Marcus Antonius Muretus

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Marcus Antonius Muretus ist der latinisierte Name des französischen Humanisten Marc Antoine Muret (* 12. April 1526 in Muret bei Limoges; † 4. Juni 1585 in Rom).

Muretus

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Im Alter von achtzehn Jahren zog er die Aufmerksamkeit von Julius Caesar Scaliger auf sich und wurde in das erzbischöfliche Kolleg nach Auch zu Vorlesungen eingeladen. Hinterher lehrte er Latein in Villeneuve-d’Agen[1] und dann in Bordeaux, am Collège de Guyenne von 1547 bis 1548, als auch Michel de Montaigne dort studierte. Einige Zeit vor 1552 hielt er eine Reihe von Vorlesungen im Kolleg des Kardinal Lemoine, Collège du Cardinal Lemoine in Paris vor einem großen Auditorium, darunter König Heinrich II. und Königin Katharina von Medici.

Sein Erfolg verschaffte ihm viele Feinde, die ihn 1553 unter der Anklage der Häresie und Sodomie ins Gefängnis werfen ließen, aus dem ihn mächtige Freunde jedoch wieder befreiten. Der gleichen Anklage in Toulouse konnte er sich nur die Flucht entziehen. Die Archive der Stadt belegen, dass er 1554 in effigie als Hugenotte verbrannt wurde.

Nach einem unsicheren Wanderleben und einigen Jahren in Italien erhielt er 1559 eine Einladung von Kardinal Ippolito d’Este, sich in Rom niederzulassen, die er auch annahm. 1561 besuchte Muret noch einmal Frankreich im Gefolge des Kardinals bei der Konferenz zwischen Katholiken und Protestanten in Poissy.

1563 kehrte er nach Rom zurück. Seine Vorlesungen verschafften ihm europaweit Reputation, derentwegen er 1578 ein verlockendes Angebot des Königs von Polen, Stephan Báthory erhielt, Lehrer der Jurisprudenz in seinem neuen Kolleg in Krakau zu werden. Muretus hingegen, der um 1576 einem Orden beigetreten war, wurde durch die Großzügigkeit von Papst Gregor XIII. veranlasst, in Rom zu bleiben, wo er sieben Jahre später starb.

Werke[Bearbeiten]

Vollständige Ausgaben seiner Werke:

Zu seinen Werken zählt auch eine lateinische Tragödie Julius Caesar (1550):

  • Iulius Caesar, P. Blanchard, Thonon les Bains, Alidades, 1995.

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles Dejob: Marc-Antoine Muret. Un professeur français en Italie dans la seconde maitié du XVIe siècle. Tharin, Paris 1881
  • John Edwin Sandys: History of Classical Scholarship. Band 2: From the Revival of Learning to the End of the Eighteenth Century (in Italy, France, England, and the Netherlands). Cambridge University Press, Cambridge 1908, S. 148–152 (Reprint. Martino Publishing, Mansfield Centre CT 2009, ISBN 978-1-578-98048-2).
  • Jürgen Blänsdorf: Die Verwandlung der senecanischen Tragödie in Marc-Antoine Murets „Julius Caesar“ und Jacques Grévins „César“. In: International Journal of the Classical Tradition. 1, 1994, ISSN 1073-0508, S. 58–74.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kirk M. Summers (Hrsg.); Marc-Antoine Muret: The Iuvenilia of Marc-Antoine Muret. Ohio State University Press, 2006, ISBN 0-814-21037-6, S.XV