Marco Ferreri

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Marco Ferreri in Cannes 1991

Marco Ferreri (* 11. Mai 1928 in Mailand; † 9. Mai 1997 in Paris) war ein italienischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Einem breiteren Publikum bekannt wurde Ferreri im Jahr 1973 vor allem durch die Satire Das große Fressen. Mit vielen seiner Filme wie z. B. mit La carne, in dem ein Mann seine Geliebte verspeist, provozierte Ferreri bewusst sein Publikum.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem er zunächst sein Geld als Spirituosenvertreter verdient hatte, sammelte Ferreri 1949/1950 erste Erfahrungen im Filmgeschäft durch das mit Sergio Spina unternommene Drehen von Werbefilmen. Nach seinem Umzug nach Rom widmete er sich der Produktion von Documento mensile, einer Wochenschau und arbeitete erstmals für den Spielfilm als Produktionsinspektor bei Alberto Lattuadas Der Mantel. Weitere Aufgaben für Projekte von Cesare Zavattini folgten.

Mitte der 1950er Jahre ging Ferreri nach Spanien, wo er den Humoristen Rafael Azcona kennenlernte, mit dem er eine jahrelange Zusammenarbeit begann; erste Frucht dieser Arbeit war sein Spielfilmdebüt El pisito, der 1958 erschien. Zwei weitere in Spanien produzierte und realisierte Filme, auch sie sarkastisch und ironisch, folgten, bevor Ferreri in sein Heimatland zurückkehrte. Dort drehte er antikonformistische, oft kontrovers diskutierte und rezipierte Filme wie Die Bienenkönigin, La donna scimmia und Marcia nuziale. Durchgängige Themen seiner Werke waren pessimistische Sichten auf die Konfrontation von Einzelschicksalen mit gesellschaftlichen Normen, die er auch in weiteren Filmen, in teilweise krasser Form, analysierte.

Das große Fressen war 1973 ein durchschlagender Erfolg; ihn zu wiederholen gelang ihm nicht. Viele seiner späteren Filme wurden als bemühte Übungen in Grotesken und polemischer Provokation aufgenommen.[1] Ferreri wird als unklassifizierbarer und genialer Filmemacher bezeichnet.[2]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1959: Die kleine Wohnung (El pisito)
  • 1959: Los chicos
  • 1960: Der Rollstuhl (El cochecito)
  • 1961: Die Italienerin und die Liebe (Le Italiane e l’amore) (eine Episode)
  • 1963: Die Bienenkönigin (Una storia moderna – l’ape regina)
  • 1965: Break-Up (L’uomo dei cinque palloni)
  • 1967: L’harem
  • 1968: Dillinger ist tot (Dillinger è morto)
  • 1969: Il seme dell’uomo
  • 1971: Die Audienz (L’udienza)
  • 1972: Allein mit Giorgio (Liza)
  • 1973: Das große Fressen (La grande bouffe)
  • 1974: Berühre nicht die weiße Frau (Touche pas à la femme blanche)
  • 1976: Die letzte Frau (L’ultima donna)
  • 1978: Affentraum (Ciao maschio)
  • 1979: Mein Asyl (Chiedo asilo)
  • 1981: Ganz normal verrückt (Storie di ordinaria follia)
  • 1982: Die Geschichte der Piera (Storia di Piera)
  • 1984: Die Zukunft heißt Frau (Il fututo è donna)
  • 1986: I Love You (I love you)
  • 1988: Haus der Freuden (La casa del sorriso)
  • 1991: Carne – Fleisch (La carne)
  • 1993: Diario di un vizio
  • 1996: Nitrate Base (Nitrato d’argento)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. I registi, Gremese 2002, S. 174.
  2. Kurzbiografie bei raiuno