Marcel Landowski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Marcel Landowski (* 18. Februar 1915 in Pont-l’Abbé; † 23. Dezember 1999 in Paris) war ein französischer Komponist und Kulturpolitiker. Sein Vater war der seinerzeit weltbekannte Bildhauer Paul Landowski, seine Mutter eine Nachfahrin des Geigers und Komponisten Henri Vieuxtemps.

Landowski, der sehr früh große musikalische Begabung zeigte, studierte in Paris Klavier bei Marguerite Long, dann Komposition am Conservatoire de Paris. Bei Pierre Monteux, der seine ersten Werke aufführte, nahm er dazu Unterricht im Dirigieren. Ab 1962 bekleidete Landowksi, der seit Ende der 1940er Jahre innerhalb Frankreichs als einer der bedeutendsten lebenden Komponisten galt, immer wichtigere kulturpolitische Posten im musikalischen Bereich, die ihm von André Malraux, dem Kulturminister Charles de Gaulles verschafft wurden. Effektiv hat Landowski fast zwanzig Jahre lang (bis zur Machtübernahme der Linken unter François Mitterrand, 1981) einen entscheidenden Einfluss auf die Organisation von klassischen Musikfestivals, Verwaltung von Orchestern und, an erster Stelle, musikalische Ausbildung in Frankreich ausgeübt, wobei er sich bei den linksgerichteten und progressiv eingestellten Kollegen allerdings eher unbeliebt machte. Am notorischsten wurde der vielkommentierte Eklat mit Pierre Boulez.

Landowski schrieb unter anderem fünf Sinfonien, die politisch und philosophisch von einem rechtskonservativen Standpunkt ausgehenden Opern Le Rire de Nils Halerius, Le Fou, Montségur und 1996 für Galina Pawlowna Wischnewskaja Galina sowie konzertante Werke, u.a. für Ondes Martenot und für Cello, letztere als Zeichen der Freundschaft für Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch, den Gatten besagter „Galina“.

Landowski praktizierte eine musikalisch gemäßigt moderne, rhythmisch ausgeklügelte Sprache im Stile seiner Vorbilder Arthur Honegger und Darius Milhaud.

Weblinks[Bearbeiten]