Margrethe Vestager

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Margrethe Vestager (2009)

Margrethe Vestager (* 13. April 1968 in Glostrup) ist eine dänische Politikerin der sozialliberalen Partei Det Radikale Venstre (RV).

Leben[Bearbeiten]

Margrethe Vestager studierte bis 1993 an der Universität Kopenhagen und macht dort ihren Master of Science in Wirtschaft. Anschließend arbeitete sie von 1993-1995 im Ministerium für Finanzen und von 1995-1997 als Sonderberaterin der Dänischen Staatlichen Finanzagentur.

Von 1993 bis 1997 war sie als Nachfolgerin von Grethe Erichsen Parteivorsitzende der RV und damit vor allem für die interne Organisation der Partei zuständig. Vom 23. März 1998 bis 27. November 2001 war Vestager als Nachfolgerin von Ole Vig Jensen Bildungsministerin; bis 21. Dezember 2000 fiel auch das Kirchenministerium in ihren Geschäftsbereich.

2007 übernahm Vestager die politische Führung der RV. Dabei hatte sie bis zunächst den Fraktionsvorsitz inne, bis sie nach der erfolgreichen Folketingswahl 2011 das Wirtschafts- und Innenministerium in den Kabinetten Thorning-Schmidt I und Thorning-Schmidt II führte.

Vestager ist mit Thomas Jensen verheiratet und hat drei Töchter.

EU-Kommissarin für Wettbewerb[Bearbeiten]

Thorning-Schmidt schlug Vestager 2014 als dänische EU-Kommissarin in der Kommission Juncker vor. Deshalb zog sich Vestager am 2. September 2014 von ihren dänischen politischen Ämtern zurück. Am 10. September 2014 nominierte Jean-Claude Juncker sie offiziell als EU-Kommissarin für Wettbewerb; sie wird somit Joaquín Almunia nachfolgen.[1]

Im November 2014 hat Vestager in ihrem Amt als EU-Wettbewerbskommissarin Ermittlungen gegen Großbritannien, Belgien, Malta und Zypern eingeleitet, da die EU-Kommission unerlaubte Steuerdeals zwischen den Staaten und einzelnen Unternehmen befürchtet. Die Verfahren gegen Irland, die Niederlande und Luxemburg wurden weiter geführt, von Luxemburg wurden weitere Informationen, zu den Deals mit Amazon und FCA, angefordert. Nachdem sich Luxemburg weigerte weitere Informationen preiszugeben, kündigte Vestager an, notfalls vor dem Europäischen Gerichtshof diese Informationen einzuklagen. [2]

Im Zusammenhang mit der Schaffung des EU-Digital Binnenmarktes lehnt Vestager den Vorstoß des EU-Kommissars für Digitale Wirtschaft Günther Oettinger ab, Fusionen zwischen großen Telekommunikationskonzernen in Europa zu genehmigen, bevor ein gemeinsamer Digitalmarkt in der EU vorhanden ist, die EU-Kommissarin ist der Meinung, dass sonst deutlich höhere Kosten für die Verbraucher entstehen, aufgrund des geringeren Wettbewerbdrucks.

Ebenfalls im November 2014 hat die EU-Wettbewerbskommissarin Untersuchungen gegen mehrere LKW-Hersteller in Europa aufgenommen, da es nach ihrer Auffassung zu einem schweren Verstoß gegen das Kartellrecht gekommen ist, von den Untersuchungen sind unter anderem Daimler, Volvo und MAN betroffen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Margrethe Vestager – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denmark’s Vestager to Take Over From EU Antitrust Chief Almunia Bloomberg News, abgerufen am 10. September 2014.
  2. [1] Frankfurter Allgemeine Zeitung.