Marcellus von Ancyra

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Marcellus von Ancyra († 374) war Bischof von Ancyra im 4. Jahrhundert n. Chr.

Marcellus von Ancyra trat zuerst auf dem Konzil von Nicaea 325 in Erscheinung, auf dem er gemeinsam mit dem orthodoxen Bischof Athanasius gegen die Arianer stritt. Aufgrund seiner monarchianistischen und sabellianistischen Anschauungen – er vertrat eine eher monotheistische Lehre und stand der Idee von der Dreifaltigkeit kritisch gegenüber – wurde er auf der Synode von Tyros (335) auf Betreiben des Eusebius von Nikomedia als Häretiker abgesetzt und verbannt.[1] Sein Nachfolger auf dem Bischofsstuhl wurde 336 Basilius von Ancyra. Nach dem Tode Konstantins des Großen reiste er in den westlichen, von Konstantin II. beherrschten Reichsteil, der ihn in eine am 17. Juni 337 verkündete Amnestie einbezog.

Da eine Rückkehr in den östlichen Reichsteil auch weiterhin abgelehnt wurde, wandte er sich an Julius, den Bischof von Rom, der ihn als orthodox anerkannte und fortan unterstützte. Eine Bischofsversammlung in Rom rehabilitierte Marcellus Ende des Jahres 340. 342/43 wurde seine Anerkennung innerhalb der westlichen Kirche auf dem Konzil von Serdica bestätigt. 345 wurde in Sirmium sein Schüler Photinus angeklagt, der ähnliche Lehren vertrat wie Marcellus. Marcellus unterstützte ihn und verlor somit auch das Vertrauen des Athanasius, mit dem er einst gemeinsam gegen die Arianer gestritten hatte. Er erlangte sein Bistum nicht wieder und starb 374. Nach seinem Tode wurden seine Lehren auf dem Ersten Konzil von Konstantinopel 381 endgültig verurteilt.

Werke[Bearbeiten]

  • Markell von Ankyra: Die Fragmente. Der Brief an Julius von Rom (= Vigiliae Christianae. Supplements 39). Herausgegeben, eingeleitet und übersetzt von Markus Vinzent. Brill, Leiden u. a. 1997, ISBN 90-04-10907-2.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. So Barceló, Constantius II. und seine Zeit, S. 54f. Klein, in: BBKL, Bd. 5, Sp. 776, verlegt die Verbannung des Marcellus hingegen auf die Synode von Antiochia 341.