Manuel Isidoro Belzu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Manuel Isidoro Belzu

Manuel Isidoro Belzu Humerez (* 14. April 1808 in La Paz, Bolivien; † 23. März 1865 in La Paz) war ein bolivianischer Politiker und der 14. Präsident seines Landes (Regierungszeit vom 6. Dezember 1848 bis zum 15. August 1855).

Leben[Bearbeiten]

Manuel Isidoro Belzu (sein Zuname wird auch manchmal Belzú geschrieben) wurde in bescheidenen Verhältnissen geboren. Er genoss eine Grundschulausbildung bei Franziskanermönchen in La Paz, floh aber von dort, um sich 1823 dem Heer von Andrés de Santa Cruz anzuschließen. Bald darauf wurde er Adjutant des Generals Agustín Gamarra. Er trat aus dem peruanischen Heer aus, als dieses in Bolivien einmarschierte. Später wurde er strafversetzt nach Tarija, wo er die argentinische Schriftstellerin Juana Manuela Gorriti heiratete, mit der er zwei Töchter hatte: Edelmira und Mercedes.

Als Militär tat er sich in verschiedenen Schlachten der südamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung hervor, weswegen er rasch bis zum Rang eines Oberst aufstieg. Zunächst mit José Ballivián (später Präsident Boliviens von 1841 bis 1847) befreundet, überwarf er sich mit diesem, als er vermutete, dass dieser ein Verhältnis mit seiner Frau habe, und unternahm einen missglückten Anschlag auf dessen Leben in Oruro, was zu einer lebenslangen Feindschaft zwischen den beiden zukünftigen Machthabern Boliviens führen sollte, unter anderem Beteiligung am Staatsstreich von 1847, der Ballivián entmachtete. Unter dem nächsten Kurzzeitpräsidenten José Miguel Velasco (Regierungszeit = Januar bis Dezember 1848) wurde Belzu Kriegsminister; doch auch ihn bekämpfte er schließlich, schlug ihn in der Schlacht von Yamparáez und erhob sich selbst zum Staatspräsidenten.

Von der Masse, insbesondere der indigenen Bevölkerung, fast wie ein mythischer Held verehrt (man nannte ihn Tata Belzú, also ‚Väterchen Belzú‘), wurde er zwei Jahre später in einer konstitutionellen Wahl in seinem Amt bestätigt. 1855 dankte er jedoch ab, nachdem es unzählige Aufstände und interne Auseinandersetzungen gegeben hatte; unter anderem war er bei einem vom späteren Präsidenten Agustín Morales angezettelten Attentat in Sucre schwer verletzt worden. Sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn, Jorge Córdova (Regierungszeit 1855–1857).

Danach reiste Belzu auf diversen diplomatischen Missionen durch Europa, von wo er 1865 in sein Land zurückkehrte. Die Bevölkerung von La Paz wollte ihn wiederum zum Präsidenten machen; er besiegte auch seinen Gegner, General Mariano Melgarejo (Staatspräsident 1864–1871), militärisch und zog siegreich in La Paz ein, doch mitten während des triumphalen Empfangs wurde er von Melgarejo auf den Stufen des Regierungspalasts am 23. März 1865 ermordet.

Politische Einstellung[Bearbeiten]

Belzu vertrat eine populistische und protektionistische Politik, was ihm Feindschaft von Seiten Großbritanniens eintrug, da er das einheimische Handwerk unterstützte und Bergwerke wieder verstaatlichte. Unter ihm wurde auch die Chininproduktion des Landes gefördert. Vieles an seiner "volksfreundlichen" Regierung erschöpfte sich jedoch in rhetorischen Floskeln; die meiste Zeit regierte er mit quasi diktatorischen Vollmachten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
José Miguel de Velasco Franco Präsident von Bolivien
18481855
Jorge Córdova