Marcin Zaleski

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Die Rückkehr der polnischen Truppen aus Wierzbno (poln.: Powrót oddziałów wojska polskiego z Wierzbna), 1831, Bestand Nationalmuseum Warschau

Marcin Zaleski (* 1796 in Krakau; † 16. September 1877 w Warschau) war ein polnischer Maler, Hochschullehrer und Vertreter des Klassizismus. Er gehörte zu den bedeutendsten polnischen Vedutenmalern des 19. Jahrhunderts.[1]

Leben[Bearbeiten]

Zaleski wurde in Krakau geboren. Er war Autodidakt. Er brachte sich das Malen über das Kopieren von Gemälden bei. Als Hilfskraft in der Theaterdekoration erlernte er das perspektivische Zeichnen. 1928 wurden einige seiner Bilder ausgestellt; er gewann eine Auszeichnung und ein Stipendium. Auf Reisen nach Deutschland, Frankreich und Italien vertiefte er seine Fertigkeiten. Oft besuchte der Maler Vilnius. Ab 1830 lebte er in Warschau. 1846 wurde er hier als Professor an den Lehrstuhl für perspektivisches Zeichen der Akademie der Bildenden Künste berufen.[2]

Er malte (wie auch Wincenty Kasprzycki) Stadtansichten in der Tradition von Bernardo Bellotto, genannt Canaletto.[3] Bevorzugte Sujets waren Warschau, Vilnius, Kaunas, Krakau, Posen und Częstochowa.[4] Daneben entstanden Rauminnenansichten (z.B. von Kirchen),[2] Portraits und - vor Allem im Zusammenhang mit dem Novemberaufstand in Warschau, den er miterlebt hatte[5] - historische Werke; dennoch steht auch hier die Architektur im Vordergrund. Viele seiner Bilder dienten aufgrund der Präzision der dargestellten Gebäude beim Wiederaufbau des zerstörten Warschaus nach dem Zweiten Weltkrieg als Vorlage.

Zaleski wurde auf dem Warschauer Powązki-Friedhof bestattet (Grab-Nr. 158.VI).[6] Werke von ihm befinden sich außerhalb Polens im Adam Mickiewicz-Museum in Istanbul[7] und im Palastmuseum im weißrussischen Homel.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. gem. Kataloge der Oberösterreichischen Landesmuseen. Band 1: Lothar Schultes (Red.): Sehnsucht Natur: Landschaften Europas. Landesmuseen, Linz 2009, ISBN 978-3-85474-206-7.
  2. a b Friedrich Mueller, Karl Klunzinger, Adolf Seubert: Die Künstler aller Zeiten und Völker. Oder Leben und Werke der berühmtesten Baumeister, Bildhauer, Maler, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen etc. In: Neuestes Künstlerlexikon. 4. Band, Verlag von Ebner & Seubert, Stuttgart 1870, S. 466.
  3. Tadeusz Dobrzeniecki, Kunst in Polen von der Gotik bis heute, Ausstellung im Kunsthaus Zürich vom 26. Juni bis 8. September 1974, Kunsthaus Zürich, Zürich 1974.
  4. Stanley S. Sokol, Sharon F. Mrotek Kissane, Alfred L. Abramowicz: The Polish Biographical Dictionary. Profiles of nearly 900 Poles who have made lasting contributions to world civilization. Bolchazy-Carducci Publishers, Wauconda 1992, ISBN 0-86516-245-X, S. 450.
  5. Janusz Walek: A History of Poland in Painting. Interpress, 1988, ISBN 83-223-2115-5, S. 110.
  6. Eintrag in der Polnischen Personendatenbank, siehe unter Weblinks
  7. Wojciech Chmurzyński: Adam Mickiewicz Museum in Stamboul.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marcin Zaleski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]