Marco Polo (Schiff)

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Dieser Artikel behandelt das Kreuzfahrtschiff Marco Polo. Für das gleichnamige Containerschiff siehe CMA-CGM-Marco-Polo-Typ.
Marco Polo
Die Marco Polo in Istanbul

Die Marco Polo in Istanbul

p1
Schiffsdaten
Flagge BahamasBahamas (Handelsflagge) Bahamas
andere Schiffsnamen
  • Aleksandr Pushkin
Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Klasse Ivan Franko-Klasse
Rufzeichen C6JZ7
Heimathafen Nassau
Eigner Story Cruise Ltd.[1]
Bauwerft Mathias-Thesen-Werft, Wismar
Stapellauf 26. April 1964[2]
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
176,28 m (Lüa)
Breite 23,55 m
Tiefgang max. 8,2 m
Vermessung 22.080 BRZ / 9.081 NRZ
 
Besatzung 330
Maschine
Maschine dieselmechanisch
2 × Dieselmotor (Cegielski-Sulzer 7RD76)[1]
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
15.477 kW (21.043 PS)
Geschwindigkeit max. 20 kn (37 km/h)
Propeller 2 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 5.180 tdw
Zugelassene Passagierzahl 850
Ausstattung
Anzahl Decks

8

Sonstiges
Klassifizierungen

Det Norske Veritas

Registrier-
nummern

IMO-Nr. 6417097

Die Marco Polo ist ein Kreuzfahrtschiff, das im Jahr 1965 unter dem Namen Aleksandr Pushkin auf der damaligen Mathias-Thesen-Werft in Wismar mit der Baunummer 126 vom Stapel gelaufen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schiff gehörte zur Ivan Franko-Klasse, Projekt 301/SeeFa750, einer Reihe von fünf Schwesterschiffen für die Sowjetunion, und wurde bei der Baltic Shipping Co. in Leningrad in Dienst gestellt. Die Schwesterschiffe, von denen mittlerweile drei verschrottet wurden und eins gesunken ist, waren nahezu baugleich und trugen die Namen großer georgischer, ukrainischer und russischer Schriftsteller: Ivan Franko, Shota Rustaveli, Taras Shevchenko und Mikhail Lermontov.

Das Schiff ist 176,28 Meter lang und hat eine Breite von 23,55 Meter. Es verfügt über acht Decks und hat einen Tiefgang von 8,20 Metern.

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR wurde das Schiff verkauft und erfuhr in den Jahren 1991 und 1992 auf einer griechischen Werft einen tiefgreifenden Umbau. Dabei wurde neben der gesamten Innenausstattung auch die Technik des Schiffes vollständig erneuert. Seit diesem Umbau ist das Schiff mit 22.080 BRZ vermessen und hat eine Maschinenleistung von 15.477 kW; es kann eine maximale Reisegeschwindigkeit von 20 Knoten erreichen. Mit dem Umbau wurde auch die maximale Passagierzahl von 650 auf 850 Passagiere angehoben. Nach dem Werftaufenthalt erhielt das Schiff seinen jetzigen Namen Marco Polo und fuhr zunächst für die Orient Lines mit Sitz in Nassau auf den Bahamas. Seit dem Jahr 1998 ist es für die Orient Lines Europe Ltd. ebenfalls mit Sitz auf den Bahamas registriert.

Die Marco Polo während Umbauarbeiten in Cuxhaven

Anfang 2008 wurde das Schiff an eine griechische Gesellschaft, die Global Cruise Lines, verkauft und an den deutschen Kreuzfahrtveranstalter Transocean Tours verchartert. Es fuhr danach überwiegend für den deutschen, zeitweise auch für den britischen Kreuzfahrtmarkt. Der Verkauf der Marco Polo bedeutete gleichzeitig das Ende der „Orient Lines“-Ära.

Am Morgen des 15. Februar 2014 wurde das Schiff im Ärmelkanal während eines heftigen Sturmes von einer Welle getroffen. Dabei starb ein 85 Jahre alter Mann.[3][4][5]

Das Schiff wird in den Wintermonaten vorwiegend in der Karibik, dem Mittelmeer und in der Antarktis, im Sommerhalbjahr in Norwegen sowie in der Ostsee eingesetzt.

Am 1. November 2014 lief die Marco Polo im Buksnesfjord (Vestvågøy/Lofoten) beim Einlaufen gegen 06.30 Uhr UTC auf Grund. Mit dem Abendhochwasser kam sie gegen 16 Uhr wieder frei und konnte die Reise nach Tromsø fortsetzen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marco Polo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Det Norske Veritas, Vessel Marco Polo (englisch)
  2. Aleksandr Pushkin (1965) Fakta om fartyg (schwedisch)
  3. Ärmelkanal: Riesenwelle tötet Schiffspassagier. 15. Februar 2014, abgerufen am 15. Februar 2014.
  4. Unwetter über britischen Inseln: 85-Jähriger stirbt bei Sturm im Ärmelkanal. 15. Februar 2014, abgerufen am 15. Februar 2014.
  5. Ärmelkanal: Riesenwelle tötet Schiffspassagier. 15. Februar 2014, abgerufen am 15. Februar 2014.