Marcellinus (Bischof von Rom)

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Marcellinus, Phantasiedarstellung in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern

Der heilige Marcellinus († 304) wurde, dem Liberischen Katalog zufolge, am 30. Juni 296 zum Bischof von Rom gewählt. Im Martyrologium hieronymianum, der Depositio episcoporum oder auch der Depositio martyrum wird er nicht erwähnt.

Marcellinus’ Episkopat begann unter Kaiser Diokletian, doch hatte dieser noch nicht mit seiner Christenverfolgung begonnen. Er gab dem Christentum reichlich Freiheiten, so dass die Kirche wuchs. Cäsar Galerius führte die Heidenbewegung gegen die Christen an und konnte Diokletian schließlich 302 gegen das Christentum aufbringen. Zunächst mussten christliche Soldaten die Armee verlassen, später wurde kirchlicher Besitz konfisziert und christliche Bücher zerstört. Nach zwei Feuern in seinem Palast griff Diokletian zu härteren Maßnahmen: Christen mussten von ihrem Glauben abfallen oder sie wurden zum Tode verurteilt.

Der Liber Pontificalis – der auf den Taten des Heiligen Marcellinus basiert, einem heute verlorenen Text – berichtet, dass während Diokletians Verfolgung Marcellinus den Tod als Märtyrer fand. Innerhalb der Kirche wurde dies bestritten: ein Streit brach später aus, ob Marcellinus nicht doch dem Glauben abschwor, um sein Leben zu retten. Dieser Streit dauerte bis in das 6. Jahrhundert an.

Marcellinus ist der erste Bischof von Rom, für den der Titel papa (Papst) nachweisbar ist, wenn auch nicht als Selbstbezeichnung.

Dem Liber Pontificalis zufolge wurde Marcellinus am 26. April 304 in der Priscilla-Katakombe begraben, auf der Via Salaria, 25 Tage nach seinem Martyrium. Der Liberische Katalog nennt den 25. Oktober. Nach einer längeren Sedisvakanz folgte ihm Marcellus I., mit dem er manchmal aufgrund der Namensähnlichkeit verwechselt wurde.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marcellinus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Cajus Bischof von Rom
(Die Bezeichnung Papst wurde erstmals 384 verwendet)

296–304
Marcellus I.