Marco Reus

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Marco Reus

Marco Reus in der Nationalmannschaft (2012)

Spielerinformationen
Geburtstag 31. Mai 1989
Geburtsort DortmundDeutschland
Größe 180 cm[1]
Position Sturm, Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1993–1995
1995–2005
2005–2008
Post SV Dortmund[2]
Borussia Dortmund
Rot Weiss Ahlen
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2006–2008
2007–2009
2009–2012
2012–
Rot Weiss Ahlen II
Rot Weiss Ahlen
Borussia M'gladbach
Borussia Dortmund
6 0(3)
43 0(5)
97 (36)
62 (30)
Nationalmannschaft2
2009
2011–
Deutschland U-21
Deutschland
2 0(0)
21 0(7)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2013/14
2 Stand: 6. Juni 2014

Marco Reus (* 31. Mai 1989 in Dortmund) ist ein deutscher Fußballspieler, der seit 2012 bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht und für die deutsche Fußballnationalmannschaft aufläuft.

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten]

Marco Reus wuchs im Dortmunder Stadtteil Körne in einfachen Verhältnissen mit zwei älteren Schwestern auf. Sein Vater war Betriebsschlosser, seine Mutter Bürokauffrau.[3] Laut eigenen Angaben begann Reus bereits im Alter von vier Jahren mit dem Fußballspielen.[4] Er besuchte die Max-Born-Realschule in Asseln und danach die Hauptschule in Wickede.[3] Eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann brach Reus zu Gunsten seiner Karriere als Berufsfußballer ab.[5] Er zählt den tschechischen Fußballspieler Tomáš Rosický zu seinen Vorbildern.[6]

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Er wechselte im Alter von sechs Jahren in die Jugendabteilung von Borussia Dortmund und im zweiten B-Jugend-Jahr zu Rot Weiss Ahlen.[7] In Ahlen spielte er zunächst in der U-17 und der U-19. Im ersten Jahr erzielte der offensive Mittelfeldspieler im Schnitt in fast jedem zweiten Spiel ein Tor (zehn Tore in 21 Spielen) und wurde fünfmal in der U-23 der Westfalen in der Oberliga eingesetzt. Dabei erzielte er in seinen ersten beiden Partien jeweils ein Tor. Im Jahr darauf steigerte er seine Torquote auf 12 in 19 A-Jugend-Partien. Gleichzeitig wurde er in den Kader der ersten Mannschaft aufgenommen; es dauerte bis zum zwölften Spieltag, bis er erstmals für die Regionalligamannschaft spielte. Danach wurde er 14-mal in der letzten halben Stunde eingewechselt, zweimal spielte er von Beginn an. Er erzielte am letzten Spieltag ein Tor, als der Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt gemacht wurde.

Marco Reus im Testspiel gegen SV Bergisch Gladbach 09 (2009)

In der Saison 2008/09 gelang Reus mit 19 Jahren der Durchbruch im Profifußball. Am ersten Spieltag wurde er in der Halbzeit eingewechselt. Am vierten Spieltag stand er in der Startaufstellung und erzielte sein erstes Profitor. Danach wurde er Stammspieler und kam auf 27 Einsätze und vier Treffer. Ahlen beendete die Saison auf dem zehnten Tabellenplatz.

Zur Saison 2009/10 wechselte Reus für etwa eine Million Euro zum Erstligisten Borussia Mönchengladbach, bei dem er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterzeichnete.[8] Auch in der höchsten Spielklasse stand er vom ersten Spieltag an auf dem Platz, zunächst als Einwechselspieler und nach wenigen Monaten in der ersten Elf. Am 28. August 2009 erzielte Reus im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 nach einem Sololauf über 54 Meter sein erstes Bundesligator.[9] Nur einen Spieltag verpasste Reus in dieser Saison, dazu erzielte er acht Tore. Im Jahr darauf war er mit zehn Toren bester Torschütze der Borussia, dazu bereitete er noch neun Treffer vor. Am 2. November 2010 verlängerte er seinen Vertrag bei Borussia Mönchengladbach vorzeitig bis zum 30. Juni 2015. Die Mannschaft verbrachte die Mehrzahl der Spieltage auf dem letzten Tabellenplatz. Erst am vorletzten Spieltag konnte sie sich auf den 16. Platz retten und die Relegationsspiele erreichen. Nachdem das Hinspiel gegen den Zweitligadritten VfL Bochum mit 1:0 gewonnen worden war, sicherte Reus im Rückspiel mit dem Treffer zum 1:1-Ausgleich den Klassenerhalt.

Die Saison 2011/12 verlief für die Borussia anders als das Jahr zuvor. Am dritten Spieltag übernahm Mönchengladbach die Tabellenspitze nach einem 4:1 gegen den VfL Wolfsburg, zu dem Reus zwei Tore beitrug. Vom 11. bis 13. Spieltag erzielte er in drei Spielen sieben Tore und sicherte damit drei Siege in Folge. Bereits zur Winterpause wurde über einen Vereinswechsel spekuliert. Am 4. Januar 2012 kündigte Borussia Mönchengladbach an, dass Reus den Verein zum Saisonende verlassen werde. Reus nutzte eine Ausstiegsklausel, die es ihm erlaubte, für eine Ablösesumme von 17 Millionen Euro frühzeitig aus seinem Vertrag auszusteigen.[10] Am selben Tag gab Borussia Dortmund die Verpflichtung von Reus ab der Saison 2012/13 bekannt. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2017.[11] In der Rückrunde verdoppelte Reus seine Torausbeute und stand am Ende mit 18 Toren auf dem vierten Platz der besten Torschützen der Liga. Gladbach erreichte den vierten Tabellenplatz und damit die Champions-League-Qualifikation.

Nach dem Wechsel zu Borussia Dortmund erzielte Reus seine ersten beiden Pflichtspieltore im Erstrundenspiel zum DFB-Pokal 2012/13 gegen den Regionalligisten FC Oberneuland und im ersten Ligaspiel gegen Werder Bremen. Am 3. Oktober 2012 erzielte er sein erstes Tor in der UEFA Champions League zum zwischenzeitlichen 1:0 im Gruppenspiel bei Manchester City (Endstand: 1:1). Nach Erfolgen über den FC Malaga und Real Madrid erreichte Reus mit Dortmund schließlich das Endspiel, das mit 1:2 gegen Bayern München verloren wurde. In der Bundesliga trug er mit 14 Toren zur Vizemeisterschaft bei.

Nationalmannschaften[Bearbeiten]

Für die deutschen Juniorenauswahlmannschaften wurde Marco Reus erst im August 2009 entdeckt, als er bei zwei Freundschaftsspielen der U-21 eingesetzt wurde.

Am 6. Mai 2010 wurde Reus von Bundestrainer Joachim Löw nicht für den vorläufigen Kader der A-Nationalmannschaft Deutschlands zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 nominiert, dafür allerdings für das erste Vorbereitungsspiel in Aachen gegen Malta, da etliche Spieler aus dem vorläufigen Kader mit ihren Vereinen Pflichtspieltermine nachgingen. Für das Spiel gegen Malta musste er allerdings verletzungsbedingt absagen. Für das Länderspiel am 11. August 2010 in Kopenhagen gegen Dänemark wurde er erneut in den Kader der A-Nationalmannschaft Deutschlands berufen. Wegen eines grippalen Infekts musste er jedoch auch dieses Spiel absagen. Am 12. Mai 2011 wurde er zum dritten Mal von Löw in den Kader berufen. Er sollte am 29. Mai 2011 in Sinsheim gegen Uruguay für das deutsche Team spielen. Aber auch hier musste er wegen muskulärer Probleme absagen, genauso für die folgenden Qualifikationsspiele gegen Aserbaidschan und Österreich. Am 4. August 2011 wurde er für das Freundschaftsspiel in Stuttgart gegen Brasilien nominiert;[12] zwar musste er nicht verletzungsbedingt absagen, jedoch kam er nicht zum Einsatz.[13] Für die Spiele gegen Österreich und Polen Anfang September 2011 musste Reus wegen einer Schambeinreizung Löws Einladung zum vierten Mal ablehnen.

Am 7. Oktober 2011 gab Reus schließlich in der EM-Qualifikation in Istanbul gegen die Türkei sein Debüt für die A-Nationalmannschaft Deutschlands, als er kurz vor Abpfiff eingewechselt wurde. Gegen Belgien vier Tage später spielte er dann schon 20 Minuten. Danach wurde er auch zu den EM-Vorbereitungsspielen eingeladen. Am 26. Mai 2012 erzielte er sein erstes Länderspieltor mit dem zwischenzeitlichen 3:4 bei der 3:5-Niederlage gegen die Schweiz. Anschließend wurde er in den deutschen EM-Kader aufgenommen, in dem er allerdings nicht zur ersten Elf gehörte und in der Gruppenphase nicht zum Einsatz kam. Im Viertelfinale gegen Griechenland stellte dann Trainer Joachim Löw die Offensivreihe um und brachte ihn in der Startaufstellung. Mit dem vorentscheidenden 4:1 (Endstand 4:2) gelang Reus in der Partie sein erstes Pflichtspieltor für die deutsche Nationalmannschaft. Das Tor wurde zum Tor des Monats Juni gewählt.[14] Anschließend musste er im Halbfinalspiel gegen Italien wieder Lukas Podolski weichen. Reus wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 0:2 eingewechselt. In der 61. Minute hatte er mit einem guten Freistoß die Chance zum Anschlusstreffer, konnte Gianluigi Buffon jedoch nicht überwinden. Die deutsche Mannschaft verlor schließlich mit 1:2.

Am ersten Spieltag der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 spielte Reus beim 3:0-Erfolg gegen Färöer von Beginn an. Allerdings konnte er im neuen Spielsystem von Joachim Löw mit nur einem „Sechser“ statt einer „Doppelsechs“ gemeinsam mit den anderen Akteuren im offensiven Mittelfeld (mit Mesut Özil, Thomas Müller und seinem früheren Vereinskollegen Mario Götze) nur wenig Akzente setzen.[15] Am zweiten Spieltag erzielte Reus beim 2:1-Sieg gegen Österreich die zwischenzeitliche 1:0-Führung, wurde jedoch wegen einer Verletzung zur Halbzeit gegen Mario Götze ausgewechselt.[16] Beim 6:1-Auswärtserfolg gegen Irland am 12. Oktober 2012 in Dublin gelangen Reus zwei Treffer zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung.[17] Am vierten Spieltag bereitete Reus zwei Tore bei dem 4:4-Unentschieden gegen die schwedische Auswahl vor.

Am 8. Mai 2014 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen Kader der Weltmeisterschaft 2014 berufen.[18] Im letzten Testspiel vor der WM gegen Armenien (6:1) erlitt Reus einen Teilriss der linken vorderen Syndesmose (Knochenverbindung am Sprunggelenk) und fiel für die WM aus. Für ihn wurde Shkodran Mustafi von Löw nachnominiert.[19] Nach dem Gewinn des WM-Endspiels trug Torschütze Mario Götze das Trikot des verletzten Marco Reus.

Erfolge[Bearbeiten]

Borussia Dortmund

Auszeichnungen

Sonstiges[Bearbeiten]

Marco Reus ist Werbeträger für den Sportartikelhersteller Puma, den Spielzeughersteller Hot Wheels und den Unterhaltungselektronikhersteller Panasonic.[25]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marco Reus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]. Reus auf bvb.de.
  2. Vom Postler zum Profi
  3. a b Krull, Patrick ; Müller, Oliver: Ein verlorener Sohn kehrt zurück. In: Welt am Sonntag, 8. Januar 2012, Nr. 2, S. 28.
  4. Timm, Lina ; Kozubek, Felix: Kapitän Fipsi und seine Mannschaft. In: Die Zeit, 31. Mai 2012, Nr. 23, S. 41.
  5. Marco Reus. In: Internationales Sportarchiv 19/2012 vom 8. Mai 2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  6. Gartenschläger, Lars: Was Joachim Löw an Nelson Mandela bewundert bei welt.de, 6. Juni 2012 (abgerufen am 15. Juni 2012).
  7. Biografie, www.marcoreus.de
  8. Neustädter wird ein Borusse kicker online. Abgerufen am 12. November 2011
  9. Joker Reus krönt Solo aus der eigenen Hälfte (www.kicker.de, 28. August 2009)
  10. Michael Zorc zum Transfer von Marco Reus
  11. Borussia Dortmund verpflichtet Marco Reus
  12. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Löw nominiert Gündogan gegen Brasilien. In: kicker online. 4. August 2011, abgerufen am 3. Juli 2014.
  13. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Schwungvolle DFB-Elf entzaubert Brasilien. In: kicker online. 10. August 2011, abgerufen am 3. Juli 2014.
  14. Tor des Monats Juni 2012, sportschau.de (abgerufen am 10. September 2012).
  15. Nils Lehnebach: DFB-Sieg gegen Färöer Die glanzlosen Vier. spiegel, 8. September 2012, abgerufen am 12. September 2012.
  16. Maximilian Rau: Knapper DFB-Sieg in Wien Lehrstunde vom Verlierer. Spiegel, 12. September 2012, abgerufen am 12. September 2012.
  17. Reus eröffnet mit Doppelpack die Torgala von Dublin. Gesellschaft für DFB-Online mbH. 12. Oktober 2012. Abgerufen am 12. Oktober 2012.
  18. Löw nominiert 30 Spieler für erweiterten WM-Kader dfb.de, abgerufen am 9. Mai 2014
  19. Reus verpasst WM - Löw nominiert Mustafi nach dfb.de, abgerufen am 7. Juni 2014
  20. „Ter Stegen, Reus und Favre gewinnen Umfrage“. Financial Times Deutschland, ftd.de. 21. Mai 2012. Archiviert vom Original am 30. Juli 2012. Abgerufen am 24. Mai 2012.
  21. „Marco Reus ist Fußballer des Jahres“. kicker.de. 12. August 2012. Abgerufen am 12. August 2012.
  22. Tor des Monats, Januar 2012, abgerufen am 26. Oktober 2012.
  23. Tor des Monats, Juni 2012, abgerufen am 26. Oktober 2012.
  24. Tor des Monats, September 2012, abgerufen am 26. Oktober 2012.
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