Margarethe von Trotta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Margarethe von Trotta (Januar 2013)

Margarethe von Trotta (* 21. Februar 1942 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin.

Leben[Bearbeiten]

Als Staatenlose verbrachte Margarethe von Trotta ihre Kindheit und Jugend mit ihrer Mutter Elisabeth von Trotta, einer deutsch-baltischen Aristokratin, in Düsseldorf. Ihr Vater ist der Maler und Illustrator Alfred Roloff. Nach Ablegen der Mittleren Reife besuchte sie zwei Jahre die Höhere Handelsschule und arbeitete danach in einem Büro. Ihre ersten Filmerfahrungen sammelte sie anschließend bei einem Paris-Aufenthalt.

Das Abitur holte sie nach zwei Jahren am Theodor-Fliedner-Gymnasium in Düsseldorf-Kaiserswerth Ostern 1960 nach und begann dann in Düsseldorf ein Kunststudium. Sie wechselte nach München, um dort Germanistik und Romanistik zu studieren. Auch dieses Studium brach sie ab, um an einer Schauspielschule Unterricht nehmen zu können. 1964 hatte sie ihren ersten größeren Auftritt in Dinkelsbühl. Durch ihre Eheschließung mit dem Verlagslektor Jürgen Moeller erhielt sie 1964 die deutsche Staatsbürgerschaft. Aus dieser Ehe stammt ihr Sohn Felix. Die Ehe wurde 1969 geschieden.

Nach Auftritten in Stuttgart spielte sie 1969/1970 am Kleinen Theater am Zoo in Frankfurt am Main. In dieser Zeit übernahm sie auch Rollen in vier Filmen von Rainer Werner Fassbinder.

1971 heiratete sie den Regisseur Volker Schlöndorff (Scheidung 1991). Seit 1977 führt sie selbst Regie. Margarethe von Trotta lebte nach ihrer Trennung von Volker Schlöndorff zunächst in Italien und heute in Paris und München.

1978 klagte sie gemeinsam mit Alice Schwarzer, Erika Pluhar, Inge Meysel und vier weiteren Frauen erfolglos gegen die ihrer Meinung nach sexistischen Titelbilder des Boulevardmagazins Stern.[1] Zwar wurde dieser Prozess verloren, dennoch gilt er als populärer Beginn im Kampf gegen Pornografie und Frauenfeindlichkeit.

Sie ist Mitglied der Europäischen Filmakademie, der Deutschen Filmakademie, der Akademie der Künste, Chevalier des Arts et des Lettres, Offizier der Ehrenlegion.

Im Wintersemester 2013/14 übernimmt Margarethe von Trotta die Mercatorprofessur an der Universität Duisburg-Essen.[2]

Filme[Bearbeiten]

Margarethe von Trotta (2007)

Darstellerin[Bearbeiten]

  • 1967: Tränen trocknet der Wind…/ Mädchen zwischen Nacht und morgen
  • 1968: Schräge Vögel / Spielst du mit schrägen Vögeln
  • 1969: Warum läuft Herr R. Amok?
  • 1969: Brandstifter (TV)
  • 1969: Baal (TV)
  • 1969: Drücker (TV)
  • 1969: Götter der Pest
  • 1970: Hauptbahnhof München – Inspektor a. D. Kaminski und das hinderliche Kind (TV-Serie)
  • 1970: Der Kommissar – Die kleine Schubelik
  • 1970: Der amerikanische Soldat
  • 1970: Warnung vor einer heiligen Nutte
  • 1970: Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach (auch Co-Drehbuch)
  • 1971: Paul Esbeck (TV)
  • 1971: Der Kommissar – Tod eines Ladenbesitzers
  • 1971: Die Moral der Ruth Halbfass (auch Regie-Assistenz)
  • 1972: Der Fall von nebenan – Alkoholiker
  • 1972: Strohfeuer (auch Co-Drehbuch)
  • 1973: Desaster (TV)
  • 1973: Ein Fall für Männdli – Die Verrückte
  • 1973: Der Kommissar – Sonderbare Vorfälle im Hause von Professor S.
  • 1973: Übernachtung in Tirol (TV)
  • 1974: Motiv Liebe – Wochenende mit Waltraut
  • 1974: Phantastische Novellen – Einladung zur Jagd (TV-Serie)
  • 1974: Georginas Gründe (TV)
  • 1974: Das Andechser Gefühl
  • 1975: Die Atlantikschwimmer
  • 1976: Der Fangschuß (auch Co-Drehbuch)
  • 1976: Bierkampf (TV)
  • 1984: Blaubart (TV)

Regie und Drehbuch[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Stern von Margarethe von Trotta auf dem Boulevard der Stars in Berlin (2011)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronik der neuen Frauenbewegung auf Frauenmediaturm.de
  2. Mercatorprofessur an der UDE abgerufen am 11. Dezember auf www.uni-due.de