Maradi

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13.57.1Koordinaten: 13° 30′ N, 7° 6′ O

Gemeindeverbund Maradi
Gemeindeverbund Maradi (Niger)
Gemeindeverbund Maradi
Gemeindeverbund Maradi
Basisdaten
Staat Niger
Region Maradi
Departement Madarounfa
Einwohner 200.015 (2010)
ISO 3166-2 NE-4
Webauftritt www.communemaradi.org (französisch)

Maradi ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region Maradi in Niger. Sie ist mit rund 200.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes nach Niamey und Zinder.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Die Stadt liegt im Süden des Landes nahe der nigerianischen Grenze und befindet sich am Übergang der Großlandschaft Sudan zur Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Tibiri im Norden, Djiratawa im Osten, Safo im Süden und Sarkin Yamma im Westen. Maradi ist ein Gemeindeverbund (französisch: communauté urbaine) aus drei Stadtgemeinden (französisch: communes urbaines): Maradi I, Maradi II und Maradi III. Diese sind wiederum in insgesamt 15 Stadtviertel gegliedert: Bozou Dan Zambadi, Mazadou Djika, Soura Bildi und Zaria I in Maradi I, Bagalam, Makoyo, Sabon Gari I, Sabon Gari II und Zaria II in Maradi II sowie Ali Dan Sofo, Assao, Gourja, Dan Goulbi, Maradaoua und Yandaka in Maradi III.[1]

[Bearbeiten] Geschichte

Maradi wurde um das Jahr 1790 von einem Animisten namens Barki gegründet. Um 1820 siedelte sich eine weitere Gruppe Animisten aus Katsina im Ort an. Deren religiöser Anführer Gomki hatte am Hof des Herrschers von Katsina den Titel maradi getragen, der als Name der neuen Siedlung übernommen wurde. Als die Fulbe den Hausa-Staat Katsina 1812 endgültig erobert hatten, wurde Maradi zum Ziel von Flüchtlingen aus Katsina, musste sich aber zunächst auch der Herrschaft der Fulbe unterordnen. 1819 wurde der Fulbe-Statthalter in Maradi bei einer Revolte getötet. Den Fulbe misslang es in mehreren Schlachten die Kontrolle über den Ort wiederzuerlangen. In Maradi bildete sich in weiterer Folge ein von Katsina unabhängiger Staat heraus, der das Erbe der Hausa-Tradition Katsinas antrat.

Doch 1835 verloren Maradi und seine Verbündeten gegen Katsina die entscheidende Schlacht von Dakourawa, heute ein Dorf im Gemeindegebiet von Ourno. Maradi musste sich Zamdam unterordnen, einem kleinen Vasallenstaat Katsinas. Die folgenden Jahrzehnte waren von zahlreichen erfolglosen Versuchen geprägt, die Oberherrschaft der Fulbe militärisch zu brechen. Doch während die Bedeutung Katsinas langsam sank, entwickelte sich Maradi bis etwa 1880 zu einem wichtigen Handelszentrum, das zahlreiche Zuwanderer anzog und eine Stadtbefestigung erhielt. 1893 verlor Moussignaoua, der damalige Sultan von Maradi, die Macht in der Stadt und gründete in Tessaoua ein zweites Sultanat, das sich ebenfalls in der Tradition des ehemaligen Hausa-Staats Katsina sah.[2]

Anfang des 20. Jahrhunderts setzen sich die Franzosen gegenüber den Briten als Kolonialherren in Maradi durch. 1923 eröffneten die ersten europäischen Boutiquen in der Stadt, 1924 wurde die Telefonverbindung nach Madaoua und Tessaoua in Betrieb genommen.[3] 1955, ein Jahr nach Niamey und Zinder, wurde Maradi als dritter Ort Nigers zur eigenständigen Gemeinde erhoben. 2002 erfolgte die Umwandlung zum Gemeindeverbund aus drei Stadtgemeinden.[4]

[Bearbeiten] Bevölkerung

Bei der Volkszählung 1977 hatte Maradi 44.458 Einwohner, bei der Volkszählung 1988 110.005 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 147.038 Einwohner.[5] Für das Jahr 2010 wurden 200.015 Einwohner berechnet.[6] Maradi wird überwiegend von Hausa bewohnt. Kleinere Anteile stellen Fulbe und Tuareg sowie Angehörige nigerianischer Volksgruppen wie der Yoruba und Ibo.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Stadt befindet sich eine Außenstelle der Abdou-Moumouni-Universität Niamey. Gelehrt werden Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Maschinenbau.

Die Stadt ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Maradi.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Markt in Maradi

Maradi ist eine alte Handelsstadt. In der Umgebung der Stadt werden Erdnüsse angebaut. In Maradi befindet sich ein ziviler Flughafen, der Maradi Airport (IATA-Code: MFQ, ICAO-Code: DRRM).[7] In Maradi gibt es 90 Grundschulen, davon sind 25 Privatschulen.[8]

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Maradi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 147–151.
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 246–247.
  4. Historique de la décentralisation au Niger. Website des Programme nigéro-allemand de lutte contre la pauvreté dans les zones de Tillabéri et Tahoua-Nord, veröffentlicht im Mai 2008, abgerufen am 21. Januar 2012.
  5. bevoelkerungsstatistik.de: Maradi, abgerufen am 11. Januar 2012.
  6. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version), S. 54.
  7. Airports in Niger. Website Aircraft Charter World, abgerufen am 23. Januar 2012.
  8. Statistiques de l’éducation de base. Annuaire 2009–2010. Website des nigrischen Unterrichtsministeriums, veröffentlicht im September 2010, abgerufen am 14. Februar 2012.
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