Marcia Haydée

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Porträt Marcia Haydée von Eva Zippel, 1989.

Márcia Haydée Salaverry Pereira da Silva (* 18. April 1937 in Niterói, Brasilien) ist eine brasilianische Tänzerin, Choreografin und Ballettdirektorin. Sie gilt als eine der großen Ballerinen des 20. Jahrhunderts und ist auch für ihre schauspielerischen Fähigkeiten anerkannt. Berühmte Tanzpartner waren etwa Rudolf Nurejew, Mikhail Baryshnikov und Richard Cragun.

Leben[Bearbeiten]

Márcia Haydée wuchs in Rio de Janeiro als Tochter eines Arztes auf. Ihre internationale Karriere begann mit dem Debüt in Rio de Janeiro im Jahr 1953. 1961 nahm sie ein Engagement des Generalintendanten Walter Erich Schäfer zur Mitarbeit am Stuttgarter Ballett an, wo sie unter der Leitung von John Cranko Primaballerina wurde.

Der Durchbruch zum Weltruhm gelang ihr 1962 in Romeo und Julia, gemeinsam mit Richard Cragun. Die Stuttgarter Compagnie wurde eine der führenden Balletttruppen der ganzen Welt. Nach dem Tod John Crankos übernahm 1974 zunächst der US-Amerikaner Glen Tetley die Direktion der Truppe, 1976 wurde Haydée zur Ballettdirektorin ernannt. Sie arbeitete auch mit anderen zeitgenössischen Tänzern und Choreografen - etwa mit John Neumeier (er hat ihr sein Ballett Kameliendame gewidmet) und Maurice Béjart zusammen. In Stuttgart förderte sie gezielt den Nachwuchs wie etwa William Forsythe - heute einer der wichtigsten Choreografen der Welt. Sie zeigte auch eigene Choreografien: 1987 Dornröschen und 1989 Giselle. Von 1994 bis 1996 leitete sie sowohl die Ballett-Compagnie von Stuttgart als auch von Santiago de Chile. Márcia Haydée nahm 1996 Abschied vom Stuttgarter Ballett. Seit 2002 leitet sie wieder das Ballett von Santiago de Chile im Teatro Municipal, sie geht mit dem Ensemble weltweit auf Tournee und zeigt nun Tanztheater. Im März 2009 wurde Haydée mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern ausgezeichnet.[1]

Haydée lebte 16 Jahre mit Richard Cragun zusammen. Seit 1995 ist sie mit ihrem Yoga-Lehrer Günther Schöberl verheiratet.[2]

Filmographie[Bearbeiten]

  • Marcia Haydée – Das Schönste kommt noch! Dokumentation, 2007, 45 Min., ein Film von Jean Christophe Blavier (langjähriger Tanzpartner Haydeés), Produktion: ZDFtheaterkanal, moving-angel GmbH, Erstausstrahlung: 15. Dezember 2007, Inhaltsangabe von 3sat
  • M. for Marcia. Marcia Haydée - die Tanzlegende des 20. Jahrhunderts. Dokumentation, 2006, 52 Min., ein Film von Jean Christophe Blavier (DVD), Produktion: moving-angel GmbH,
  • Die Kameliendame. Spielfilm, Tanzfilm, BR Deutschland, 1986/87, 129 Min., Regie: John Neumeier, Produktion: NDR, Polyphon
  • Golgotha. Spielfilm, Deutschland, Bulgarien, 1992/94, 125 Min., Regie: Mikhail Pandoursky, Produktion: Pandora Film GmbH, Filmdaten von Filmportal.de, Inhaltsangabe von IMDb
  • Poem – Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug. Spielfilm, Literaturverfilmung, Deutschland, 2000/02, 92 Min., Regie: Ralf Schmerberg, Produktion: Trigger Happy Productions

Publikationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelia Stilling-Andreoli: Marcia Haydée - Divine. Fotografien von Gundel Kilian, Henschel-Verlag, Berlin 2005, 216 S., 52 schw.-w. und 12 farb. Abb., Gebunden, ISBN 3-89487-504-6
  • Felipe J. Alcoceba und Brigitte Schneider: Dance & dancers Stuttgart Ballet. Edition Braus, Heidelberg 1997 [Ausstellung der Württembergischen Landesbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Ballett aus Anlass des Stuttgarter Ballett-Festivals: Hommage à John Cranko und des Projekts "TanzRegion" der KulturRegion Stuttgart 1997 vom 24. September bis 23. Dezember 1997], ISBN 3-89466-205-0
  • Maurice Béjart und Rainer Woihsyk (Hrsg.): Marcia Haydée. Belser, Stuttgart, Zürich 1987, 136 S., überwiegend Ill., ISBN 3-7630-9041-X
  • Hannes Kilian: Stuttgarter Ballett. Auf neuen Wegen. Kunstverlag Weingarten, Weingarten 1981, 271 S., überwiegend Ill., ISBN 3-921617-45-6
  • Hannes Kilian, Heinz-Ludwig Schneiders, Horst Koegler, John Percival: Marcia Haydee. Porträt einer großen Tänzerin. Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1975, ISBN 3-7995-2002-3

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bekanntgabe der Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland vom 1. April 2009, veröffentlicht auf bundespraesident.de, amtliche Bekanntgabe im Bundesanzeiger.
  2. http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/116590/index.html