Marcel Prévost

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Marcel Prévost

Marcel Prévost (richtiger Name: Eugène Marcel, * 1. Mai 1862 in Paris; † 8. April 1941 ebenda) war ein französischer Romanautor und Dramatiker.

Nach dem Schulbesuch in einer christlichen Grundschule in Orléans, dann in Châtellerault und in Jesuiten-Schulen in Bordeaux und Paris, absolvierte er in Paris die École polytechnique. Danach wurde er Ingenieur in einer Tabakfabrik, bevor er in ein Ministerium eintrat.

Ab 1881 begann er Novellen in der Zeitschrift Le Clairon zu veröffentlichen. 1890 gab er seine öffentliche Stellung auf, um sich der Literatur zu widmen. Nach ersten Romanen, die das Leben in der Provinz behandelten – Le Scorpion (1887), Chonchette (1888), Mademoiselle Jaufre (1889) – begann er, sich in Romanen wie: Cousine Laura (1890), La Confession d’un amant (1891), Lettres de femmes (1892), L'Automne d'une femme (1893) mit dem Thema zu beschäftigen, für das er bekannt wurde: die Erforschung des Wesens der Frau, betrachtet ausschließlich aus männlicher Sicht.

Sein Erfolg kam 1894 mit Les Demi-vierges, seinem gefeiertsten Roman. Er beschreibt auf überdeutliche Weise die Auswirkungen, die das Pariser Großstadt-Leben und die moderne Erziehung und Gesellschaft auf junge Frauen haben kann. Der Roman wurde anschließend zu einem Theaterstück umgeschrieben und am 2. Mai 1895 mit großem Erfolg am Théâtre du Gymnase uraufgeführt. Der Begriff «demi-vierge» (Halb-Jungfer) ging in die Umgangssprache ein und bezeichnet ein freizügiges und gleichwohl jungfräuliches Mädchen.

Im gleichen Geist veröffentlichte Marcel Prévost sodann Jardin secret (1897), Les Vierges fortes (1900), Frédérique (1900), Léa (1900), L'Heureux ménage (1901), Les Lettres à Françoise (1902), La Princesse d'Erminge (1904), L'Accordeur aveugle (1905), Féminités (1912), Les Don Juanes (1922), La Mort des Ormeaux (1938) und weitere. Aus dieser Fülle von gleichartigen Hervorbringungen, könnte man Monsieur et Madame Moloch (1906) besonders hervorheben, eine heitere Satire über den deutschen Charakter. Les Lettres à Françoise (1902) stellen ein Programm zur Mädchenerziehung dar, während die Verbindung von Mystik und Erotik in Retraite ardente (1927) Proteste der Katholischen Kirche nach sich zogen.

Sein Stück in vier Aufzügen La plus faible, wurde 1904 an der Comédie-Française aufgeführt und erfuhr ebenfalls großen Erfolg.

Von 1922 bis 1940 leitete Marcel Prévost die Zeitschrift Revue de France und stand gleichermaßen der Société des Gens de Lettres vor. Am 27. Mai 1909 wurde er auf den Stuhl des verstorbenen Victorien Sardou in die Académie française gewählt.

Werke in deutscher Übersetzung, Auswahl[Bearbeiten]

  • Halbe Unschuld (Les demi-vierges. Paris 1894). Paris, München: Albert Langen, 1895.
  • Starke Frauen (Les Vierges fortes). übersetzt von F. Gräfin zu Reventlow. München : Albert Langen, 1900.
  • Unter uns Mädchen (Lettres de femmes). Aus dem Franz. von F. Gräfin zu Reventlow. München : Albert Langen 1900.
  • Die Fürstin von Ermingen (La Princesse d'Erminge). übers. v. F. Gräfin zu Reventlow. München, Albert Langen, 1905
  • Liebesbeichte (La Confession d’un amant). Übers. v. F. Gräfin zu Reventlow. München : Albert Langen, 1908
  • Herr und Frau Moloch (Monsieur et Madame Moloch). Übersetzung von F. P. Fischer. München : Albert Langen, 1908
  • Lea. Einzige berechtigte Übersetzung aus dem Französischen v. F. Gräfin zu Reventlow. München : Albert Langen, 1909
  • Die junge Mutter (Lettres a Francoise) übersetzt v. G. Katz. München : Albert Langen, 1913
  • Ratschläge für Junggesellen und Verlobte, München, Wien : Langen-Müller, 1973. ISBN 3-7844-1394-3

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcel Prévost et ses contemporains : critiques littéraires, portraits, correspondances, inédits / souvenirs de Paul Valéry ... Paris : Éd. de France, 1943
  • Jansen, Gretl : Frauenpsychologie und Frauenpädagogik bei Marcel Prévost. Würzburg, Univ., Diss., 1927

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marcel Prévost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien