Maria Alm am Steinernen Meer

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Maria Alm am Steinernen Meer
Wappen von Maria Alm am Steinernen Meer
Maria Alm am Steinernen Meer (Österreich)
Maria Alm am Steinernen Meer
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Zell am See
Kfz-Kennzeichen: ZE
Hauptort: Alm
Fläche: 125,49 km²
Koordinaten: 47° 23′ N, 12° 54′ O47.38333333333312.9802Koordinaten: 47° 23′ 0″ N, 12° 54′ 0″ O
Höhe: 802 m ü. A.
Einwohner: 2.079 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 17 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5761
Vorwahl: 06584
Gemeindekennziffer: 5 06 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Gemeindeplatz 3
5761 Maria Alm am Steinernen Meer
Website: www.maria-alm.at
Politik
Bürgermeister: Alois Gadenstättner (WPM)
Gemeinderat: (2009)
(17 Mitglieder)
6
5
5
1
Von 17 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Maria Alm am Steinernen Meer im Bezirk Zell am See
Bramberg am Wildkogel Bruck an der Großglocknerstraße Dienten am Hochkönig Fusch an der Großglocknerstraße Hollersbach im Pinzgau Kaprun Krimml Lend Leogang Lofer Maishofen Maria Alm am Steinernen Meer Mittersill Neukirchen am Großvenediger Niedernsill Piesendorf Rauris Saalbach-Hinterglemm Saalfelden am Steinernen Meer Sankt Martin bei Lofer Stuhlfelden Taxenbach Unken Uttendorf Viehhofen Wald im Pinzgau Weißbach bei Lofer Zell am See Salzburg (Bundesland)Lage der Gemeinde Maria Alm am Steinernen Meer im Bezirk Zell am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Maria Alm ist eine Gemeinde des Pinzgau mit 2079 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im österreichischen Bundesland Salzburg und liegt rund 5 km östlich von Saalfelden eingebettet zwischen dem Gebirgszug des Steinernen Meeres (Nördliche Kalkalpen) und den Pinzgauer Grasbergen – speziell der Schwalbenwand-Hundstein-Gruppe.

Geografie[Bearbeiten]

Ortschaften[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 10 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aberg (70)
  • Alm (861)
  • Bachwinkl (54)
  • Enterwinkl (108)
  • Griesbachwinkl (120)
  • Hinterthal (227)
  • Krallerwinkl (163)
  • Schattberg (169)
  • Schloßberg (51)
  • Sonnberg (190)

Die Katastralgemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Maria Alm besteht aus den folgenden 4 Katastralgemeinden[2][3][4]

57102 Alm
55514 Winkl
57112 Hinterthal
57101 Aberg
Der Turm der Pfarrkirche, mit 83 m der höchste in der Erzdiözese Salzburg
Der berühmte Hochaltar mit dem Gnadenbild der Mutter Gottes.

Gewässer[Bearbeiten]

Die Urslau stellt als Bach das Hauptgewässer in Maria Alm dar. Ihr Ursprung befindet sich in Hinterthal; sie verläuft über Almdorf in die Nachbargemeinde Saalfelden, wo sie in die Saalach einmündet. Die Urslau speist sich aus weiteren Seitengräben – von oben begonnen – dem Schwarzeckgraben, dem Jetzbachgraben, und dem Almbach mit dem Krallergraben.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Maria Alm hat 17 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2014 wie folgt zusammen:

  • 9 WPM (Wählergemeinschaft Pro Maria Alm)
  • 4 ÖVP
  • 3 SPÖ
  • 1 FPÖ

Direkt gewählter Bürgermeister ist Alois Gadenstätter (WPM).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist: „In silbernem Schild ein rotbewehrter, feuerspeiender grüner Drache (‚Tatzelwurm‘) über einem von goldenem Pfahl überzogenen schwarzen Schildfuß.“

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Maria Alm am Steinernen Meer

Bauwerke[Bearbeiten]

In Maria Alm befinden sich die Wallfahrtskirche Maria Alm, die Kirche in Hinterthal und die Gastegkapelle. Zu den ältesten Gebäuden zählen der Almerwirt aus dem Jahr 1530, und das Vorderjetzbachgut aus dem 14. Jahrhundert mit gemauerten Haus aus dem Jahr 1560.

Bräuche[Bearbeiten]

Jährlich am Bartholomäitag führt die Almer Wallfahrt über das Steinerne Meer nach St. Bartholomäus am Königssee, auf einem mit Natursteinstufen ausgebauten Pilgerweg.

Schulwesen[Bearbeiten]

Erste Spuren sind 1539 mit Gründung des Vikariats nachweisbar. Die Schule wurde zuerst im Schusterhaus, später ab 1818 im Mesnerhaus gehalten.

Durch den Nachlass des Ilgenkrämer 1887 konnten die Halleiner Schulschwestern eine Filiale ihrer Schule errichten. Die Eröffnung war 1889, der Bau des neuen Schulhauses 1893 – bis 1938 gab es zwei Klassen. Erst 1945 fand wieder Unterricht statt, der jedoch 1950 mangels Lehrkräfte beendet wurde.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Im 17. und 18. Jahrhundert kam es mehrmals zu Ausbrüchen der Ruhr, 1885 starben zehn Kinder an Diphtherie. Die Lebenserwartung um 1700 lag bei 43 Jahren, 1950 bei 60 Jahren. Die Sterblichkeit bei der Geburt von anfänglich 80 % sank auf 10 % um 1950.

Im Jahr 1679 wurde zum ersten Mal ein Bademeister an der Heilquelle der Gastegkapelle erwähnt; die Heilquelle ist schwach radiumhaltig. Im Jahr 1777 wird ein Lehrer Johann Georg Aglassinger auch als Bader und Chirurgus erwähnt.

Bauernhöfe und Gutshäuser[Bearbeiten]

Maria Alm besitzt die Erbhöfe Vorderjetzbachhof und den des Erdstadel-Bauern. Von besonderer Bedeutung ist das Poschengut:

Das Poschengut auch Poschgut genannt, war ein ehemaliges Jagdschloss am Talschluss von Hinterthal und wurde unter Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg etwa 1545 erbaut. Das Portal des Hauses besteht aus Marmor und ist im sogenannten Eselrückenstil ausgeführt. Noch lange Zeit waren die Trophäen von der Jagd nicht nur im Schloss sondern auch auf der Außenmauer des Hauses angebracht. Die Gegend ist ja, wie der Name Urslau sagt, noch lange Zeit von Bären besiedelt worden, wodurch der Jagdeifer des Erzbischofs in diesem Tale verständlich ist.

Verschiedene Besitzer waren über die Jahrhunderte Eigentümer. Die Familie Rainer erwarb das Haus und die Besitzungen über die Heirat des Andre Rainer am Ende des 18. Jahrhunderts mit einer geborenen Thumb, deren Eltern die letzten Vorbesitzer waren. Die Familie Rainer brachte es zu einem ansehnlichen Wohlstand und wurde als der reichste Kornbauer des ganzen Tales bezeichnet. Hier baute man im Schutze des Steinernen Meeres Getreide an. Das Ehepaar Rainer hatte gemeinsam fünfzehn lebende Kinder. Da im 19. Jahrhundert durch die Industrielle Revolution ein großes Bauernsterben ausgelöst wurde, musste auch Rainer seinen Besitz verkaufen. Die Familie verließ zum Großteil das Tal und wurde über alle Himmelsrichtungen verstreut. Der ehemalige Besitzer des Gasthofes Botenwirt in Hinterthal Alois war noch ein „echter Rainer“.

Rainer verkaufte seinen Grund und das Haus um 48.000 Gulden an den Kunstdüngererzeuger Hermann Schmidtmann aus Schmalkalden in Deutschland. Dieser kaufte viele Bauernhöfe war Besitzer des Schlosses Grubhof bei Lofer und besaß auch ein Kalibergwerk in Deutschland.[5] Nachkommen der Familie Rainer besaßen übrigens noch bis zum Ersten Weltkrieg ein gewisses Vermögen, haben es jedoch durch Zwang zur Zeichnung von Kriegsanleihen und durch den finanziellen Verlust bei der großen Weltwirtschaftskrise von 1929 schließlich endgültig verloren. Der nunmehrige Besitzer Schmidtmann veränderte die Landwirtschaft in einen modernen Betrieb und baute einige Wirtschaftsgebäude dazu. Die Familie Watermann übernahm das Haus. Ursprünglich führte ein Weg über das Gelände des Poschengutes, der jahrhundertelang als Wegerecht bestand. In den letzten Jahren wurde dieser jedoch von den Erben Schmidtmanns verlegt, sodass man leider nicht mehr direkt am Haus vorbeigehen kann. Die Erben der Familie Schmidtmann und Watermann sind heute noch Besitzer dieses Anwesens und der Landwirtschaft.

Sport und Tourismus[Bearbeiten]

Das erste Schwimmbad wurde 1933 neben dem Waldhaus angelegt. In Maria Alm gibt es den Eisschützenverein; jährlich findet das Jakobiranggeln am Hundstein statt.

Seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts brachten sowohl der Sommer-, aber hauptsächlich der Wintertourismus einen enormen Aufschwung in das vorher stark ländlich geprägte Gemeindeleben. Zahlreiche Ferienhäuser, Chalets etc. entstanden. Mit zu den bekanntesten „Teilzeiteinwohnern“ des Ortsteils Hinterthal gehörten der ehemalige deutsche Bundespräsident Walter Scheel, die Familie des Schokoriegelproduzenten Mars und auch der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Keke Rosberg hatte einmal ein Anwesen in der Nähe des Golfclubs Urslautal.

Maria Alm und seine Ortsteile verfügen über ein weitreichendes Netz von Beförderungsanlagen für den alpinen Skisport – darunter die Skilifte Simerllift, den Schattberglift und die Aberg Bergbahnen – und gehören Hochkönigs Winterreich, ehemals die Hochkönig-Skischaukel an, die sich weiter nach Südosten in die Täler von Dienten und Mühlbach am Hochkönig erstreckt. Daneben ist auch Rodelsport und Langlauf möglich. Im Sommer locken sowohl Wanderstrecken wie intensive Touren in die Bergwelt des Steinernen Meers und des Hochkönigs mit ihren Gipfeln bis knapp unter 3000 m ü. A..

Jährlich wird zudem ein Schulschirennen der Volksschule Maria Alm veranstaltet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Lahnsteiner: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. geschichtlich und heimatkundlich beschrieben. Selbstverlag, Hollersbach 1980.
  • Josef Lahnsteiner: Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. geschichtlich und heimatkundlich beschrieben. Selbstverlag, Hollersbach 1980.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Alm am Steinernen Meer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Übersicht der Gemeinden im Bundesland Salzburg (PDF-Datei; 526 kB), salzburg.gv.at
  3. Nummern der Katastralgemeinden, grundverkehr.at
  4. Übersicht der Katastralgemeinden im Bundesland Salzburg (PDF-Datei; 1001 kB), salzburg.gv.at
  5. Sollstedt. harzergruben.de