Maria Henrietta Stuart

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Maria Henrietta Stuart im Alter von zehn Jahren (Gemälde von Anthonis van Dyck)

Prinzessin Maria, Princess Royal, Prinzessin von Oranien und Herzogin von Nassau (Mary Henrietta Oranien-Nassau, geborene Stuart; * 4. November 1631 im St. James's Palace, London; † 24. Dezember 1660 im Palace of Whitehall, ebenda) war die älteste Tochter von König Karl I. von England, Schottland und Irland und seiner Frau, Henrietta Maria von Frankreich.

Sie war die Ehefrau von Wilhelm II., Prinz von Oranien und Herzog von Nassau (1626–1650) und Mutter von König Wilhelm III. von England. Prinzessin Maria war die erste Tochter eines britischen Monarchen, die den Titel Princess Royal trug.

Jugend[Bearbeiten]

Karl I. machte Maria Henrietta im Jahre 1642 zur Princess Royal und begründete so die Tradition, dass die älteste Tochter des Monarchen diesen Titel tragen kann. Anlass für den Titel war der Wunsch von Marias Mutter Henrietta Maria, einer Tochter Heinrichs IV. von Frankreich, den Titel der ältesten Tochter französischer Könige, Madame Royale, nachzuahmen.

Ehe[Bearbeiten]

Marias Vater wollte, dass sie einen Sohn Philipps IV. von Spanien heiratete. Auch ihr Cousin Kurfürst Karl I. Ludwig von der Pfalz war ein möglicher Ehekandidat. Beide Vorhaben scheiterten jedoch, und sie wurde mit Wilhelm, dem Sohn und Erben des Statthalters Friedrich Heinrich von Oranien vermählt. Die Ehe wurde am 2. Mai 1641 in der Königskapelle im Whitehall-Palast in London geschlossen, wegen des jugendlichen Alters der Braut jedoch noch einige Jahre nicht vollzogen. Im Jahre 1642 setzte Maria aber bereits mit ihrer Mutter nach Holland über und begann ab 1644 als Schwiegertochter des Statthalters am öffentlichen Leben teilzunehmen.

Späteres Leben[Bearbeiten]

Porträt als Witwe

Im März 1647 folgte ihr Mann Wilhelm II. seinem Vater als Statthalter nach. Er starb jedoch schon im November 1650, kurz nach seinem Versuch, Amsterdam unter seine Kontrolle zu bringen, an Pocken. Das einzige Kind des Paares, Wilhelm III., kam ein paar Tage später zur Welt. Die Prinzessinwitwe von Oranien musste die Vormundschaft über ihr Kind mit dessen Großmutter Amalie und Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg teilen. Wegen ihrer Nähe zu ihrer Familie, den Stuarts, war sie bei den Niederländern unbeliebt. Nach der Gastfreundschaft, die sie ihren Brüdern im Exil, dem Titularkönig Karl II. und Jakob, Herzog von York, entgegenbrachte, schlug die öffentliche Meinung vollends gegen sie um, und es wurde ihr verboten, ihre Verwandten zu empfangen. Zwischen 1654 und 1657 verbrachte die Prinzessin die meiste Zeit außerhalb Hollands. Im Jahre 1657 wurde sie für ihren Sohn im Fürstentum Orange Regentin, aber die Schwierigkeiten in ihrem Amt brachten sie dazu, die Hilfe von Ludwig XIV. von Frankreich zu erbitten, der das Fürstentum eroberte.

Die Restauration Karls II. in England verbesserte die Stellung Marias und ihres Sohnes in Holland. Im September 1660 kehrte sie nach England zurück, wo sie jedoch im Dezember im Whitehall-Palast an Pocken starb. Sie wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Schögl (Red.): Oranien. 500 Jahre Bildnisse einer Dynastie aus der Porträtsammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien und der Niederländischen Königlichen Sammlung Den Haag. (Ausstellung vom 1. Februar bis 19. März 2002, Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien). Österreichische Nationalbibliothek u. a., Wien 2002, ISBN 3-01-000028-6, S. 72.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Henrietta Stuart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien