Maria-Elisabeth Schaeffler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Maria-Elisabeth Schaeffler (geb. Kurssa; * 17. August 1941 in Prag) ist eine österreichisch-deutsche Unternehmerin, die zusammen mit ihrem Sohn Gesellschafterin der Schaeffler AG ist.

Leben[Bearbeiten]

Die Familie Kurssa wurde nach Ende der Protektoratszeit und Wiedererrichtung der Tschechoslowakei enteignet und flüchtete aus Prag nach Wien. Schaefflers Vater war in Österreich zunächst Finanzberater im Hauptquartier der US-Streitkräfte und später Generaldirektor der Ersten Allgemeinen Versicherungs AG und deren Nachfolgerin Generali. Ihr Urgroßvater war daran beteiligt, als die Fahrrad-Werkstatt Laurin & Klement in Jungbunzlau zum größten Automobilhersteller der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wurde und später im Skoda-Konzern aufging.[1]

Aufgewachsen seit ihrem vierten Lebensjahr in Wien, begann sie nach der Matura 1960 ein Medizinstudium an der Medizinischen Universität Wien. Als sie den 24 Jahre älteren Georg Schaeffler kennenlernte, der zusammen mit seinem Bruder Wilhelm 1946 in Herzogenaurach die Industrie-GmbH (sic!) (dann „INA Wälzlager Schaeffler oHG“, „INA Schaeffler KG“, „Schaeffler KG“, „Schaeffler GmbH“ und jetzt „Schaeffler AG“ als Konzernbündelung für Schaeffler Technologies AG & Co. KG, FAG, LuK und die weiteren Landesgesellschaften in Nord- und Südamerika und Asien) gegründet hatte, brach sie das Studium nach dem Physikum im 6. Semester ab. 1963 heiratete sie ihn und zog nach Herzogenaurach. Danach begann sie für kurze Zeit ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg, das sie jedoch ebenfalls nicht abschloss.

Schaeffler und ihr Sohn Georg F. W. Schaeffler[2], der sich jedoch bis 2008 aus dem Tagesgeschäft fernhielt und als Wirtschaftsanwalt in Dallas/USA tätig war, sind seit dem Tod Georg Schaefflers im August 1996 die alleinigen Gesellschafter der Schaeffler Gruppe, die mit ca. 70.000 Mitarbeitern weltweit und einem Umsatz von etwa 7,3 Milliarden Euro (2009) eines der 50 größten Unternehmen Deutschlands ist. Maria-Elisabeth Schaeffler ist Vorsitzende des von ihr nach dem Tod ihres Mannes gegründeten Beirats des Unternehmens.[3]

In der Liste der reichsten Deutschen 2007 des Manager-Magazins stand sie an 22. Stelle. Das Netto-Privatvermögen von Maria-Elisabeth und Georg F. W. Schaeffler wurde auf zusammen etwa 4,85 Milliarden Euro taxiert. Auf der Liste der reichsten Österreicher des österreichischen Wirtschaftsmagazins trend stand die Familie Schaeffler 2007 auf Platz drei[4], 2008 sind sie mit einem geschätzten Vermögen von 4,1 Milliarden Euro auf Platz vier zu finden.[5] Auf der Liste der Reichsten weltweit des Forbes Magazine wurden Mutter und Sohn 2007 mit einem geschätzten Vermögen von 8,7 Milliarden US-Dollar auf Platz 78 geführt, 2008 stehen sie mit geschätzten 8,5 Milliarden Dollar auf Platz 104.[6] Im Oktober 2009 führte das Manager Magazin Maria-Elisabeth Schaeffler auf dem 260. Platz. Sie habe im Zuge der Mehrheitsübernahme der Continental AG 92,4 Prozent ihres Vermögens verloren.[7]

In der Forbes-Liste der reichsten Menschen weltweit wird sie zusammen mit ihrem Sohn Georg im Jahr 2011 mit einem geschätzten Vermögen von 9,8 Milliarden US-Dollar auf Platz 89 weltweit und Platz 7 in Deutschland geführt.[8]

In der aktuellen Forbes-Liste 2013 wird Sie mit einem Vermögen von ca. 2,2 Milliarden US-Dollar auf Platz 670 der reichsten Menschen weltweit geführt und auf Platz 44 in Deutschland.[9]

Sie ist seit 2007 Mitglied des Hochschulrats der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit April 2008 ist sie Mitglied im Aufsichtsrat der Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG)[10] und seit Februar 2009 im Aufsichtsrat der Continental AG.

Maria-Elisabeth Schaeffler hat sowohl die österreichische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft.[11]

Im Zusammenhang mit Diskussionen zu möglichen deutschen Staatshilfen für ihr Unternehmen kam Kritik auf an ihrem öffentlichen Auftreten.[12] Im August 2009 erzielte die Schaeffler Gruppe mit ihren Banken eine Refinanzierung, in der Staatshilfe keine Rolle gespielt hat. [13].

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Köpfe der Wirtschaft: Maria-Elisabeth Schaeffler. In: wiwo.de (Quellenangaben dort: Munzinger-Archiv und FAS, 11. Mai 2003), abgerufen am 15. Juli 2008
  2. Ein zweiter Sohn der Familie starb bei einem Unfall.
  3. Dem Beirat gehörte damals auch Hubertus von Grünberg an, der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende der Continental AG
  4. trend“: Die 100 reichsten Österreicher, ots.at, 24. Juni 2007
  5. Porsche & Piech ist die reichste Familie Österreichs, Die Presse.com, 22. Juni 2008
  6. Forbes Magazine, The World's Billionaires, Liste veröffentlicht im Mai 2008
  7. Manager Magazin, manager-magazin.de, mm-Ranking, Aldi-Brüder bleiben reichste Deutsche, von Klaus Boldt, veröffentlicht 6. Oktober 2009
  8. http://www.forbes.com/wealth/billionaires#p_1_s_arank_-1__125
  9. http://www.forbes.com/profile/maria-elisabeth-georg-schaeffler/
  10. Porträt: Maria Elisabeth Schaeffler, Wiener Zeitung, 14. Juli 2008, abgerufen am 8. November 2013
  11. Georg Weishaupt: Maria-Elisabeth Schaeffler: Die geheimnisvolle Matriarchin, Handelsblatt, 17. Juli 2008
  12. Auftritt in Kitzbühel: Pelz und Staatsknete, Süddeutsche Zeitung, 28. Januar 2009
  13. Banken lassen Schaeffler Luft zum AtmenVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, Financial Times Deutschland, 18. August 2009
  14. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  15. Verleihung der Ehrenmedaille, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 2. Juni 2010, abgerufen am 3. Juni 2010