Manus (Insel)

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Manus
NASA-Landsat-Bild von Manus
NASA-Landsat-Bild von Manus
Gewässer Bismarcksee
Inselgruppe Admiralitätsinseln
Geographische Lage 2° 5′ S, 146° 56′ O-2.0869444444444146.94027777778720Koordinaten: 2° 5′ S, 146° 56′ O
Manus (Papua-Neuguinea)
Manus
Länge 100 km
Breite 30 km
Fläche 2100 km²
Höchste Erhebung Mount Dremsel
720 m
Einwohner 33.000
16 Einw./km²
Hauptort Lorengau
Topographische Karte der Admiralitätsinseln mit Manus
Topographische Karte der Admiralitätsinseln mit Manus

Manus (auf alten Karten nach dem auf der Insel gelegenen Vulkan auch Taui genannt oder deutsch Große Admiralitätsinsel[1]) ist eine Insel im Norden von Papua-Neuguinea und gehört zur Provinz Manus. Manus ist die größte der Admiralitätsinseln und die fünftgrößte Insel Papua-Neuguineas. Die Insel ist 100 km lang und 30 km breit. Manus ist mit dichtem Dschungel bewaldet, der höchste Punkt der Insel ist mit 720 m der Mount Dremsel. Auf der Insel leben 33.000 Menschen. Die Hauptstadt der Provinz Manus, Lorengau, befindet sich auf der Insel Manus. Eine Brücke verbindet den Momote Airport auf den vorgelagerten Los-Negros-Inseln mit der Hauptinsel und der Stadt Lorengau.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel Manus wurde 1529 vom spanischen Seefahrer und Kaufmann Alvaro de Saavedra für den europäischen Kulturkreis entdeckt und Uray la Grande genannt. Von 1885 bis 1899 gehörte Manus zum Deutschen Schutzgebiet und von 1899 bis 1914 zur Kolonie Deutsch-Neuguinea. 1914 wurde die Insel von australischen Truppen erobert und nach dem Krieg als Mandat des Völkerbundes von Australien verwaltet. Nach der Eroberung 1942 richtete Japan eine Militärbasis auf Manus ein, die 1944 von den Streitkräften der Vereinigten Staaten erobert wurde. Eine Nachschubbasis der USA für die britische Pazifikflotte existierte bis über das Ende des Krieges hinaus auf der Insel.

Ab 1949 gehörte die Insel Manus zu dem von Australien verwalteten UN-Treuhandgebiet Territorium Papua und Neuguinea. 1950 und 1951 hielt das australische Militär die letzten Prozesse gegen japanische Kriegsverbrecher der Kategorie B und C auf der Insel ab. Diese war als Gerichtsort ausgewählt worden, weil sie der Japan am nächsten liegende Teil australischen Territoriums war. Die japanischen Gefangenen wurden 1953 ins Sugamo-Gefängnis von Tokio überstellt.

Die US-amerikanische Anthropologin und Ethnologin Margaret Mead lebte vor und nach dem Zweiten Weltkrieg auf Manus und lieferte in ihrem Buch Growing up in New Guinea einen detaillierten Forschungsbericht über die Lebensgewohnheiten der Kinder auf Manus und ihr Denken im Vergleich mit dem Denken westlicher Kinder.[2]

Seit 1975 ist die Insel Manus Teil des unabhängigen Staates Papua-Neuguinea. 2001 wurde auf Manus die Hafteinrichtung Manus Detention Centre, ein Internierungslager für Asylsuchende, eingerichtet. Dieses Auffanglager war Teil der australischen „Pazifischen Lösung“, eines Konzepts, das Flüchtlinge davon abhalten sollte, australisches Territorium zu betreten. Der letzte Insasse des Lagers war Aladdin Sisalem, der von Juli 2003 an in Einzelhaft auf Manus festgehalten wurde, bis er schließlich 2004 in Australien Asyl erhielt.[3]

Im August 2012 kündigte die australische Ministerpräsidentin Julia Gillard mit der Wiederaufnahme der Ausweisung von Bootsflüchtlingen auch nach Manus eine neuerliche Kehrtwende in der australischen Flüchtlingspolitik an.[4]

Tourismus[Bearbeiten]

Manus wird von Zeit zu Zeit von Kreuzfahrtschiffen angelaufen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Margaret Mead: Jugend und Sexualität in primitiven Gesellschaften. Band 2: Kindheit und Jugend in Neuguinea. 4. Auflage. München 1979, ISBN 3-423-04033-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Manus (Insel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Koloniallexikon. Band 2: H – O. Quelle & Meyer, Leipzig 1920, S. 501 f.
  2. Margaret Mead: Jugend und Sexualität in primitiven Gesellschaften. Band 2: Kindheit und Jugend in Neuguinea. 4. Auflage. München 1979, ISBN 3-423-04033-5.
  3. Sarah Stephen: Manus Island's last prisoner denied justice. In: Green Left Weekly. Sydney 22. Oktober 2003, abgerufen 29. Januar 2007.
  4. Australia plans to send refugees offshore for processing. In: The Guardian. 13. August 2012, abgerufen am 14. August 2012.