Mansfeld

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Mansfeld. Andere Bedeutungen siehe unter Mansfeld (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mansfeld
Mansfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Mansfeld hervorgehoben
51.59416666666711.454722222222255Koordinaten: 51° 36′ N, 11° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Mansfeld-Südharz
Höhe: 255 m ü. NHN
Fläche: 143,78 km²
Einwohner: 9327 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06343
Vorwahlen: 034782, 03476 (Großörner), 034772 (Annarode), 034775 (Ritzgerode), 034779 (Abberode)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MSH, EIL, HET, ML, SGH
Gemeindeschlüssel: 15 0 87 275
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lutherstraße 9
06343 Mansfeld
Webpräsenz: www.mansfeld.eu
Bürgermeister: Gustav Voigt (Freie Wähler)
Lage der Stadt Mansfeld im Landkreis Mansfeld-Südharz
Salzlandkreis Landkreis Harz Saalekreis Thüringen Sachsen-Anhalt Gerbstedt Allstedt Seegebiet Mansfelder Land Südharz Ahlsdorf Benndorf Blankenheim Bornstedt Helbra Hergisdorf Klostermansfeld Wimmelburg Lutherstadt Eisleben Hettstedt Mansfeld Sangerhausen Sangerhausen Berga (Kyffhäuser) Brücken-Hackpfüffel Edersleben Kelbra (Kyffhäuser) Wallhausen ArnsteinKarte
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Mansfeld ist eine Stadt im Landkreis Mansfeld-Südharz, Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie trägt den Namenszusatz Lutherstadt (Mansfeld-Lutherstadt), der darauf beruht, dass der Reformator Martin Luther einen Großteil seiner Kindheit im Ort verbrachte.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Mansfeld liegt im östlichen Harzvorland, etwa 35 km nordwestlich von Halle (Saale). Das Gebiet der Gemarkung Mansfeld umfasst das Tal der Wipper, einige Seitentäler, die sich nach Westen zur Wipper öffnen, sowie die Bergrücken zwischen den Tälern, die durchschnittliche Höhen von 300 bis 350 m ü. NN erreichen und bereits zum Unterharz gehören.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Arnstein und Ritterode im Norden, Hettstedt, Gerbstedt, Klostermansfeld, Benndorf und Ahlsdorf im Osten, Hergisdorf, Allstedt und Sangerhausen im Süden; und Harzgerode sowie Falkenstein/Harz (beide Landkreis Harz) im Westen.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm[2]

Die durchschnittlich Lufttemperatur in Vatterode-Gräfenstuhl beträgt 8,2 °C, der jährliche Niederschlag 510 Millimeter.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Mansfeld gehören die Kernstadt mit den Stadtteilen Mansfeld, Kajendorf (Stadtteil von Leimbach) und Leimbach sowie die folgenden Ortschaften:

Ortschaft Einwohner Ortsteile
Abberode Annarode Biesenrode Braunschwende Friesdorf Gorenzen Großörner Hermerode Möllendorf Molmerswende Piskaborn Ritzgerode Siebigerode Vatterode MansfeldDistricts of Mansfeld.svg
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Die Ortschaften von Mansfeld
(anklickbare Karte)
Abberode 341 Abberode, Steinbrücken und Tilkerode
Annarode 476 Annarode
Biesenrode 404 Biesenrode und Saurasen
Braunschwende 511 Braunschwende
Friesdorf 318 Friesdorf und Rammelburg
Gorenzen 327 Baumrode und Gorenzen
Großörner 1932 Großörner
Hermerode 109 Hermerode
Mansfeld 3168 Leimbach, Mansfeld und Rödgen
Möllendorf 283 Blumerode und Möllendorf
Molmerswende 256 Horbeck, Leinemühle und Molmerswende
Piskaborn 251 Piskaborn und Wimmelrode
Ritzgerode 81 Ritzgerode
Siebigerode 587 Siebigerode
Vatterode 627 Gräfenstuhl und Vatterode
Insgesamt 10083

Geschichte[Bearbeiten]

Mansfeld, Kupferstich um 1650

1400 erhielt Mansfeld Stadtrechte. Die Entwicklung des Ortes bestimmte die Kupfer- und Silbergewinnung in Hütten. Seit 1996 trägt die Stadt den Beinamen „Lutherstadt“. Der Vater von Martin Luther, Hans Luder, siedelte sich 1484 als Hüttenmeister an. Luther verlebte im Ort seine Kindheit und besuchte 1488 bis 1496 die Schule, deren Standort urkundlich belegt ist. Das Gebäude „Luthers Schule“ wurde aufgrund baulicher Mängel abgerissen und 2000 neu aufgebaut. Im Elternhaus von Martin Luther befindet sich ein Museum. In der bereits 1497 vorhandenen St. Georgskirche war Luther Ministrant.

Nach dem Tod des letzten Grafen von Mansfeld 1780 ging die Stadt zusammen mit dem übrigen preußischen Anteil der Grafschaft an das brandenburg-preußische Herzogtum Magdeburg. Die Stadt Mansfeld unterstand als sogenannte Immediatstadt direkt der Regierung des Herzogtums in Magdeburg. Die damals noch selbständige Stadt Leimbach war eine Mediatstadt und gehörte ebenfalls zum Herzogtum. 1807 ordnete Napoleon Mansfeld dem Königreich Westphalen seines Bruders Jérôme zu. Die Stadt gehörte seitdem zum Distrikt Halle im Saale-Departement. Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Mansfelder Seekreis im Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet, dem die Stadt Mansfeld zugeordnet wurde. Das Landratsamt des Mansfelder Seekreises war seitdem in Eisleben, welches ursprünglich zum sächsischen Teil der Grafschaft Mansfeld gehörte.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde im Gasthaus „Schloß Mansfeld“ des Ortsteiles Leimbach ein Arbeitslager für 100 süddeutsche sogenannte Halbjuden eingerichtet, die Zwangsarbeit verrichten mussten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Stadt Leimbach wurde 1950 eingegliedert.[3] Im Jahr 2005 wurden acht Gemeinden in die Stadt Mansfeld eingegliedert.[4] Mit diesen Eingemeindungen hat Mansfeld seine Fläche fast versiebenfacht, die Einwohnerzahl annähernd verdreifacht. Im Jahr 2009 folgten weitere sechs Gemeinden.[5]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Abberode 6. März 2009
Annarode 1. Januar 2005
Biesenrode 1. Januar 2005
Blumerode 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Möllendorf
Braunschwende 6. März 2009
Friesdorf 6. März 2009
Gorenzen 1. Januar 2005
Gräfenstuhl 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Vatterode
Großörner 1. Januar 2005
Hermerode 6. März 2009
Leimbach 1. Juli 1950
Möllendorf 1. Januar 2005
Molmerswende 6. März 2009
Piskaborn 1. Januar 2005
Rammelburg 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Friesdorf
Ritzgerode 6. März 2009
Siebigerode 1. Januar 2005
Steinbrücken 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Abberode
Tilkerode 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Abberode
Vatterode 1. Januar 2005
Wimmelrode 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Piskaborn

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Mansfeld besteht seit der Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 aus 20 Mitgliedern und dem getrennt gewählten Bürgermeister. Die Sitze sind wie folgt auf die einzelnen Listen und Parteien verteilt:[6]

Partei / Liste Sitze
CDU 5
Linke 2
SPD 4
Wählergruppen 8
Einzelbewerber 1
Gesamt 20

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot linkshin gewendet der heilige Georg in goldener Rüstung auf einem golden gezäumten Schimmel, mit dem mit gold-schwarzer Kreuzfahne bewimpelten Spieß einen geflügelten grünen Drachen durchbohrend.“

Das Wappen wurde in seiner jetzigen Form vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Siebigerode für einen unbekannten Polen, der als Kriegsgefangener oder nach Deutschland verschleppter Zivilarbeiter ein Opfer von Zwangsarbeit wurde
  • Denkmal von 1982 an der Sekundarschule „Martin Luther“ am Kastanienweg zur Erinnerung an den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde
  • Denkmal für die Gefallenen zweier Weltkriege im Ortsteil Leimbach

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Schloss auf den Stadtkern
  • Lutherschule
  • Lutherhaus
  • Lutherbrunnen
  • Schloss Mansfeld
  • Siechenhaus/Johanniterhaus
  • St.-Georg-Kirche
  • Mansfeldbahn
  • Historische Gaststätte „Zur guten Quelle“ seit 1430 - einer der ältesten Gasthöfe Deutschlands

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Haltepunkt am Westrand von Mansfeld

Es besteht eine Bahnverbindung mit der Wipperliese nach Klostermansfeld und Wippra.

Mansfeld liegt im Schnittpunkt der folgenden Bundesstraßen: B 242, B 180 und B 86.

Seit dem 13. Dezember 2009[7] verkehrt der Landesbus 420 zwischen Eisleben und Hettstedt über Mansfeld.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Krumhaar: Versuch einer Geschichte von Schloß und Stadt Mansfeld. Mansfeld 1869 (Digitalisat)
  • Katrin Bohley: Mansfeld-Lutherstadt. Hasenverlag, Halle/Saale, 2013. 128 S. mit zahlreichen Abbildungen. – Band 3 der Reihe: Reichtum der Provinz – Städte in Mitteldeutschland. – ISBN 978-3-939468-79-0.
  • August Hermann Hugo Becker: Stadt und Burg Mansfeld zur Zeit der Reformation. Eine volkstümliche Festschrift zur 500jährigen Jubelfeier der St. Georgenkirche zu Mansfeld. Mit Vorwort von Hofprediger D. Faber. Druck und Verlag von Fr. Hohenstein's Buchdruckerei und Buchhandlung, Mansfeld 1897.
  • Heimatskunde von Mansfeld und Umgegend. Ein Lern- und Lesebuch für die Schulen. Bearbeitet von Gustav Walther. Zweite, orthographisch und inhaltlich umgestaltete Auflage. Mansfeld, Druck und Verlag von Fr. Hohenstein. 1881 [Neudruck 2012].
  • Adolf Dieckmeyer: Mansfeld als Lutherstadt. Hettstedt 1935.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mansfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961-1990
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  6. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Kommunalwahlen 2014
  7. Busse von Eisleben nach Aschersleben und Hettstedt jetzt im Landesnetz