Marbella

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Dieser Artikel behandelt die spanische Stadt Marbella. Für das gleichnamige Automodell siehe Seat Marbella.
Gemeinde Marbella
Marbella from La Concha, Andalucia, Spain - Sept 2009.jpg
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Marbella
Marbella (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Andalusien
Provinz: Málaga
Comarca: Costa del Sol Occidental
Koordinaten 36° 31′ N, 4° 53′ W36.509722222222-4.883888888888927Koordinaten: 36° 31′ N, 4° 53′ W
Höhe: 27 msnm
Fläche: 116,82 km²
Einwohner: 142.018 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.215,7 Einw./km²
Postleitzahl: 29600
Gemeindenummer (INE): 29069 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Nächster Flughafen: Málaga (Aeropuerto de Málaga, 43 km)
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch
Bürgermeister: María Ángeles Muñoz Uriol (PP)
Webpräsenz der Gemeinde
Lage der Gemeinde
Provinz Málaga
Lage der Gemeinde Marbella

Marbella ist eine Großstadt im Süden Spaniens an der Costa del Sol in der Provinz Málaga. Die Provinz gehört zur autonomen Gemeinschaft Andalusien.

Marbella hat 142.018 offiziell gemeldete Einwohner (Stand 2013), darunter 38.195 Ausländer. Unter diesen befinden sich 5824 Briten und 4587 Marokkaner als stärkste Ausländergruppen. Daneben leben in Marbella auch 2561 Deutsche, 1196 Niederländer, 158 Österreicher und 130 Schweizer als Residenten (Stand: Volkszählung Januar 2013).[2]

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Marbella liegt 57 Kilometer südwestlich der Provinzhauptstadt Málaga an der Küste des Mittelmeeres. Sie ist Bestandteil der Comarca Costa del Sol Occidental. Das 117 km² große Gemeindegebiet grenzt an die Gemeinden Estepona, Benahavís, Istán, Ojén und Mijas.

Untergliedert ist die Gemeinde in die Stadtbezirke Nueva Andalucía, Puerto Banús, San Pedro de Alcántara und Las Chapas. Auf dem Gemeindegebiet von Marbella finden sich zahlreiche Siedlungen, die sich teilweise im Privatbesitz von Eigentümergemeinschaften befinden, wie beispielsweise Bosquemar oder Marbesa.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet von Marbella war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Davon zeugen prähistorische Funde in der Höhle Pecho Redondo in der Sierra Blanca. Auch im Stadtteil Las Chapas, in Coro de Correa, wurden Spuren früher menschlicher Besiedlung entdeckt.

Der Ort Marbella wurde durch die Phönizier als Handelsplatz gegründet. Im 3. Jahrhundert v. Chr. kam das Gebiet unter die Herrschaft des Römischen Reiches. An der Mündung des Río Verde sind die Reste einer römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. erhalten. Teile der römischen Siedlung Cilniana, von Historikern der Stadt Salduba zugeordnet, wurden im Stadtteil San Pedro de Alcántara entdeckt.

Der Name Marbellas stammt vermutlich aus der Zeit der Mauren, die den Ort ab 771 n. Chr. beherrschten und ihn Marbilha nannten. Aus dieser Herrschaftsepoche sind noch Burgreste und zwei Verteidigungstürme erhalten. Im Zuge der Reconquista wurde das Gebiet von Marbella 1485 von den Katholischen Königen von Kastilien und Aragon erobert.

Mitte des 20. Jahrhunderts begann in Marbella die Entwicklung des Tourismus. Anfang der 1950er Jahre erwarb Alfonso von Hohenlohe große Landflächen, um sie zu vermarkten. Bereits 1954 eröffnete er im damaligen Dorf Marbella das Marbella-Club-Hotel. Danach entstanden mehrere Urbanisationen und Apartmentanlagen. Viele Prominente, darunter in den 1970er Jahren auch der spätere König Fahd von Saudi-Arabien, ließen sich Villen in und um Marbella errichten.[2] In der Boulevardpresse tauchten unter der Rubrik Marbella folgende Prominente auf: Aristoteles Onassis, Guy de Rothschild, Artur Rubinstein, Audrey Hepburn, Sean Connery, Gina Lollobrigida, Gunter Sachs, Brigitte Bardot, Richard Burton, Omar Sharif, Edward Kennedy und Gunilla von Bismarck.[3]

Marbellaskandal[Bearbeiten]

Im Jahr 1991 wurde der Bauunternehmer und Präsident des Fußballvereins Atlético Madrid Jesús Gil y Gil mit großer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt. Die von ihm gegründete Partei „Unabhängige Liberale Gruppe“ (auf Spanisch GIL abgekürzt) war mit dem Versprechen angetreten, die Straßenkriminalität zu bekämpfen und den internationalen Glamour zurückzubringen. Während seiner Amtszeit erfuhr die Stadt einen beachtlichen Bau- und Investitionsboom, aber nachdem häufig Bau- und Umweltauflagen ignoriert wurden, wurden schließlich die neueren Pläne durch die andalusische Regierung gestoppt. Im Jahr 2002 wurde Gil verhaftet und musste von seinem Bürgermeisteramt zurücktreten: Man beschuldigte ihn, öffentliche Mittel der Stadt in seinen Fußballverein investiert zu haben.

Aber auch unter seinen Nachfolgern Julián Muñoz und Marisol Yagüe entspannte sich die politische Lage nicht. Im Jahr 2006 wurde schließlich der Stadtrat von der spanischen Zentralregierung aufgelöst, da 19 Stadtratsmitglieder wegen Korruptionsverdacht verhaftet wurden. Die Gesamtsumme der geflossenen Gelder belief sich nach vorsichtigen Schätzungen auf mindestens 2,4 Milliarden Euro.[4] Es wurde gegen 96 Leute Anklage erhoben.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Im blauen Wappenschild ein gezinntes goldenes gestuftes Kastell mit blauen Durchgang und zwei mal zwei blaue Fenstern über drei silberne Wellenbalken stehend und von einem aus fünf goldenen mit den Spitzen nach unten zeigenden gefächerten und geschnürten Pfeilenbündel links und einem senkrecht stehenden goldenem Armbrustjoch mit gerissener Sehne auf der rechten Seite begleitet.

Auf den Schild ruht eine goldene Krone.

Deutsche in Marbella[Bearbeiten]

Den größten Ausländeranteil in Marbella bilden nach Engländern und Marokkanern, weit vor den Menschen skandinavischer Herkunft die Deutschen. Die Deutsche Schule in der Provinz Málaga befindet sich in Elviria, einem Vorort von Marbella ca. 10 Kilometer von der Stadtmitte entfernt. Sie hat einen guten Ruf und führt auch zur deutschen Hochschulreife. Sie verfügt sowohl über einen Kindergarten als auch über eine Grundschule. In den weiterführenden Klassen werden Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten unterrichtet. Neben dem deutschen Lehrangebot werden die Schüler darüber hinaus auch auf Spanisch unterrichtet.

Sehenswürdigkeiten in und um Marbella[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über mehrere Yachthäfen (u.a Puerto Banús) und einen Fischereihafen. Im benachbarten San Pedro de Alcántara, das auf das römische Silniana zurückgeht, finden sich antike Mosaike und Thermalbäder sowie die Überreste einer frühchristlichen Basilika aus dem 4. Jahrhundert.

Weitere Sehenswürdigkeiten
  • Arabische Mauer
  • Bonsaimuseum
  • Gravurmuseum Museo del Grabado Español Contemporáneo
  • Altes Stadtzentrum mit Rathaus aus dem 16. Jahrhundert
  • Altertümliche Kirche Iglesia de la Encarnación
  • Boulevard Avenida del Mar mit Skulpturen von Salvador Dalí
  • Plaza de Salvador Dalí
  • Playa de la Bajadilla (Strand)
  • Playa de Fontanilla (Strand)
  • Puerto Banús
  • Krokodilpark (Cocodrilo Park)
  • Aquapark

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Marbella ist auch Namensgeber eines Kleinwagens, siehe Seat Marbella.

Belege[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. a b Costa del Sol Nachrichten Nr. 662 vom 11. Juni 2009, Seiten 47/48
  3. Christian Mayer, Conde Rudis Welt. Der Marbella Club war jahrzehntelang der Treffpunkt der Reichen und Schönen - ein Ortstermin mit dem ehemaligen Direktor, Rudolf Graf von Schönburg, in Süddeutsche Zeitung vom 1. Oktober 2009
  4. Faz.net: Marbella - Auf dem Klo ein Miró
  5. Mammutprozess um Marbella-Skandal eröffnet. Abgerufen am 28. September 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marbella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien