 Profiboxer im Fliegengewicht. Mit seinem aggressiven Kampfstil und großer Schlagkraft wurde er schnell beliebt. Als Schwächen galten seine eigenen Nehmerfähigkeiten und seine Kondition. So verlor er 1996 in seinem zwölften Profikampf gegen seinen international unbekannten Landsmann Rustico Torrecampo durch KO in der dritten Runde.

Am 4. Dezember 1998 errang er in Phuttamonthon (Thailand) durch einen KO in der achten Runde über den thailändischen Titelverteidiger Chatchai Sasakul den World Boxing Council (WBC)-Weltmeistertitel im Fliegengewicht, was auch in den USA Aufmerksamkeit erregte. Sasakul galt nach seinen Kämpfen gegen den Russen Juri Arbatschakow als bester Boxer in dieser Gewichtsklasse und hatte bei seiner bis dahin einzigen Niederlage gegen Arbatschakow nur nach Punkten verloren.

Pacquiao hatte aber große Probleme, die Gewichtsklasse zu halten, was mit dazu beitrug, dass er 1999 seinen Titel überraschend durch KO in der dritten Runde an den Thailänder Medgoen Singsurat verlor.

Halbfedergewicht[Bearbeiten]

Im Anschluss stieg er ganze drei Gewichtsklassen, bis in das Halbfedergewicht, auf. Auch gegen den unbekannten Australier Nedal Hussein musste er im Jahre 2000 zu Boden, gewann am Ende aber durch technischen KO in der zehnten Runde, da der Kampf vom Ringrichter wegen einer blutenden Platzwunde über Husseins rechtem Auge abgebrochen wurde. Hussein fühlte sich benachteiligt, da das Anzählen bei dem Niederschlag zu lange gedauert hätte, ein von ihm geforderter Rückkampf wurde ihm jedoch verwehrt. Am 23. Juni 2001 kämpfte Pacquiao erstmals in den USA und gewann in Las Vegas den IBF-Weltmeistertitel im Halbfedergewicht gegen den Südafrikaner Lehlohonolo Ledwaba durch technischen KO in der sechsten Runde. Mit diesem spektakulären und in den USA live von HBO übertragenem Kampf etablierte er sich auch auf dem US-amerikanischen Markt. Er wurde anschließend vom bekannten Manager Shelly Finkel betreut und von Freddie Roach trainiert. Ein Titelvereinigungskampf mit dem WBO-Titelträger Agapito Sánchez endete im November 2001 nach verletzungsbedingtem Abbruch in der sechsten Runde mit einem Unentschieden. Der Kampf wurde auf Anraten des Ringarztes wegen einer Platzwunde über Pacquiaos rechtem Auge infolge eines unabsichtlichen Kopfstoßes beendet. Nach Auszählung der Punktwertungen lagen Pacquiao und Sánchez bei je einem Punktrichter vorn, der dritte Juror sah den Kampf bis zu diesem Zeitpunkt ausgeglichen.

Federgewicht[Bearbeiten]

Nach drei weiteren Titelverteidigungen legte er seinen IBF-Titel nieder und wechselte hoch ins Federgewicht. Dort schlug er in seinem ersten Kampf in dieser Klasse am 15. November 2003 überraschend den Mexikaner Marco Antonio Barrera durch technischen KO, nachdem Barreras Trainer in der elften Runde den Ring betrat und damit den Kampfabbruch auslöste. Barrera wurde zu diesem Zeitpunkt vom Ring Magazine als stärkster Federgewichtler bewertet. Aufgrund dieser Leistung bekam er schon in seinem nächsten Kampf die Chance, gegen den hoch eingeschätzten Juan Manuel Márquez, Titelträger der IBF und WBA im Federgewicht, im MGM Grand Hotel in Las Vegas anzutreten. Obwohl ihm im Kampf mehrere Niederschläge gelangen, erreichte er dabei nur ein Unentschieden, da er zum Ende des Kampfes konditionell einbrach.

Superfedergewicht[Bearbeiten]

Daraufhin stieg er in das Superfedergewicht auf und unterlag im März 2005 Erik Morales über zwölf Runden nach Punkten, seine erste Niederlage seit sechs Jahren. Im Januar 2006 kam es dann zum Rückkampf gegen den Mexikaner, den Pacquiao durch technischen KO in der zehnten Runde für sich entscheiden konnte. Dies war das erste Mal, dass Morales in seiner bis dahin 13-jährigen Profikarriere KO ging. Nach einem Punktsieg Pacquiaos über den langjährigen WBC-Titelträger im Halbfedergewicht Oscar Larios in Manila wurde eine dritte Begegnung mit Morales für den 18. November 2006 angesetzt. Diesmal konnte er sich noch deutlicher durchsetzen und gewann durch KO in der dritten Runde. Der Kampf wurde von 350.000 Kunden des TV-Senders HBO gekauft, erzielte 17,5 Millionen Dollar PPV-Einnahmen und gilt als lukrativster Kampf aller Zeiten unterhalb des Leichtgewichts.

Nach einem KO-Erfolg gegen den ungeschlagenen aber auch unbekannten Jorge Solís, abermals ein Mexikaner, kam es am 6. Oktober 2007 zum Rückkampf mit Marco Antonio Barrera. Pacquiao konnte sich über zwölf Runden klar nach Punkten durchsetzen. Durch den Sieg hatte er sich das Recht erkämpft, den WBC-Weltmeister herausfordern zu dürfen. Am 15. März 2008 trat er zu einem Rück- und Titelkampf gegen WBC-Weltmeister Juan Manuel Márquez an. Auch das zweite Duell zwischen Márquez und Pacquiao ging über die volle Distanz von zwölf Runden und wurde durch einen knappen, kontroversen Punktsieg für Pacquiao gewertet. Auch in diesem Kampf gelang Pacquiao ein Niederschlag, der aufgrund der knappen Punktwertungen den Kampf für ihn entschied.

Leichtgewicht[Bearbeiten]

Nach dem Sieg gegen Márquez wechselte Pacquiao in das Leichtgewicht, um schließlich am 28. Juni 2008 gegen den dortigen Titelträger der WBC David Díaz anzutreten. Diesen Kampf konnte Pacquiao durch einen schweren KO in der neunten Runde für sich entscheiden. Damit wurde er zugleich der erste asiatische Boxer, dem es gelang, Weltmeister in vier verschiedenen Gewichtsklassen zu werden. Am 6. Dezember 2008 kam es zu einem lukrativen Nichttitelkampf gegen die Boxlegende Óscar de la Hoya. Der Kampf gegen den circa zehn Zentimeter größeren de la Hoya fand im Weltergewicht statt (zwei Klassen über Leichtgewicht). Pacquiao war vor allem in der siebten und achten Runde derart überlegen, dass de la Hoya am Ende der achten Runde aufgab und seine Karriere beendete.

Seinen nächsten Kampf bestritt Manny Pacquiao am 2. Mai 2009 gegen den populären britischen Halbweltergewichtler Ricky Hatton. Der Kampf wurde im Vorfeld eigentlich als relativ ausgeglichen betrachtet, doch auch hier war Pacquiao deutlich überlegen und deklassierte den Briten. Er erzielte bereits in der ersten Runde zwei Niederschläge und beendete den Kampf schon in der zweiten Runde durch einen schweren KO.

Anschließend trat Pacquiao wiederum im Weltergewicht gegen den Puertoricaner Miguel Cotto an, der zu diesem Zeitpunkt den Weltmeistertitel der WBO in dieser Gewichtsklasse hielt. Pacquiao gewann den Kampf am 14. November 2009 durch technischen K.o. in der zwölften Runde.[1] Am 13. November 2010 konnte Pacquiao den vacanten Halbmittelgewichtstitel nach Version der WBC durch einen klaren Punktsieg über den zuvor hoch eingestuften und 11 cm größeren Mexikaner Antonio Margarito erringen.[2]

Weltergewicht[Bearbeiten]

Nach Pacquiaos Sieg gegen Cotto wurde über einen Kampf gegen Floyd Mayweather im März 2010 in Las Vegas verhandelt. Nach Streitigkeiten über die Aufteilung der Kampfbörse und insbesondere der Dopingkontrollen kam das Duell jedoch nicht zustande. Mayweather verlangte unangekündigte Blutproben durch die US-Antidopingagentur USADA, während Pacquiao sich gegen weniger als 30 Tage vor dem Kampf durchzuführende Blutproben weigerte. Auch Kompromissvorschläge von 14 bzw. 24 Tagen vor dem Kampf ohne Bluttests wurden von beiden Seiten jeweils nicht akzeptiert. Aufgrund der Weigerung Pacquiaos, dieser Art der Dopingkontrolle zuzustimmen, die im Profiboxen in den USA keine Pflicht sind, wurde ihm von Seiten Mayweathers die Einnahme leistungssteigernder Mittel unterstellt. Nach der Absage des Kampfes trat Pacquiao stattdessen am 13. März 2010 in Arlington gegen Joshua Clottey, ehemaliger IBF-Titelträger im Weltergewicht, an und besiegte den Ghanaer über zwölf Runden klar nach Punkten.

Superweltergewicht[Bearbeiten]

Am 13. November 2010 trat Pacquiao im Cowboys Stadium von Dallas in Texas an, erneut stieg er eine Gewichtsklasse in das Superweltergewicht (Halbmittelgewicht) auf. Sein Gegner war der durch einen Handbandagenskandal bekannt gewordene Mexikaner Antonio Margarito, es ging um den vakanten WBC Gürtel. Pacquaio gewann den Kampf vor 50.000 Zuschauern über 12 Runden einstimmig nach Punkten. Am 7. Mai 2011 verteidigte er seinen Titel durch einstimmigen Punktesieg über den ehemaligen Mehrfachweltmeister Shane Mosley. Der Kampf hätte beinahe nicht stattgefunden, denn wenige Stunden vor dem Kampf war Pacquiao in einen Verkehrsunfall verwickelt. Einer seiner Leibwächter konnte auf dem Weg von einem Gottesdienst ins Hotel nicht rechtzeitig bremsen und prallte auf das vor ihm fahrende Auto, in dem Pacquiao saß. Dieser gab jedoch schnell Entwarnung und trat zum Kampf an.

Rückkehr ins Weltergewicht[Bearbeiten]

Am 12. November 2011 traf er in einem Titelverteidigungskampf zum bereits dritten Mal gegen Juan Manuel Márquez in den Ring, der ins Weltergewicht aufgestiegen ist. Diesen Kampf gewann er in Las Vegas nur umstritten durch geteilte Punktentscheidung. Am 9. Juni 2012 verlor Pacquiao seinen WBO-Titel im MGM Grand Hotel in Las Vegas gegen Timothy Bradley nach 12 Runden per Entscheidung und verlor somit erstmals seinen Titel. Nach einer Neubewertung des Kampfes am 20. Juni 2012 stimmten die vom Weltverband WBO beauftragen fünf Punktrichter für Pacquiao und erklärten das Richterurteil vom 9. Juni 2012 für falsch. Zwar soll das Fehlurteil bestehen bleiben, stattdessen ist ein Rückkampf geplant. [3]Am 8. Dezember 2012 verlor er in seinem bereits vierten Duell gegen Juan Manuel Márquez überraschend und spektakulär durch K.o. in der sechsten Runde.

Am 23. November 2013 besiegte er Brandon Ríos (31-1) in Macao einstimmig nach Punkten. Am 14. April 2014 besiegte er auch Timothy Bradley (31-0) einstimmig und wurde so wieder WBO-Weltmeister.

Weltmeistertitel in 7 Gewichtsklassen[Bearbeiten]

  • Fliegengewicht (50,802 kg): 4. Dezember 1998: WBC-Weltmeister (1 Titelverteidigung)
  • Superbantamgewicht (55,225 kg): 23. Juni 2001: IBF-Weltmeister (4 Titelverteidigungen)
  • Superfedergewicht (58,967 kg): 15. März 2008: WBC-Weltmeister (Titel niedergelegt)
  • Leichtgewicht (61,235 kg): 28. Juni 2008: WBC-Weltmeister (Titel niedergelegt)
  • Superleichtgewicht (63,503 kg): 2. Mai 2009: IBO-Weltmeister (Titel niedergelegt)
  • Weltergewicht (66,678 kg): 14. November 2009: WBO-Weltmeister (4 Titelverteidigungen)
  • Superweltergewicht (69,853 kg): 13. November 2010: WBC-Weltmeister (Titel niedergelegt)
  • Weltergewicht (66,678 kg): 14. April 2014: WBO-Weltmeister

Die Computerranglisten von The Ring und BoxRec führten ihn zeitweise als besten Boxer der Gegenwart, ungeachtet der Gewichtsklassen. [4]

Auszeichnungen

  • Ring Magazine Boxer des Jahres: 2006, 2008, 2009
  • World Boxing Hall of Fame Boxer des Jahres: 2007
  • Boxing Writers Association of America Boxer des Jahres: 2006, 2008, 2009
  • ESPN Boxer des Jahres: 2006, 2008, 2009
  • Ring Magazine-Weltmeistergürtel im Feder und Halbweltergewicht, als anerkannt bester Boxer dieser Gewichtsklassen
Vorgänger Amt Nachfolger
Chatchai Sasakul Boxweltmeister im Fliegengewicht (WBC)
4. Dezember 1998 – 17. September 1999
Medgoen Singsurat
Lehlohonolo Ledwaba Boxweltmeister im Superbantamgewicht (IBF)
23. Juni 2001 – 2003
vakant
Israel Vázquez
Juan Manuel Márquez Boxweltmeister im Superfedergewicht (WBC)
15. März 2008 – Dezember 2008
Humberto Soto
David Díaz Boxweltmeister im Leichtgewicht (WBC)
28. Juni 2008 – 24. Februar 2009
Edwin Valero
Miguel Cotto Boxweltmeister im Weltergewicht (WBO)
14. November 2009 – 9. Juni 2012
Timothy Bradley
Sergio Gabriel Martínez Boxweltmeister im Halbmittelgewicht (WBC)
13. November 2010 - Februar 2011
vakant
Saúl Álvarez
Timothy Bradley Boxweltmeister im Weltergewicht (WBO)
14. April 2014 - aktuell
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Politische Karriere[Bearbeiten]

Im Mai 2010 gewann Pacquiao die Kongresswahlen in der Provinz Sarangani und wurde daraufhin deren Regierungschef.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPhilippine Pacquiao schreibt Box-Geschichte. In: spox.com. 15. November 2009, abgerufen am 6. Januar 2010.
  2. spox.com: Pacquiao baut Titelrekord aus vom 14. November 2010(gesichtet 21. Juni 2011)
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBoxen - Profis: Nach Skandalurteil: Punktrichter stimmen für Pacquiao. In: sueddeutsche.de. 21. Juni 2012, abgerufen am 21. Juni 2012.
  4. http://www.bild.de/sport/2012/sportler/topverdiener-des-jahres-2012-27511792.bild.html
  5. Box-Weltmeister Pacquiao in den Kongress gewählt, Focus 11. Mai 2010 (abgerufen 16. Mai 2010)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Manny Pacquiao – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien