Manolo Saiz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Manolo Saiz, Giro d’Italia 2005

Manuel Saiz Balbás (* 16. Oktober 1959 in Torrelavega, Spanien) ist ein ehemaliger Manager des spanischen Radsportteams Liberty Seguros-Würth ehemals ONCE. Unter dem Namen "Active Bay" betrieb er zusammen mit Pablo Anton das Team.

Saiz ist bekannt für seine modernen Management-Methoden. Obwohl er niemals Radprofi war, machte er ONCE zu einem der besten Radsportteams der Welt. Viele seiner Fahrer wie Alex Zülle, Roberto Heras und Laurent Jalabert wurden zu erfolgreichen Rad-Rennfahrern. Manolo Saiz galt als einer der einflussreichsten und mächtigsten Männer des Radsports.

ONCE[Bearbeiten]

Die größten Erfolge konnte Manolo Saiz in den neunziger Jahren sammeln. Alleine von 1995 bis 1997 konnten Zülle und Jalabert zusammen dreimal in Folge die Vuelta a Espana gewinnen. Einen Tour-Sieger konnte er aber nie formen. Während in den Neunzigern Zülle, Jalabert und Abraham Olano die Aushängeschilder waren, so kamen nach ihnen Igor González de Galdeano und Joseba Beloki, der es unter Saiz dreimal aufs Podium bei der Tour de France schaffte. Auch Jörg Jaksche, der beim Team Telekom keine besonders gute Zeit hatte, gehörte dem Team an und blühte unter Saiz auf. Ende 2003 kündigte die Blindenlotteriegesellschaft ONCE an, dass sie aus dem Radsport aussteigen würden.

Liberty Seguros[Bearbeiten]

Nachfolger als Hauptsponsor wurde die Versicherungsgesellschaft "Liberty Seguros". Hinzu kam mit Roberto Heras der ehemalige Edelhelfer von Lance Armstrong und zweifache Gewinner der Vuelta. Nun sollte es Saiz doch endlich gelingen, einen Tour-Sieger zu präsentieren. Während Heras bei der Tour de France enttäuschte, konnte er zumindest die Vuelta gewinnen und somit konnte Manolo Saiz nach sieben Jahren endlich wieder einen großen Sieg feiern. Im Jahr 2005 präsentierte Manolo Saiz mit dem deutschen Unternehmen Würth einen Co-Sponsor. Das Team trug nun den Namen "Liberty Seguros-Würth". Das Jahr 2005 ähnelte sportlich dem vorherigen. Erneut enttäuschte man bei der Tour de France und erneut konnte Roberto Heras alles wieder gut machen, als er die Vuelta gewinnen konnte. Das Vorurteil gegenüber Saiz, dass er nicht fähig sei einen Tour-Sieger zu schaffen, blieb damit weiter bestehen. Aber er schaffte es doch ein Team zu formen, das eine dreiwöchige Rundfahrt gewinnen kann. Roberto Heras wurde durch seinen vierten Vuelta-Sieg zum Rekordhalter.

Schattenseiten[Bearbeiten]

Doch wenige Wochen nach dem Triumph von Roberto Heras kam die Nachricht, dass eine Dopingprobe von ihm positiv sei. Manolo Saiz suspendierte, wie das im Radsport üblich ist, Roberto Heras, erklärte aber, voll hinter ihm zu stehen und an seine Unschuld zu glauben. Noch bevor die B-Probe geöffnet wurde, zweifelte man das Ergebnis des Labors an und sprach von unzuverlässigen Methoden, die Proben zu untersuchen. Die B-Probe war ebenfalls positiv, und Manolo Saiz musste Roberto Heras entlassen, der seinen vierten Vuelta-Erfolg an Denis Menschow verlor.

Erfolgreicher Wiederbeginn[Bearbeiten]

Durch den Dopingfall Heras hatte der bisher als sehr sauber geltende spanische Radsport einen Imageschaden erlitten. Doch Saiz wollte durch Erfolge wieder positiv in die Schlagzeilen geraten. Als neuer Leader kam Anfang 2006 Alexander Winokurow, der nun alleiniger Kapitän von Liberty Seguros-Würth war. Doch es waren zu Beginn der Saison andere, die glänzten. So kam Jörg Jaksche bei Tirreno-Adriatico auf Platz 2, Alberto Contador verpasste knapp den Sieg bei der Baskenland-Rundfahrt und beide zusammen kamen bei der Tour de Romandie auf die Plätze 2 und 4. Hinzu kam noch ein Etappensieg bei Paris-Nizza durch Andrei Kaschetschkin. Manolo Saiz konnte durchaus zufrieden mit dem Frühjahr sein.

Dopingskandal Fuentes[Bearbeiten]

Während des Giro d’Italia im Mai 2006 wurde Manolo Saiz bei einer Razzia in Madrid von der spanischen Polizei festgenommen. Zu dem Zeitpunkt war er bei dem Sportmediziner seines Teams, Eufemiano Fuentes, gewesen. Mit im Gepäck hatte Saiz 60.000 Euro, die sehr wahrscheinlich zum Kauf von Dopingmitteln gedacht waren. Bei der Razzia wurden bei Fuentes hunderte Blutbeutel und unzählige Dopingmittel beschlagnahmt sowie eine Liste mit Codenamen, die die Liste der "Kunden" von Fuentes sein soll. Fuentes muss viele Fahrer des Teams "Liberty Seguros" ausreichend mit Dopingmitteln und angereichertem Blut versorgt haben. Bereits seit Februar hatte man im Zuge der sogenannten "Operation Puerto" Telefone abgehört und das Labor von Fuentes per Kamera überwacht. Der Hauptsponsor "Liberty Seguros" stellte umgehend sein Engagement ein. Am 3. Juni wurde bekannt gegeben, dass ein kasachisches Konsortium mit dem Namen "Astana" neuer Hauptsponsor wird. Alexander Winokurow hatte Beziehungen in seine Heimat spielen lassen, um einen neuen Geldgeber für das Team zu finden. Damit das Team unter neuen Namen starten konnte, musste die ProTour-Lizenz neu erteilt werden und damit es nicht zu Problemen auf Grund seiner Verwicklungen in den Dopingskandal kam, trat Manolo Saiz als Manager des Teams zurück und legte seine weiteren Ämter in diversen internationalen Gremien nieder. Allerdings war er weiterhin zusammen mit dem Manager des Teams, Pablo Anton, Teilhaber an der Gesellschaft "Active Bay", die das Team betrieb. Es gab mündliche Absprachen zwischen Anton, Saiz und Alexander Winokurow gegeben haben, dass Winokurow zusammen mit dem Hauptsponsor die Gesellschaft aufkauft, um unter dem Namen "Team Astana" an Rennen teilzunehmen. Doch dazu kam es nicht. Der Großteil der Fahrer des ehemaligen Teams Liberty Seguros wurde in eine neue Betreibergesellschaft übernommen, die mit Schweizer Lizenz durch den Luxemburger Marc Biver geleitet wird.