Marc Grossman

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Marc Grossman

Marc Grossman (* 23. September 1951 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Diplomat, der als Under Secretary of State für politische Angelegenheiten den dritthöchsten Posten im Außenministerium der Vereinigten Staaten bekleidete und auch langjähriger Präsident des Council on Foreign Relations sowie ab 2005 stellvertretender Vorsitzender der Cohen Group war. Seit Februar 2011 ist er als Nachfolger von Richard Holbrooke US-Sondergesandter für Afghanistan und Pakistan.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch studierte er erst an der University of California in Santa Barbara und erwarb dort 1973 einen Bachelor of Arts (B.A.). Ein anschließendes postgraduales Studium im Fach Internationale Beziehungen an der London School of Economics and Political Science und schloss dieses Studium 1974 mit einem Master of Science (M.Sc. International Relations) ab.

Im Anschluss trat er in den diplomatischen Dienst ein und war mehrere Jahre von 1976 bis 1983 Mitarbeiter an der Botschaft in Pakistan. Nach einer anschließenden Tätigkeit von 1983 bis 1986 als stellvertretender Direktor des Privatbüros von NATO-Generalsekretär Peter Carington sowie einer weiteren Verwendung im Außenministerium in Washington, D.C., war er von 1989 bis 1992 stellvertretender Botschafter in der Türkei.

Nach seiner Rückkehr in die USA war von Januar 1993 bis Juli 1994 als US Executive Secretary of State Leiter des Verwaltungssekretariats des Außenministeriums, ehe er danach von Januar 1995 bis Juni 1997 als Nachfolger von Richard Clark Barkley Botschafter in der Türkei war. Im August 1997 folgte er John Kornblum als Assistant Secretary of State für Angelegenheiten Europas und war danach zwischen 2000 und 2001 Generaldirektor des Diplomatischen Dienstes im US State Department.

Zuletzt bekleidete Grossman als Under Secretary of State für politische Angelegenheiten von März 2001 bis Februar 2005 den dritthöchsten Posten im US-Außenministerium. Während dieser Zeit kam es zur sogenannten „Plame-Affäre“, bei der hochrangige Mitglieder der Bush-Regierung beschuldigt wurden, die Identität der CIA-Agentin Valerie Plame, Frau des Bush-kritischen Diplomaten Joseph C. Wilson, an die Presse weitergegeben zu haben. Lewis Libby, Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, wurde unter anderem wegen Meineids und Behinderung der Justiz verhaftet. Weitere Beschuldigte sind Dick Cheney und Karl Rove, einer der wichtigsten Berater Bushs. Nach Angaben des ermittelnden Staatsanwalts Patrick J. Fitzgerald erfuhr Libby durch Grossman von Plames CIA-Agententätigkeit.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Regierungsdienst wechselte er in die Privatwirtschaft und war seit 2005 Vizevorsitzender der Cohen Group, einer US-amerikanischen Beratungsfirma, die auch Filialen in der Volksrepublik China besitzt. Er war zeitweise auch Mitglied des Board of Directors des privaten Sicherheits- und Militärunternehmens DynCorp sowie Vizevorsitzender der American Academy of Diplomacy.

Im Februar 2011 berief ihn Außenministerin Hillary Clinton zum US-Sondergesandten für Afghanistan und Pakistan und damit zum Nachfolger des im Dezember 2010 verstorbenen Richard Holbrooke.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ZENITH-ZEITSCHRIFT FÜR DEN ORIENT: Marc Grossman neuer US-Sondergesandter für Afghaistan und Pakistan (15. Februar 2011)
  2. Why He Matters (whorunsgov.com)