Margaret Claudia Brevoort

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Christian und Ulrich Almer, M. Brevoort, ihr Neffe W. A. B. Coolidge und die Hündin Tschingel.

Margaret Claudia Brevoort, genannt Meta Brevoort (* 1825; † 19. Dezember 1876 in Dorking, England), war eine US-amerikanische Bergsteigerin.

Sie verbrachte ihre jungen Jahre im Couvent Sacré Coeur in Paris. In den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gelangen ihr einige wichtige und schwierige Anstiege in den Alpen. 1865 stand sie auf dem Gipfel des Mont Blanc. 1871 stand sie innerhalb weniger Tage als erste Frau auf der Dent Blanche, dem Weisshorn, und dem Bietschhorn. 1874 führte sie Wintererstbegehungen des Wetterhorns und der Jungfrau aus. Allerdings blieben ihr zwei ihrer größten alpinistischen Ziele verwehrt: Sie scheiterte mit ihren Ambitionen, die erste Frau auf dem Matterhorn zu sein, und an der Erstbesteigung der Meije im Haut-Dauphiné, wo sie versehentlich den Pic Central anstelle des zehn Meter höheren Grand Pic erstbestiegen. Brevoorts Vorbild und Rivalin war Lucy Walker, die ihre beachtliche bergsteigerische Karriere 1859 im Alter von 28 Jahren begann. Es war Lucy Walker, die, nachdem sie von Metas Plänen erfahren hatte, 1871 zügig eine Seilschaft unter der Führung von Melchior Anderegg zusammentrommelte, um das Matterhorn zu besteigen. Unmittelbar bevor Meta in Zermatt ankam, stand Lucy als erste Frau auf dem Gipfel dieses berühmten Walliser Gipfels. Meta traversierte wenige Wochen später als erste Frau das Horn von Zermatt nach Breuil.

Meta Brevoort war die Tante von W. A. B. Coolidge, den sie im Jahr 1865 mit nach Europa nahm, als er 15 Jahre alt war. Sie führte ihren Neffen an das alpine Bergsteigen heran. Coolidge wurde ein herausragender Bergsteiger, dem mehr als 1.700 Bergfahrten in den Alpen gelangen. Er war der größte Alpinhistoriker des Viktorianischen Zeitalters. Meta Brevoort und W. A. B. Coolidge kletterten mehr als zehn Jahre zusammen. Oft wurden sie dabei von ihrem Hund Tschingel (1865 – 1879) begleitet. Später sprach sie mit Stolz über ihre Hündin, sie sei die einzige „Honorary Lady“ im Alpine Club gewesen.

Meta und ihr Neffe besuchten das Dauphiné mehrfach mit der Absicht, die 3.983 m hohe Meije zu ersteigen, doch wurden sie dabei jedes Mal von schlechtem Wetter abgehalten. 1876 hatte Meta letztmals Gelegenheit zur Erstbesteigung dieses ebenso berühmten wie schwierigen Berges. Sie blieb jedoch im Berner Oberland, um ihren Neffen bei seinen Versuchen in den Berner Alpen zu unterstützen.

Meta Brevoort starb am 19. Dezember 1876 im englischen Dorking an einem rheumatischen Fieber als Folge einer Streptokokken-Infektion. Sie hatte zu dieser Zeit noch grosse alpinistische Pläne gehegt, nicht zuletzt eine Expedition zum Everest.

Im Haut Daphiné trägt der höchste Gipfel der Grande Ruine, die 3.765 m hohe Pointe Brevoort, ihren Namen.

Referenz[Bearbeiten]

Caroline Fink, Karin Steinbach: Erste am Seil - Pionierinnen in Fels und Eis, Tyrolia-Verlag, Innsbruck 2013, ISBN 978-3-7022-3252-8

R. Clark (1953). The Victorian Mountaineers, B. T. Batsford, London