Marc Rich

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Marc Rich (* 18. Dezember 1934 in Antwerpen, Belgien als Marc David Reich) ist heute einer der erfolgreichsten Rohstoffhändler.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografie

Die Familie Reich floh 1940 vor der Verfolgung jüdischer Einwohner durch die deutschen Nationalsozialisten noch vor der Invasion Belgiens mit dem Auto ins unbesetzte Vichy-Frankreich. Ein Jahr später emigrieren sie mit dem Schiff von Marseille in die USA. In New York wohnte die Familie die erste Zeit bei Verwandten. Danach zog sie zuerst kurz nach Philadelphia, weiter nach Kansas City und schließlich zurück nach New York in den Stadtteil Queens, wo viele jüdische Immigranten leb(t)en. 1945 erhielten die Reichs die amerikanische Staatsbürgerschaft und änderten ihren Namen zu Rich.

Bevor sich die Familie niederließ, ging der junge Marc auf der Primar- und Sekundarstufe fast jedes Jahr in eine neue Schule. In Queens hielt sich Marc oft im Geschäft seines Vaters auf und arbeitete mit. Der Vater handelte mit Schmuck, Autoersatzteilen, Tabak. Mit Jutesäcken, welche die Armee während des Koreakriegs (1950–1953) dringend für Sandsäcke brauchte, brachte er es zu einem gewissen Wohlstand.

Marc Rich ging in Manhattan zur privaten Rhodes School (High School) und studierte von 1952 zwei Semester Marketing an der New York University.

1954 begann er beim Rohstoffunternehmen Phillip Brothers als Lehrling, 1964 bis 1974 amtierte er als Manager der Philipp Brother Büros in Spanien. Zu Beginn der 1970er Jahre schuf er den heutigen Handel für Rohöl (genannt Spot Market) [1]. 1974 gründete er mit einigen seiner Weggefährten, darunter auch Pincus Green und Joseph Zientek, ein eigenes Rohstoffunternehmen, die „Marc Rich + Co AG“, mit Hauptsitz in der Schweiz. Die „Marc Rich + Co AG“ wurde über die nächsten Jahrzehnte zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen der Branche. Sie wurde 1979 in „Marc Rich + Co Holding AG“ umbenannt. 1993 verkauft Marc Rich den Trading Bereich der „Marc Rich + Co Holding AG“ an die Manager. Daraus entstand das Unternehmen Glencore. 1996 gründet Marc Rich die „Marc Rich + Co Investment AG“, eine kleine Rohwarenhandelsgruppe. 1997 wird die „Marc Rich + Co Holding AG“ in die „Marc Rich + Co Holding GmbH” umgewandelt, die dann im Jahr 2003 ihren Anteil an der “Marc Rich + Co Investment” an deren Manager verkauft.

Im Mai 2007 erhielt Marc Rich den Ehrendoktor der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv. Die grösste israelische Universität begründete die Verleihung mit Marc Richs jahrzehntelangem finanziellem Engagement für die medizinische Forschung gegen Leukämie und den Projekten seiner Stiftungen zur Völkerverständigung. (Dankesrede als Videoclip). Einen Preis für soziales Engagement erhielt Rich als Gründer der Rich-Stiftungen.[2]

Heute lebt Marc Rich in Meggen bei Luzern (Schweiz).

[Bearbeiten] Der Skandal

1983 wurden Marc Rich und andere Händler für Steuerhinterziehung, Falschaussage, Handel mit Iran und dem umstrittenen RICO angeklagt. Hinter der Anklage stand der spätere Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani. Es gab nie einen Prozess gegen Marc Rich und er wurde nie schuldig gesprochen.

Rich war jahrelang auf der Liste der "Most Wanted" des FBI. 2001 erhielt Marc Rich das wohl bekannteste der 140 Pardons, die Präsident Clinton an seinem letzten Amtstag aussprach. Damit wurde die Anklage gegen ihn aufgehoben. Weil Richs frühere Frau und Mutter seiner drei Kinder während der Amtszeit Clintons umfangreiche Spenden an die Demokratische Partei geleistet hatte, wurde vielfach behauptet, die Amnestie sei erkauft worden. Präsident Clinton sagte jedoch, dass Marc Richs Amnestie aufgrund der Faktenlage erfolgt sei und weil ähnliche Anklagen auf zivilem Weg prozessiert worden waren (siehe u.a. Sunday New York Times, 20. Februar 2001).

[Bearbeiten] Die Marc Rich Collection des Kunsthaus Zürich

Aus Anlass des 150. Geburtstags der Fotografie schenkte Marc Rich 1989 dem Kunsthaus Zürich eine eigene Fotosammlung. Es handelt sich vorwiegend um schwarz-weisse historische Abzüge, welche die Entwicklung der klassischen künstlerischen Fotografie von Ende des 19. Jahrhunderts an repräsentieren. Die Marc Rich Collection bildet den Grundstock für den Sammlungsbereich der klassischen, künstlerischen Fotografie des bedeutenden Zürcher Kunsthauses. Ihr Bogen spannt sich von den Pionieren der Frühzeit (William Henry Fox Talbot, Charles Marville) über den Piktorialismus der «Photo-Secession» (Alfred Stieglitz, Edward Steichen), die «Straight Photography» (Paul Strand, Edward Weston, Ansel Adams) bis zu Surrealismus, Konstruktivismus und Bauhaus (Man Ray, László Moholy-Nagy) und dem poetisch-dokumentarischen Realismus der Mitte des 20. Jahrhunderts (Henri Cartier-Bresson, Robert Frank) [3].

[Bearbeiten] Die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis

Die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis wurde 1986 von der Marc Rich Gruppe gegründet und zeichnet jährlich überdurchschnittliche persönliche, uneigennützige und erfolgreiche Leistungen auf den Gebieten der Kultur, des Gemeinwohls und der Wissenschaften aus. Jährlich werden zwei Preisträger gewürdigt. Im Jahr 2007 erhielten das Schweizerische Jugendschriftenwerk (SJW) und die Spitalclowns der Stiftung Theodora den Doron Preis, der mit je 50'000 Schweizer Franken dotiert ist[4].

Die Schweizerische Stiftung für den Doron Preis gehört zu den Rich Stiftungen. Die Stiftungen unterstützten bis heute weltweit rund 4'000 Non-Profit-Projekte mit über 135 Millionen USD[5].

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. Forbes, 9/21/06: "The 400 Richest Americans - #242 Marc David Rich"
  2. Sheba Humanitarian Award 2008 http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=9&Param_Red=9368
  3. [1]
  4. "Website der Doron-Stiftung"
  5. "Website der Doron-Stiftung"
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