Marcell Jansen

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Marcell Jansen

Marcell Jansen, 2013

Spielerinformationen
Geburtstag 4. November 1985
Geburtsort MönchengladbachDeutschland
Größe 191 cm
Position Mittelfeld, Abwehr
Vereine in der Jugend
0000–1993
1993–2004
SV Mönchengladbach 1910
Borussia M'gladbach
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2004–2007
2007–2008
2008–
2009
Borussia M'gladbach
FC Bayern München
Hamburger SV
Hamburger SV II
73 0(5)
17 0(0)
141 (18)
1 0(0)
Nationalmannschaft2
2004–2005
2005–
Deutschland U-21
Deutschland
4 0(1)
45 0(3)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 19. Oktober 2014
2 Stand: 5. März 2014

Marcell Jansen (* 4. November 1985 in Mönchengladbach) ist ein deutscher Fußballspieler. Er steht seit der Saison 2008/09 beim Bundesligisten Hamburger SV unter Vertrag. Auf der linken Seite kann er sowohl als Außenverteidiger, im defensiven Mittelfeld als auch als offensiver Linksaußen eingesetzt werden.

Karriere[Bearbeiten]

Borussia Mönchengladbach[Bearbeiten]

Jansen bei der Borussia

Vom SV Mönchengladbach 1910 wechselte Marcell Jansen 1993 in die Jugendabteilung von Borussia VfL 1900 Mönchengladbach und durchlief alle Jugendmannschaften. Sein erstes Bundesligaspiel absolvierte er im Dezember 2004 am 16. Spieltag bei der 0:6-Niederlage im Auswärtsspiel gegen Hertha BSC. In der Winterpause der Saison 2004/05 verpflichtete ihn Dick Advocaat dann in den Profikader von Borussia Mönchengladbach. In der Rückrunde setzte er sich gegen seine Mitspieler Filip Daems und Mannschaftskapitän Christian Ziege durch und verpasste kein Spiel. Sein erstes Bundesligator erzielte er am 3. April 2005 beim 2:2-Unentschieden im Heimspiel gegen den VfL Bochum. Am vorletzten Spieltag erreichte sein Verein mit einem 0:0 gegen Hertha BSC auf dem 15. Platz den Klassenerhalt.

In der Saison 2005/06, in der sich die Borussia größtenteils in der oberen Tabellenhälfte befanden und um die Europapokalränge mitspielten, kam Jansen in 32 Partien zum Einsatz und erzielte drei Tore; einmal wurde er ausgewechselt. Mönchengladbach belegte am Saisonende den zehnten Tabellenplatz. In der Saison 2006/07, in der Mönchengladbach anders als in der Vorsaison durchgehend gegen den Abstieg spielte, spielte Jansen 23-mal und erzielte einen Treffer. Nach sechs Spieltagen in der Startelf kam er für den Rest der Hinrunde nicht mehr zum Einsatz. In der Rückrunde absolvierte er wieder alle 17 Spiele. Ausgewechselt wurde er einmal. Am Ende stieg Borussia Mönchengladbach als Tabellenletzter in die 2. Bundesliga ab.

FC Bayern München[Bearbeiten]

Vor der Saison 2007/08 wechselte Jansen zum FC Bayern München und erhielt einen Vierjahresvertrag. Beim Rekordmeister war er zeitweise Stammspieler und stand vom 5. bis zum 11. Spieltag sowie vom 22. bis zum 34. Spieltag fast durchgehend in der Startelf. Vor dem ersten Bundesligaspiel am 11. August 2007 beim 3:0-Heimsieg über Hansa Rostock spielte Jansen dreimal im Ligapokal und einmal (insgesamt dreimal) im DFB-Pokal. Des Weiteren kam er zu zehn Spielen im UEFA-Pokal. Am Ende der Saison wurde er mit seinem Verein Deutscher Meister und gewann den DFB-Pokal. Im UEFA-Pokal schied man im Halbfinale, in dem Jansen mitgespielt hatte, mit einem Gesamtergebnis von 1:5 gegen Zenit Sankt Petersburg aus.

Hamburger SV[Bearbeiten]

Nach nur einem Jahr verließ Jansen die Bayern und wechselte Ende August 2008 zum Hamburger SV, bei dem er einen Vertrag bis 2013 unterschrieb.[1] Sein erstes Spiel für die Hanseaten absolvierte er am 30. August 2008, dem 3. Spieltag, beim 4:2-Sieg bei Arminia Bielefeld. Am 22. Februar 2009 gewann der Hamburger SV mit 2:1 Toren bei Bayer 04 Leverkusen, beide Treffer erzielte Marcell Jansen – seine ersten beiden Tore und sein erster Doppeltorerfolg in der Bundesliga. Insgesamt kam er in allen Wettbewerben auf vier Tore und fünf Vorlagen und belegte mit dem HSV den fünften Platz in der Bundesliga, was zur Teilnahme an der Europa League berechtigte. Im UEFA-Pokal, dem Vorgänger der Europa League, stießen die Hamburger bis in Halbfinale vor, in dem sie sich im Nordderby gegen Werder Bremen mit 3:3 aufgrund der Auswärtstorregel geschlagen geben mussten; Jansen hatte 11 der 14 Partien bestritten. Auch im DFB-Pokal schied er mit seinem Verein erst im Halbfinale gegen Werder Bremen im Elfmeterschießen aus.

Trotz einer Verletzung zu Anfang der Spielzeit gilt die Saison 2009/10 als beste seiner Karriere. Jansen erzielte in 18 Ligapartien sechs Tore und wurde mit 10 Scorerpunkten zu einem der Topscorer der Hamburger gemeinsam mit Eljero Elia. In der Europa League erreichte der HSV erneut das Halbfinale, verlor aber nach 0:0 knapp mit 1:2 im Rückspiel gegen den FC Fulham. In diesem Wettbewerb kam er auf weitere drei Tore in nur acht Spielen. Die Teilnahme an der Europa League der nächsten Saison verpasste man als Tabellensiebter mit drei Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart knapp. Die Folgesaison war geprägt von zahlreichen Verletzungen und Erkrankungen, so dass Jansen zwischen dem 9. und dem 20. Spieltag nicht eine Partie bestreiten konnte. Während er auf nur 16 Spiele kam, dabei zwei Tore erzielte, etablierte sich Dennis Aogo als Konkurrent in der Abwehr. Am Saisonende wurde der HSV Achter.

In der Spielzeit 2011/12, in der die Hamburger in akute Abstiegsgefahr gerieten, verpasste Jansen wieder kaum ein Spiel und kam 29-mal zum Einsatz, wobei er 26-mal in der Startelf gestanden hatte. Dabei setzte er sich zu Beginn der Saison gegenüber seinem Konkurrenten Aogo durch. Neben einer Torvorlage nach der Einwechslung im ersten Spiel erzielte er fünf Tore. Am vorletzten Spieltag wurde mit einem 0:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 der Klassenerhalt gesichert. In der Saison 2012/13 bestritt er 28 Spiele in der Startelf und lieferte drei Vorlagen sowie ein Tor: Am 31. Spieltag erzielte er beim 1:4 gegen den FC Schalke 04 zur Führung das erste Kopfballtor seiner Karriere. Am letzten Spieltag hatte seine Mannschaft noch Chancen auf die Europa League, belegte aber nach einem 0:1 gegen Bayer Leverkusen den siebten Platz mit drei Punkten Rückstand auf Eintracht Frankfurt. In der Saison 2013/14 beförderte der neue HSV-Trainer Bert van Marwijk Jansen als Ersatz für den verletzten Rafael van der Vaart zum Kapitän der Hamburger.[2] Nachdem er unter Trainer Thorsten Fink in vier von sieben Partien auf der Bank gesessen hatte, schoss Jansen im ersten Spiel unter van Marwijk den Treffer zum 2:2-Endstand gegen Eintracht Frankfurt. Unter van Marwijk verpasste er nur noch eine Partie. Kurz nach der Anstellung von Mirko Slomka fiel Jansen bis zum Saisonende aufgrund einer Verletzung im Länderspiel aus und kam daher nur auf 20 Einsätze nebst vier Vorlagen und einem Tor. Am 32. Spieltag gab er gegen den FC Augsburg sein Comeback. Der Hamburger SV belegte nach sieben Siegen in 34 Spieltagen den 16. Tabellenplatz und rettete sich in die Relegation, in der er gegen die SpVgg Greuther Fürth den Klassenerhalt schaffte.

Jansens Vertrag mit dem HSV läuft bis zum 30. Juni 2015.[3]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Marcell Jansen (r.) und Bastian Schweinsteiger bei der WM 2010

Am 16. November 2004 spielte Jansen erstmals – beim 1:1 gegen die Auswahl Polens in Cottbus – für die deutsche U-21-Nationalmannschaft. Am 8. Februar 2005 erzielte er in Wrexham seinen einzigen Treffer beim 4:0-Sieg gegen die Auswahl Wales'. Am 3. September 2005 kam er zu seinem 45-minütigen Länderspiel-Debüt, als er in Bratislava im Test-Länderspiel gegen die Auswahl der Slowakei zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Er gehörte nach sechs weiteren Einsätzen, darunter fünf Startelfteilnahmen, im Vorfeld des Turniers als jüngster Spieler zum Aufgebot der A-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2006. Im Spiel um den dritten Platz gegen die Auswahl Portugals kam er erstmals bei einer WM zum Einsatz; außerdem bestritt er dabei sein erstes Pflichtspiel. Am 14. August 2006 erhielt er, zusammen mit dem deutschen WM-Kader und dem Trainerstab, das Silberne Lorbeerblatt.

Nach der WM nahm er an acht der zwölf Qualifikationsspiele für die Endrunde der Europameisterschaft 2008 teil. Dabei erzielte er am 2. Juni 2007 sein erstes Länderspieltor beim 6:0 gegen die Auswahl San Marinos. Für die Europameisterschaft 2008 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw erneut ins Aufgebot der Nationalmannschaft berufen.[4] Während des Turniers nahm er an fünf der insgesamt sechs deutschen Spiele teil, jedoch nur bei dem Auftaktspiel gegen Polen über die volle Spielzeit, und wurde Vizeeuropameister.

Verletzungsbedingt bestritt Jansen nur zwei von zehn Qualifikationsspielen für die WM 2010. Beim 4:0-Sieg gegen die Auswahl Liechtensteins am 28. März 2009 erzielte er sein zweites Länderspieltor. Vor der WM-Vorbereitung absolvierte er ansonsten keine Partie mehr, wurde aber dennoch für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika nominiert. Viermal kam er dabei zum Einsatz, darunter drei Einwechslungen gegen die Auswahl Ghanas, Argentiniens und gegen die Auswahl Spanien. Im Spiel um den dritten Platz gegen die Auswahl Uruguays spielte Jansen dann erstmals von Beginn an. Sein in seiner Karriere dritter Treffer zum 2:2 bedeutete nicht nur den zwischenzeitlichen Ausgleich, sondern auch sein erstes Tor während einer Weltmeisterschaft. Deutschland gewann das Spiel mit 3:2 und belegte den dritten Platz.

Nach dem ersten EM-Qualifikationsspiel in Brüssel im September 2010 gegen die Auswahl Belgiens fand er fast drei Jahre lang keine Berücksichtigung mehr, und gehörte auch nicht zum Kader für die Europameisterschaft 2012. Am 24. März 2013 erhielt er wieder eine Einladung für die DFB-Auswahl, als er von Bundestrainer Joachim Löw für das WM-Qualifikationsspiel am 26. März 2013 im Frankenstadion zu Nürnberg gegen die Auswahl Kasachstans nachträglich nominiert wurde.[5] Er wurde in der Nachspielzeit für Marco Reus eingewechselt[6] und kam in den folgenden Monaten wieder regelmäßig zum Einsatz. Dabei profitierte er vor allem davon, dass Jérôme Boateng seit dieser Zeit in der Innenverteidigung zum Einsatz kam und Philipp Lahm für ihn auf die rechte Außenseite rückte. Dadurch wurde der linke Platz für Jansen und seinen Konkurrenten Marcel Schmelzer frei.

Am 5. März 2014, im letzten Spiel vor der Kadernominierung zur Weltmeisterschaft 2014 gegen die Auswahl Chiles, lief er in der Startelf auf. In einem Zweikampf trat ihm Mauricio Isla auf den Knöchel. Dabei riss sich Jansen das Außenband im rechten Sprunggelenk[7] und drohte für die WM auszufallen. Trotz langer Verletzungspause wurde er am 8. Mai zwei Wochen nach seiner Rückkehr in die Bundesliga in den vorläufigen Kader der Weltmeisterschaft berufen,[8] jedoch aus dem endgültigen Aufgebot gestrichen.[9]

Erfolge[Bearbeiten]

FC Bayern München

Nationalmannschaft

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Jansen unterstützt das Projekt „Hamburger Weg“,[10] eine Sponsoring-Initiative des HSV und in Hamburg ansässiger Unternehmen unter der Schirmherrschaft des Hamburger Senats, die hilfebedürftige Hamburger unterstützt. Zudem engagiert sich Jansen für den bundesweiten Schulwettbewerb „Mathe macht das Tor“,[11] der die Mathematikfähigkeiten der Schüler fördern soll und ist Mitglied im Kuratorium der Deutschen Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind in Tannheim bei Villingen-Schwenningen, die sich für chronisch kranke Kinder und deren Familien einsetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marcell Jansen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Transfer-Coup: HSV holt Jansen. In: kicker online. 27. August 2008, abgerufen am 23. August 2014.
  2. Neuer HSV-Kapitän: Jetzt ist Marcell Jansen der Boss in: Hamburger Morgenpost vom 22. November 2013; abgerufen am 6. März 2014
  3. Jansen verlängert HSV-Vertrag bis 2015 in: DIE WELT vom 22. Juni 2012; abgerufen am 22. Juni 2012
  4. faz.net: Deutscher Kader bei der Euro 2008
  5. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Auch Jansen und Hermann reisen nach. In: kicker online. 24. März 2013, abgerufen am 17. Januar 2014.
  6. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Kurze Gala reicht Löw-Elf zum Pflichtsieg. In: kicker online. 26. März 2013, abgerufen am 17. Januar 2014.
  7. Simon Braasch: Bitter für den HSV: Marcel Jansen verletzt. In: Hamburger Morgenpost. Morgenpost Verlag GmbH, 6. März 2014, abgerufen am 6. März 2014.
  8. DFB-Kader für die WM 2014 in Brasilien fussballnationalmannschaft.net, abgerufen am 8. Mai 2014
  9. Löw sortiert vier Spieler aus Sportschau.de, abgerufen am 14. Mai 2014
  10. Der Hamburger Weg unterstützt "Praktisch gut - Perspektive mit Plan" OffizielleWebseite des HSV
  11. Holger Badstuber, Marcell Jansen und Nuri Sahin unterstützen „Mathe macht das Tor”