Marc Ferro

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Marc Roger Ferro (* 24. Dezember 1924 in Paris, 8. Arrondissement[1]) ist ein französischer Historiker. Er wird zusammen mit Jacques Le Goff, Emmanuel Le Roy Ladurie und Pierre Nora der dritten Generation der Annales-Schule zugerechnet. Er lehrt an der École des Hautes Études en Sciences Sociales. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt in der Geschichte Russlands und der UdSSR sowie der Geschichte des Films.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Als einer der ersten Historiker beschäftigte er sich in Frankreich mit dem von der Geschichtswissenschaft lange Zeit vernachlässigten Medium Film. Auslöser war seine Mitarbeit bei einem aufwändigen Filmprojekt 1964 über den Ersten Weltkrieg, La Grande Guerre / 1914–1918 / Der Erste Weltkrieg, das gemeinsam von deutschen und französischen Historikern betreut wurde und am gleichen Tag in den beiden Ländern der ehemaligen Kriegsgegner im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Zwischen 1989 und 2001 war er zunächst auf dem französischen Sender La Sept und ab 1992 auf Arte Präsentator der Fernsehsendung Histoire parallèle (deutsch: Die Woche vor 50 Jahren). Zusammen mit einem (oft prominenten) Zeitzeugen oder einem Historiker als Gast analysierte er in 630 Ausgaben die Wochenschauberichte der Woche jeweils vor fünfzig Jahren.

Ehrungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

als Autor
  • La Revolution de 1917. Paris 1967.
  • La Grande Guerre, 1914–1918. Paris 1968.
    • deutsche Übersetzung: Der große Krieg 1914–1918. Frankfurt/M. 1988.
  • Cinema et Histoire. Paris 1976.
  • L'Occident devant la révolution soviétique. Brüssel 1980.
  • Suez. Brüssel 1981.
  • Commont on raconte l'histoire aux enfants à travers le monde. Paris 1983.
    • deutsche Übersetzung: Geschichtsbilder. Wie die Vergangenheit vermittelt wird. Beispiele aus aller Welt. Frankfurt/M. 1991.
  • Pétain. Paris 1987 (neu aufgelegt 1993 und 1994)
  • Les origines de la Perestroika. Paris 1990.
  • Nicolas II. Paris 1991.
    • deutsche Übersetzung: Nikolaus II der letzte Zar. Eine Biographie. Zürich 1991.
  • Le choc de l’Islam. Paris 2003.
  • Le Cinéma, une vision de l'histoire. Paris 2003.
als Herausgeber
  • Le livre noir du colonialisme. Paris 2003.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Steinle: ARTE vor seiner Zeit? Deutsch-französisches Geschichtsfernsehen im Zuge des Elysée-Vertrags: „La Grande Guerre/1914–1918/Der Erste Weltkrieg“ – eine WDR-ORTF-Koproduktion (1964). In: Rundfunk und Geschichte. Jg. 31 (2006), Nr. 2, S. 35–48.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Qui est qui en France. Lafitte, Paris 1997, S. 693.

Weblinks[Bearbeiten]