Margarita

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Getränk dieses Namens. Für weitere Bedeutungen siehe Margarita (Begriffsklärung)
Klassische Margarita in einem traditionellen Martiniglas

Die Margarita (Spanisch für Gänseblümchen) ist ein Cocktail auf der Basis von Tequila. Der Shortdrink variiert die klassische Grundstruktur eines Sours (Spirituose + Zitrussaft + Zucker), indem der Zucker(sirup) durch Triple Sec, einen Orangenlikör, ersetzt wird. Im Zuge der Verbreitung von Tequila als Mix-Spirituose wurde auch die Margarita in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweit populär und gehört neben Tequila Sunrise zu den international bekanntesten Tequila-Drinks. Neben der klassischen Version, die im Shaker auf Eis geschüttelt und – oft mit einem Salzrand am Glas versehen – ohne Eis in einer Cocktailschale serviert wird, ist auch die Frozen Margarita beliebt, die mit Crushed Eis im Blender zubereitet und nahezu gefroren serviert wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie bei fast jedem klassischen Cocktail ranken sich auch bei der Margarita zahlreiche Anekdoten und Legenden um ihre Entstehung. So soll der mexikanische Barkeeper Carlos Herrera den Drink 1938 oder 1939 in seiner Bar in Tijuana in Mexiko gemixt und nach dem Revuegirl Marjorie King benannt haben.[1] Einer anderen Geschichte zufolge gehe der Name auf ein Showgirl namens Margarita de la Rosa aus Guadalajara zurück (ebenfalls 1938).[2][3] Tatsächlich war die Rezeptur zu dieser Zeit bereits etabliert: In einer 1937 erschienenen Rezeptsammlung, die der Barkeeper William J. „Bill “Tarling für die UKBG (United Kingdom Bartenders Guild) und die Kunden der Bar Café Royal zusammenstellte, findet sich folgender Cocktail:

„Picador: 1/4 frischer Limetten- oder Zitronensaft, 1/4 Cointreau, 1/2 Tequila. Schütteln.“[4]

Das Rezept entspricht der noch heute üblichen Zubereitung einer Margarita und unterscheidet sich von dem seinerzeit bereits bekannten Cocktail Sidecar nur durch die veränderte Basisspirituose, nämlich Tequila statt Weinbrand bzw. Cognac. Aus dem Jahr 1944 ist die Abwandlung des Sidecars mit Tequila in den Vereinigten Staaten auch namentlich als Tequila Sidecar belegt, und bereits 1936 trank man dort Tequila Daisies aus Tequila, Orangenlikör und Zitrussaft.[5] „Daisy“ (Gänseblümchen) war seit dem 19. Jahrhundert eine übliche Bezeichnung für verschiedene Cocktails auf Sour-Basis und in den USA vor allem seit den 1920er Jahren beliebt. Auch wenn die frühesten Quellen – wie der Syracuse Herald (1936) keine exakte Rezeptur der Tequila Daisy angaben, so liegt die Verbindung zur Margarita sehr nahe, denn „Daisy“ heißt auf Spanisch eben „Margarita“.[6]

Als wahrscheinlich gilt daher, dass der Cocktail irgendwann während oder kurz nach der Alkoholprohibition in den Vereinigten Staaten in den USA entstand oder im benachbarten Mexiko, wo sich während der Prohibition viele wohlhabende Amerikaner mit Alkohol versorgten. Belegt ist jedenfalls, dass der Tequila-Hersteller José Cuervo bereits 1945 mit einem Drink namens Margarita warb.[6] 1953 kürte die Zeitschrift Esquire die Margarita zum „Drink des Monats“ mit den Worten „Sie ist aus Mexiko, Señores, und sie ist hübsch anzusehen, aufregend und provokant.“[6][7]

Seit den 1950er Jahren wird die Margarita in Bars weltweit serviert und von der International Bartenders Association in ihrer Liste der „Offiziellen Cocktails“ in der Kategorie „Contemporary Classics“ (zeitgenössische Klassiker) geführt.[8] 1977 machte Sänger Jimmy Buffett den Drink in seinem größten Hit Margaritaville ebenfalls populär. Die Margarita zählt zu den international bekanntesten Mixgetränken; bei einer Umfrage eines Reiseportals zu den weltweit in Hotelbars am häufigsten bestellten Cocktails und Drinks landete sie auf Platz 8.[9]

Zubereitung[Bearbeiten]

Der Cocktail wird oft auch in speziellen Margarita-Gläsern serviert.

Eine Margarita wird meist aus zwei Teilen Tequila und je einem Teil Triple Sec (Orangenlikör) und Limettensaft gemixt.[10] Der Cocktail wird stets mit Eis im Cocktailshaker geschüttelt, ohne Eis in eine Cocktailschale abgeseiht und in einem idealerweise vorgekühlten Glas mit Salzrand serviert. Das Rezept der International Bartenders Association reduziert die Menge des Zitrussaftes[11]; dies empfiehlt auch Stephan Hinz.[12] Um eine optimale Süße-Säure-Balance herzustellen, kann aber zusätzlich auch Zucker- oder Agavensirup hinzugefügt werden.[13]

Beim Vergleich verschiedener Rezepte ist zu berücksichtigen, dass sich mexikanische Limones von den in Europa üblichen persischen Limetten unterscheiden; sie sind fruchtiger und in der Säure etwas verhaltener.[14] Auch durch die Verwendung verschiedener Tequila-Qualitäten, wie Mixto oder 100 % Agave, verschiedenen Marken sowie schließlich der Wahl zwischen ungelagertem Blanco und gelagertem Reposado können sich deutliche Unterschiede im Drink und der geeigneten Zusammensetzung ergeben.

Varianten[Bearbeiten]

  • Als Variante kann bei der klassischen Margarita statt Triple Sec auf Orangenbasis auch solcher auf Agavenbasis verwendet werden; der Drink heißt dann „Agave Sec Margarita“.[15]
  • Bei der „Frozen“-Variante einer Margarita werden die Zutaten mit einigen Löffeln zerstoßenem Eis im Blender gemixt. Der Drink erhält dadurch eine cremige, fast sorbetartige Konsistenz und ist sehr kalt.
  • Frucht-Margaritas, zum Beispiel eine „Strawberry Margarita“ werden unter Verwendung frischer Früchte und teilweise auch Fruchtlikören oder -sirups gemixt. Sie sind besonders in der Frozen-Variante beliebt.
  • „Tommy’s Margarita“ hat sich in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts weltweit verbreitet. Sie ist nach dem 1965 gegründeten Tommy’s Restaurant in San Francisco benannt und geht auf Julio Bermejo zurück. Die International Bartenders Association führt sie in der Kategorie New Era Drinks (etwa: Drinks des neuen Zeitalters); bei der Zubereitung wird statt Triple Sec Agavensirup verwendet. Die Zubereitung gleicht ansonsten der klassischen Margarita, jedoch wird auf einen Salzrand verzichtet.[16]
  • 2011 kreierte die Barkeeperin Bettina Kupsa eine „Buttermilk Margarita“. Neben Tequila Reposado, Zitrussäften und Agavensirup enthält der Drink noch Quittengelee und die namensgebende Buttermilch.[17]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Margarita – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Margarita – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das große Buch der Listen: 9 nach Menschen benannte Getränke, ISBN 3-471-79171-X.
  2. Lisa Bramen: The History of the Margarita. In: smithsonianmag.com. Abgerufen am 28. Februar 2015 (englisch).
  3. Stacy Finz: Mastering the margarita: Tequila aside, even experts can't agree on what goes into the legendary cocktail. In: sfgate.com. 25. Juli 2008, abgerufen am 28. Februar 2015.
  4. William J. Tarling: Café Royal Cocktail Book. Coronation Edition, Pall Mall Ltd., London 1937. Zitiert nach dem Faksimile-Nachdruck: Jared Brown (Hrsg.): Café Royal Cocktail Book. Mixellany, London 2008, ISBN 0-9760-937-5-8, S. 156. Übersetzung aus dem Englischen.
  5. Robert Hess, Anistatia Miller: The Museum of the American Cocktail Pocket Recipe Guide. Mixellany, 2007, ISBN 978-0-9760937-3-2, S. 80.
  6. a b c Once upon a time in Mexico – The origin of the Margarita. In: imbibe.com. Abgerufen am 28. Februar 2015.
  7. Esquire Magazine, Dezember 1953, S. 76.
  8. IBA Official Cocktails. In: International Bartenders Association Official Cocktails. Abgerufen am 28. Februar 2015.
  9. lastminute.de: Wenn Wein zu Wasser wird: die wundersamen Tricks der Minibar-Banditen. In: blog.lastminute.de. 1. März 2013, abgerufen am 28. Februar 2015.
  10. Charles Schumann: Schumann's Bar. Collection Rolf Heyne, München 2011 (1. Auflage), ISBN 978-3-89910-416-5, S. 137.
  11. Margarita. In: International Bartenders Association Official Cocktails. Abgerufen am 28. Februar 2015.
  12. Stephan Hinz: Cocktailkunst – Die Zukunft der Bar. Fackelträger Verlag, Köln 2014, ISBN 978-3-7716-4553-3., S. 330.
  13. Vgl. die Rezepte in Jim Meehan, Chris Gall: Das geheime Cocktail-Buch. Gestalten Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3899554366, S. 171 (Englischsprachige Originalausgabe: The PDT Cocktail Book. Sterling Epicur, New York 2011, ISBN 978-1-4027-7923-7) sowie in Simon Difford: Cocktails #10. Odd Firm of Sin (Selbstverlag), London 2012, ISBN 978-0955627620 (englisch), S. 318 bzw. online: Margarita auf diffordsguide.com (englischsprachig).
  14. Jörg Meyer: Tommy's Margarita. In: Bitters-Blog (2008 eingestellt). 11. Juli 2006, abgerufen am 28. Februar 2015.
  15. http://www.bartender-lab.de/2010/01/das-groe-likor-tasting-teil-3-heute-die.html
  16. Tommy’s Margarita. In: International Bartenders Association Official Cocktails. Abgerufen am 28. Februar 2015.
  17. Marco Beier: Der wahre Sommerdrink, die Buttermilch Margarita. In: mixology.eu. 16. Juli 2014, abgerufen am 28. Februar 2015.