Marcos de Niza

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Der Stein wurde möglicherweise von Marcos de Niza 1539 signiert. Neueste Forschungen weisen jedoch auf eine Fälschung hin.

Pater Marcos de Niza (* um 1495; † 1558) brachte als erster die Nachricht von den „Sieben Städten von Cibola“ nach Mexiko.

Expedition[Bearbeiten]

Marcos de Niza war ein Priester, der schon bei der Eroberung Perus dabei war. Er berichtete aus dieser Zeit über viele Gräueltaten durch die Konquistadoren in Peru. Ihn hatte der Neuspanische Vizekönig Antonio de Mendoza im Jahre 1539 in den Norden gesandt, um nach wohlhabenden Städten zu suchen.

Der Weg, den Marcos de Niza 1539 nahm, ist nur in groben Umrissen bekannt. Begleitet wurde er von Estevanico dem Mauren und einem zweiten Priester der sich Hermano Honorato (Onorato) nannte. Einige Indianer dienten ihnen als Läufer, Träger und Dolmetscher. Diese Indianer waren schon Cabeza de Vacas Weggefährten auf dem Marsch von Texas nach Neuspanien. Marcos de Niza begann seine Reise in Culiacán am 7. März 1539. Schon kurz darauf wurde Pater Honorato krank. Er musste zurückgelassen werden. Marcos de Niza und Estevanico blieben am Beginn ihres Weges in der Nähe der Küste. Später begaben sie sich auf einen Handelspfad der Einheimischen. Estevanico hatte Marcos de Niza von den zahlreichen Handelsreisen berichtet, welche die Einheimischen dieses Gebietes oft in den Norden führten.

Marcos de Niza sandte den Mauren ein paar Tage voraus, um den Weg zu erkunden. Estevanico hatte strenge Order, Nachrichten zurückzusenden und auf den Pater zu warten. Dieser dunkelhäutige Mann muss eine äußerst charismatische Person gewesen sein. Cabeza de Vaca hatte berichtet, dass er auf ihrer Reise als Schamane aufgetreten war und häufig den Spaniern vorangegangen war, wenn sie die Dörfer der Indios betraten. Andere Berichte lassen darauf schließen, dass er zahlreiche Tändeleien mit einheimischen Frauen hatte.

Cibola[Bearbeiten]

Estevanico war Marcos de Niza etwa drei Tage voraus. Er schickte durch indianische Boten einen Bericht an den Pater. Darin beschrieb er ein wunderbares nördliches Handelszentrum. Er nannte die Stadt Cibola. Gesehen hatte er sie noch nicht, denn grob geschätzt war er noch weitere 30 Tage von dieser Stadt entfernt. Estevanico war von der Nachricht so begeistert, dass er nicht auf Marcos de Niza warten wollte.

Am 7. April verließ der Pater das Dorf Vacapa und stieß selbst schon bald auf das Gebiet, in dem die indigene Bevölkerung von Cibola wusste. Er befragte sie sorgfältig und erfuhr weitere schillernde Berichte der nördlichen Stadt. In der Gegend, durch die Marcos de Niza reiste, hatten die Einheimischen nur kleine mit Maisstroh gedeckte Häuser mit Ziegeln aus ungebranntem Lehm. Doch in Cibola sollte es mehrstöckige, dauerhafte Gebäude geben. So war es kein Wunder, dass die Indianer in den höchsten Tönen von Cibola schwärmten.

Marcos de Niza ging weiter nach Norden und folgte Estevanicos Fährte. Er kam durch eine gut bewässerte Landschaft, in der die Menschen Mais anbauten und versuchte Estevanico einzuholen, aber der Maure blieb immer mehrere Tage vor ihm. In jedem Ort gab es neue Information über Cibola. Doch in seinen Berichten hat Marcos de Niza nie Goldfunde erwähnt. Er berichtete nur, dass in diesem Gebiet viele Türkise (Schmucksteine) getauscht wurden, und dass diese Türkise in einige Türrahmen eingebettet waren. Das führte bei den Konquistadoren anscheinend zu dem Glauben, dass man in Cibola Türen und Wände mit Juwelen beschlagen ließ. Marcos de Niza wurde später der Lüge bezichtigt. Wörtlich genommen war sein Bericht jedoch richtig. Wie Ethnologen im 19. Jahrhundert bestätigten, arbeiteten die Zunis manchmal einen kleinen Glücks-Türkis in den Eingang ihres Hauses ein.

Beiläufig erzählt der Bericht von Marcos de Niza, dass überall auf seiner Reise die Indios auf dem Cibola-Weg Handel trieben. Das beweist, dass Marcos de Niza auf einem wohl bekannten Weg der Einheimischen war.

Estevanicos Tod[Bearbeiten]

Die letzten 15 Tage zogen der Pater und seine indianischen Begleiter durch unbewohntes Gebiet. Wahrscheinlich waren sie Ende Mai 1539 in der Nähe von Cibola. Ein paar Tage bevor sie die Stadt erreichten, kamen Marcos de Niza einige indianische Flüchtlinge entgegen. Es waren Estevanicos Begleiter. Sie berichteten von seinem plötzlichen Tod. Anscheinend hatte er die Anweisungen des Kaziken von Cibola ignoriert. Er sollte sich der Stadt nicht nähern, weil die Bewohner der Stadt diesem fremden, dunkelhäutigen Schamanen nicht trauten. Trotz der Warnung, war Estevanico voller Vertrauen auf seine langjährige Erfahrung, den Menschen lachend entgegengekommen. Eine Auseinandersetzung folgte, bei der einige der Cabeza-Indianer getötet oder verletzt wurden. Auch Estevanico kam bei dieser Auseinandersetzung ums Leben.

Die Stadt in der Ferne[Bearbeiten]

Als Marcos de Niza dies hörte, ging er nur noch bis zu einem Plateau, von dem er die Stadt aus der Ferne betrachten konnte. Dann zog er sich so schnell wie möglich zurück. „Ich hatte mehr Angst im Bauch als zu essen“, schrieb er später ironisch.

Berichte[Bearbeiten]

Nur wenige Details seiner Rückreise sind bekannt. Anscheinend tauchte er in Mexiko-Stadt Mitte oder Ende August auf. Am 23. August 1539 schrieb Bischof Juan de Zumárraga, in Mexiko-Stadt einen Brief mit einigen Details der Entdeckungen von Marcos de Niza. Am 26. August 1539 wurde eine Kopie seines Berichts bescheinigt und von den Vorgesetzten seines Franziskanerordens datiert. Am 2. September 1539 wurde er persönlich zum Vizekönig befohlen. Hier berichtete er vor mehreren Leuten über seine Entdeckungen und brachte eine Gerüchtelawine ins Rollen. In diesem Bericht steht jedoch nur, dass er ein volkreiches Land im Norden gefunden hatte. Er beschrieb Cibola als nördliches Handelszentrum, in dem viele Büffelhäute, Türkise und Baumwollkleidungsstücke gehandelt wurden. Die Provinz solle in fruchtbaren, bevölkerten Tälern, nördlich der Sonorawüste, etwa auf dem 35 Breitengrad liegen. In seinem Bericht steht nicht, dass er Gold gefunden hatte.

Gerüchte[Bearbeiten]

Wahrscheinlich wurde Marcos de Niza das Opfer eines Komplotts des Vizekönigs Mendoza. Der wollte sein Reich in den Norden ausdehnen und brauchte einen starken Anreiz für die Konquistadoren. Welcher Reiz war größer, als sieben Städte voller Gold? Dass der Vizekönig das Gerücht von den goldenen Städten in die Welt gesetzt hat, konnte jedoch niemals nachgewiesen werden.

Viele Mitglieder von Coronados Entdeckungsreise wollten nur zu gern glauben, dass auf dieser Reise viel Gold zu finden sei. Möglicherweise breitete sich das Gerücht von dem Gold in ähnlicher Weise aus, wie die „stille Post“. Die Konquistadoren wollten einfach nicht wahr haben, dass Cortés und Pizarro schon alle Schätze des neuen Kontinents gehoben hatten. Sie brauchten den Glauben daran, dass der fabelhafte Reichtum der frühen Entdecker auch sie aus ihrem kärglichen Dasein befreien werde. Darum übertrieben sie wahrscheinlich selbst die Geschichten von Marcos de Niza, die ihnen zu Ohren gekommen waren. Denn irgendwie waren aus den „Sieben Städten von Cibola“ die „Sieben goldenen Städte von Cibola“ geworden.

Folgen[Bearbeiten]

Im Jahr 1540 führte Marcos de Niza die Armee Coronados nach Cibola. Dort wurde er dann zum Sündenbock, als sich herausstellte, dass in Cibola kein Gold zu holen war. So starb Marcos de Niza 1558 in Schande. Er wurde dafür verantwortlich gemacht, dass die Armee Coronados mit falschen Angaben auf eine fruchtlose Suche geschickt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]