Marantz

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Marantz
Marantz-Logo.svg
Rechtsform Corporation
Gründung 1951 / 1953
Sitz Kawasaki, Japan
Branche Unterhaltungselektronik
Website www.marantz.com

Marantz ist ein amerikanisch-japanischer Hersteller von Hi-Fi- und Heimkinogeräten.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Der Amerikaner Saul Bernard Marantz (1911–1997) begann 1951 in Kew Gardens (New York, Stadtteil Queens), Verstärker zu entwickeln und in Handarbeit herzustellen.[1] Auslöser war Marantz’ Unzufriedenheit mit der Qualität der damals angebotenen Geräte. Aus dieser Zeit stammt die Audio Consolette Model 1, ein mit Röhren bestückter Mono-Vorverstärker. 1953 wurde die Marantz Company in Long Island, New York (44-15 Vernon Blvd.) gegründet. Im darauffolgenden Jahr stieß Sidney Stockton Smith zu der Firma und entwickelte 1956 das Model 2. Der Firmensitz befand sich mittlerweile am Broadway. In der Folge entstanden der Vorverstärker Model 7 (1959), die Stereo-Endstufe Model 8 und die Mono-Endstufe Model 9 (1961).

1960–1979[Bearbeiten]

Um 1960 war Marantz vorwiegend in den USA mit seinen hochwertigen Röhrengeräten nur einem kleinen, exklusiven Kundenkreis zugänglich. 1961 wurde Richard Sequerra Chef-Ingenieur. Er führte mit dem FM-Tuner Model 10 das Oszilloskop als Abstimmanzeige ein. Im Rahmen des Apollo-Raumfahrtprogramms beschloss die NASA, eine modifizierte Version der Endstufe Model 9 unter der Bezeichnung 9120 in Zielverfolgungsstationen einzusetzen. Im Jahre 1964 verkaufte Marantz sein Unternehmen an die kalifornische Superscope Company. Ein Jahr später wurde der Firmensitz nach Chatsworth (Kalifornien) verlegt. Bei der Entwicklung neuer Geräte wandte sich Marantz nun vermehrt der Transistortechnik zu. Mitte der sechziger Jahre gliederte Superscope einen großen Teil der Produktion nach Japan aus und arbeitete mit der Standard Radio Corporation zusammen. Die Geräte japanischer Herkunft sind an den Typenschildern mit der Vermerk „Konstruiert in USA, gebaut in Japan“ erkennbar. Lediglich die hochwertigen Produkte wurden weiterhin in den USA gefertigt. 1968 zog sich Saul Marantz aus der Unternehmensleitung zurück.

Integrierter Verstärker Marantz 1122 (um 1978)

1970 beteiligte sich Saul Marantz an der Gründung des Lautsprecher-Herstellers Dahlquist und war gemeinsam mit Sidney S. Smith als Berater für die Fertigung tätig. 1972 gründete Superscope in Japan Marantz Far East. Nur drei Jahre später verkaufte wiederum Superscope 50 % an die japanische Standard Radio Corporation, die den Namen in Marantz Japan änderte. Unter dem steigenden Kostendruck wurden z. B. die aufwändig gravierten Beschriftungen der Frontplatten durch einen nicht sehr haltbaren Siebdruck ersetzt. Die Produktion in Amerika wurde nach und nach eingestellt. Die Produktpalette umfasste neben Verstärkern und Tunern auch Plattenspieler und Lautsprecherboxen.

In Europa, vor allem in Deutschland, Italien und der Schweiz gelang Marantz ab 1972 mit erschwinglichen Geräten der Durchbruch. Großbritannien hatte einen mit eigenen Produzenten abgedeckten Markt, so dass die immer noch hochpreisigen Geräte gegenüber Unternehmen wie Quad, Leak und Radford kaum an Boden gewinnen konnten. Mitte der siebziger Jahre bot Marantz auch komplette Quadrofonie-Geräte und Quadro-Adapter für bestehende Systeme an.

1979 stellte Marantz die hochwertige Esotec-Serie vor. Im gleichen Jahr kam der japanische Ingenieur Ken Ishiwata zu Marantz. Ishiwata wurde bekannt, als er Seriengeräte verbesserte, indem er klangrelevante Baugruppen mit höherwertigen Teilen bestückte. Diese Geräte wurden später unter der Bezeichnung KI Signature vermarktet.

1980–1999[Bearbeiten]

Im Dezember 1980 wurde Marantz komplett an Philips verkauft. In den achtziger Jahren engagierte sich auch Marantz, eng mit Philips zusammenarbeitend, in der Digitaltechnik. 1983 kam der erste CD-Spieler auf den Markt, das Gerät war baugleich mit dem Philips CD-100, trug aber das Marantz-Logo. Um 1986 gelang Saul Marantz zusammen mit seinem Partner John Curl unter dem Namen Lineage ein erfolgreiches Comeback. Die erste Produktion war auf der CES sofort ausverkauft. Saul Marantz zog sich aus gesundheitlichen Gründen jedoch danach wieder zurück. Mit dem Laserdisc-Player CDV-780 stieg Marantz in die Videotechnik ein.

Die neunziger Jahre standen im Zeichen der Verschmelzung von Audio- und Videotechnik. Auf der IFA 1991 wurde der CD-Recorder CDR-1 vorgestellt, der eigene professionelle Digitalaufnahmen zuhause ermöglicht. Der erste THX-zertifizierte Verstärker, der SM-80, kam 1992 auf den Markt, vier Jahre später gefolgt von dem ebenfalls THX-zertifizierten Receiver SR-96. Der Videoprojektor VP8770 und der Plasma-Fernseher PD4280 komplettierten das Angebot.

Am 16. Januar 1997 starb Saul Bernard Marantz im Alter von 85 Jahren.

In den späten neunziger Jahren nahm Marantz die Produktion der Röhrenverstärker Model 7, 8 und 9 erneut auf. Die Geräte wurden bei der Valve Amplification Company in Durham, North Carolina von Hand gefertigt.

Seit 2000[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 stellte Marantz den ersten Super-Audio-CD-Spieler SA-1 vor. Im Mai 2001 übernahm Marantz Japan Inc. von Philips die Markenrechte und den Vertrieb für Europa und die USA. Das Unternehmen gründete Niederlassungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und den USA. 2002 fusionierte Marantz mit dem Konkurrenten Denon zu D&M Holdings Inc. Daneben gehören auch die Firmen McIntosh, Boston, Snell, Escient, Denon DJ, Calrec, D&M Professional und D&M Premium Sound Solutions zu dieser Holding. Die Produktlinien der einzelnen Hersteller wurden eigenständig weitergeführt. 2008 beendete Philips die 28-jährige Zusammenarbeit mit Marantz.

Technologien[Bearbeiten]

  • 1962 wurde zum ersten Mal ein Oszilloskop als Abstimmanzeige für Tuner verwendet. Es kam bis in die siebziger Jahre bei den hochwertigen Tunern und Receivern zum Einsatz.
  • 1963 entwickelte Marantz den ersten Plattenspieler mit Tangential-Tonarm, den SLT-12.
  • In den siebziger Jahren entstand das Marantz Auto Azimuth Control (MAAC) genannte System, das mit seiner piezogesteuerten Tonkopfnachführung Azimutprobleme bei der Wiedergabe von Compact Cassetten löste. Jedoch litt das Kassettendeck SD930 unter der anfälligen Verarbeitung. Erst als Nakamichi Teile der MAAC-Patente kaufte und eine überarbeitete Variante mit elektromotorischer statt der schnelleren Piezosteuerung in seinem Modell Dragon verbaute, konnte sich das inzwischen NAAC (Nakamichi Auto Azimuth Control) genannte System in Geräten der oberen Preisklassen bewähren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marantz-Zeittafel, aufgerufen am 8. November 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marantz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien