Marbach (Marburg)

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50.8188888888898.7463888888889276Koordinaten: 50° 49′ 8″ N, 8° 44′ 47″ O

Marbach
Stadt Marburg
Höhe: 276 m ü. NN
Fläche: 4,04 km²
Einwohner: 3434 (31. Dez. 2010)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35041
Vorwahl: 06421
Karte

Lage von Marbach in Marburg

Blick auf den Marburger Stadtteil Marbach

Blick auf den Marburger Stadtteil Marbach

Marbach (umgangssprachlich Die Marbach genannt) ist ein Stadtteil Marburgs in Hessen mit ca. 3460 Einwohnern.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Marbach liegt westlich der Marburger Kernstadt in einem engen Talkessel, der in den Marburger Rücken eingetieft ist. Der Ortsname Marbach ist vom gleichnamigen Bach abgeleitet, der am östlichen Ortsrand als Ketzerbach weiterfließt und in der Lahn mündet. Der Bach ist zurzeit großteils verrohrt und mit Straßen überbaut. Der Name Marbach weist auf die frühere Grenze (Mark) zwischen den Territorien der Thüringer Landgrafen und Kurmainz hin.

Geschichte[Bearbeiten]

Marbach wurde 1272 erstmals urkundlich als Marpah erwähnt. Im Salbuch (Erbregister) des Amtes Marburg von 1374 ist Marbach neben Ockershausen, Wehrda und Cappel als Hausdorf der Landgrafen von Hessen erwähnt. Dies bedeutet, dass die Einwohner dieser vier dem Marburger Schloss am nächsten gelegenen Dörfer dem Landesherren zu zusätzlichen Hand- und Spanndiensten verpflichtet waren.

Im 19. Jahrhundert wurde in Marbach ein vergleichsweise bescheidener Kurbetrieb aufgenommen. Der Ort wurde zu einem Ausflugsziel in der Nähe der Stadt Marburg. Selbst Persönlichkeiten wie die Gebrüder Grimm besuchten Marbach. Nach der Ansiedlung pharmazeutischer Industrie wurde Marbach zu einer der wohlhabendsten Gemeinden Hessens. Im Gegensatz zu den meisten umliegenden Dörfern hatte Marbach lange Zeit keine eigene Kirche. Die evangelische Markuskirche wurde erst 1962 erbaut und 1964 eingeweiht. 2004 wurde die Kirche umgebaut und unter anderem mit einem Aufzug ausgestattet.

Am 1. Juli 1974 wurde die Gemeinde Marbach mit den am 31. Dezember 1971 eingemeindeten Orten Michelbach und Dagobertshausen mit etwas mehr als 4000 Einwohnern in die Stadt Marburg eingemeindet.[1] Die Stadt Marburg unterhält heute in Marbach neben der GSM (Grundschule Marbach) ein Bürgerhaus mit Verwaltungsaußenstelle. Das Hallenbad Europabad wurde 2006 geschlossen.

Bürgerverein[Bearbeiten]

Im Ort gibt es einen aktiven Marbacher Bürgerverein e. V., der sich um das Gemeinschaftsleben im Stadtteil kümmert. Er gibt auch die Marbacher Nachrichten heraus, wovon im Dezember 2009 die Ausgabe 39 erschienen ist.

Behringwerke[Bearbeiten]

Hauptartikel: Behringwerke

Emil von Behring gründete in Marbach 1904 eine pharmazeutische Fabrik zur Herstellung eines Serums gegen Diphtherie. Die Behringwerke gelangten 1952 an die Hoechst AG, waren zeitweilig einer der weltgrößten Impfstoffhersteller und wurden ab 1997 in verschiedene Einzelfirmen aufgeteilt, die teilweise verkauft wurden (siehe auch Dade Behring, CSL Behring, Novartis, Sanofi-Aventis, Pharmaserv).

Nachdem Emil von Behring 1917 starb, wurde er in einem Mausoleum im Wald bei Marbach beigesetzt, welches man heute noch von außen besichtigen kann.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Stadtteil Marbach ist – bedingt durch Größe und Nähe zur Kernstadt – in das Liniennetz der Stadtbusse integriert. Der Marbacher Weg ist als Hauptausfallstraße aus der Innenstadt Richtung Westen und als Zufahrt zu den ehemaligen Behringwerken eine der meist befahrenen Straßen Marburgs. Wegen des starken Verkehrsaufkommens ist seit Jahren ein Tunnelbau in der öffentlichen Debatte, der einen großen Teil des Straßenverkehrs in Höhe der Behringwerke ins Lahntal ableiten soll. Diese Vorstellung von einem Marbach-Tunnel ist sehr umstritten und wird kommunalpolitisch zurzeit nicht weiter verfolgt.

Seit 2006 wurde der Marbacher Weg grundsaniert, weshalb er für den Autoverkehr bis Ende Oktober 2007 gesperrt war.

Gewerbe[Bearbeiten]

In Marbach befinden sich neben den Behringwerken eine Apotheke, eine Tankstelle und ein Computerladen. Außerdem gibt es noch zwei Ärzte und drei Bäcker, die in Marbach ansässig sind.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Mit Marbach verbunden[Bearbeiten]

  • Heinrich Freudenstein bekannter Imker, Bürgermeister von Marbach von 1919 bis 1934, Erbauer der Volksschule

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 387 und 403.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marbach (Marburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien