Marcus Ulpius Traianus

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Dieser Artikel behandelt den römischen Feldherrn und Politiker Marcus Ulpius Traianus. Für dessen gleichnamigen Sohn, den römischen Kaiser, siehe Trajan.

Der römische Politiker und Feldherr Marcus Ulpius Traianus (* vor 30 n. Chr.; † vor 100 n. Chr.), 113 divinisiert als divus Traianus pater, war der Vater des römischen Kaisers Trajan und der Großonkel von dessen Nachfolger Hadrian.

Ulpius Traianus gehörte zu den Nachfahren einer Gruppe von Kolonisten, die 205 v. Chr. von Scipio Africanus in Italica in der Provinz Baetica im Süden der iberischen Halbinsel angesiedelt worden waren. Seine Familie stammte ursprünglich aus Tuder in Umbrien. Im vom späteren Kaiser Vespasian geführten Jüdischen Krieg kommandierte Traianus 67/68 die Legio X Fretensis. Während des so genannten Vierkaiserjahres, im Bürgerkrieg nach dem Tod Neros, war er ein Parteigänger Vespasians und später der von diesem begründeten flavischen Dynastie; zum Dank wurde er von Vespasian in das Patriziat erhoben. Traianus war im Jahr 70 Suffektkonsul und verwaltete von 73 an fünf Jahre lang die wichtige Provinz Syria. Dort gelang es ihm, einen drohenden Partherangriff zu verhindern. Später war er Statthalter seiner Heimatprovinz Baetica und schließlich Prokonsul der Provinz Asia.

Mit seiner Frau Marcia hatte Traianus zwei Kinder, den späteren Kaiser Trajan und eine Tochter, Ulpia Marciana, die von ihrem Bruder 105 zur Augusta erhoben wurde. Er starb vor 100 und wurde von seinem Sohn 113 zum Gott erhoben.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ludwig Budde: Die Bildnisse des Marcus Ulpius Traianus Pater. In: Pantheon. Band 2, 1966.
  •  B. H. Isaac, I. Roll: A Milestone of A.D. 69 from Judaea. The Elder Trajan and Vespasian. In: The Journal of Roman Studies. Band 66, 1976, S. 15–19.
  •  Paul A. Roche: The Public Image of Trajan’s Family. In: Classical Philology. Band 97, Nr. 1, 2002, S. 41–60.