Mapungubwe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mapungubwe-Hügel

Mapungubwe ist eine Ausgrabungsstätte bei Musina in der südafrikanischen Provinz Limpopo. Auf dem seit 1933 ausgegrabenen Hügel wurden Königsgräber gefunden, in den unteren Bereichen Reste einer Stadt.

Erste Ansiedlungen von Bauern am Limpopo datieren ungefähr um das Jahr 900, etwa der als Schroda bekannte Ort. Nach Forschungsergebnissen der Universität Pretoria bestand Mapungubwe etwa in der Zeit zwischen 1030 und 1290. Es entstand als Erweiterung der am etwas nördlich gelegenen Bambandyanalo Hill gefundenen Siedlung (auch unter dem Namen K 2 bekannt). Mit dem Niedergang von Mapungubwe aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen begann der Aufstieg des Reiches von Groß-Simbabwe.

Nur etwa 70 Jahre lang war die Hügelkuppe besiedelt. Die Ausgrabungen legen nahe, dass dort die Herrscher und ihre Soldaten lebten und von den in den unteren Bereichen lebenden Bauern ernährt wurden. Dies wäre der früheste Nachweis einer Klassengesellschaft im südlichen Afrika. In dieser Zeit wird die Gesamtzahl der Personen, die mit der Herrschaft in Mapungubwe verbunden waren, auf 9000 geschätzt, davon 3000–5000 in der Stadt.

Die gefundenen Artefakte sind Glasperlen, Porzellan, Elfenbein, Kupfer und Gold. Viele von ihnen deuten auf intensive Handelsbeziehungen mit der afrikanischen Ostküste hin. Sie werden in Pretoria aufbewahrt, im Museum im nahen Musina sind Replikate ausgestellt. Bekanntestes Fundstück ist wohl ein aus Holz geschnitztes, mit Goldfolie überzogenes Rhinozeros.

Seit 2003 sind die archäologischen Fundstätten und die umgebende Landschaft UNESCO-Weltkulturerbe, außerdem haben sie den Status eines Nationalparks (siehe Mapungubwe-Nationalpark). Der Name Mapungubwe bedeutet ‚Ort des Steins der Weisheit'.

Bedrohung durch Kohlebergwerk[Bearbeiten]

Die südafrikanische Regierung genehmigte im Jahre 2011 den Bau eines Kohlebergwerks in der unmittelbaren Umgebeung der Welterbestätte und des Nationalparks. Gegner befürchteten für die Zeit nach Fertigstellung des Bergwerks Belastungen durch Staubentwicklung für Tier- und Pflanzenwelt sowie eine Verseuchung des Trinkwassers. Ferner befürchteten sie den Bau von Kohlekraftwerken und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Lkw-Verkehr. Der Weiterbau des Bergwerks wurde Ende 2011 durch das Umweltministerium Südafrikas gestoppt.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fluch und Segen des schwarzen Goldes in FAZ vom 29. Dezember 2011, Seite 14

-22.20916666666729.922222222222Koordinaten: 22° 13′ S, 29° 55′ O