Maria Orska

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Maria Orska 1923 in dem Film Fridericus Rex

Maria Orska (russisch Мария Орская/Marija Orskaja; * 16. März 1893 in Nikolajew; † 16. Mai 1930 in Wien; gebürtig Effi Rahel Blindermann) war eine Theater- und Kinoschauspielerin russischjüdischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

Sie wurde von dem deutschen Schauspieler Ferdinand Gregori in St. Petersburg entdeckt und 1909 an das von ihm geleitete Konservatorium in Wien geholt. 1910 folgte sie Gregori an das Hoftheater Mannheim, wo sie als „Daisy Orska“ debütierte und in Stücken von Strindberg und Schnitzler auf sich aufmerksam machte. 1911 kam sie an das Schauspielhaus in Hamburg, 1915 an Max Reinhardts Berliner Bühnen. Im gleichen Jahr wurde sie Edith Andreae "als junge Anfängerin ans Herz gelegt" womit eine langjährige intensive Freundschaft begann. [1]

In Berlin wurde die Exil-Russin als Interpretin von Werken Strindbergs, Wedekinds und Pirandellos bekannt. Seit 1915 wirkte sie auch in Stummfilmen mit, wiederholt unter der Regie von Max Mack. Das Theater blieb jedoch ihr hauptsächliches Arbeitsgebiet, besonders das Hebbel-Theater, wo sie sich in den zwanziger Jahren mit ihrer intellektuell-ästhetisierenden Spielweise großer Beliebtheit erfreute.

1927 folgte eine Aufführung von Hans Kaltnekers Mysterium Die Schwester am Theater in der Königgrätzer Straße in Berlin, in der Maria Orska die lesbische Ruth spielte.

Maria Orska, die mit dem Berliner Bankier Baron Hans von Bleichröder, einem Sohn Gerson von Bleichröders, verheiratet war, ließ sich 1925 scheiden. Sie war eine Morphinistin und beging 1930 mit einer Überdosis Veronal Suizid.

Zitat[Bearbeiten]

„Maria Orska war der Berauschung der Bühne völlig untertan, bis sie darunter zusammenbrach. An dieser seltsamen Erscheinung ließ sich erfahren, wie schwer das Phänomen des Schauspielerischen zu deuten ist. Sie schien ebenso von Kulissenluft eingehüllt, wie sie dann wieder von letzter Schlichtheit war. Sie war Theaterschlange und rechthaberischer Star, etwa in Wildes ‚Salome‘, und war auch die bescheidenste Hedwig in der ‚Wildente‘ [Ibsen]. Sie war heiß und kalt, sie spielte und sie lebte“

Fritz Engel[2]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1915: Dämon und Mensch
  • 1916: Der Sumpf
  • 1916: Das Geständnis der grünen Maske
  • 1916: Das tanzende Herz
  • 1916: Die Sektwette
  • 1917: Die schwarze Loo
  • 1917: Adamants letztes Rennen
  • 1917: Der lebende Tote
  • 1920: Die letzte Stunde
  • 1921: Der Streik der Diebe
  • 1921: Die Bestie im Menschen
  • 1922: Opfer der Leidenschaft
  • 1923: Fridericus Rex

Literatur[Bearbeiten]

  • Jutta Dick, Marina Sassenberg (Hrsg.): Jüdische Frauen im 19. und 20. Jahrhundert. Lexikon zu Leben und Werk, Reinbek 1993 ISBN 3-499-16344-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ursula von Mangoldt: Auf der Schwelle zwischen Gestern und Morgen" - Erlebnisse und Begegnungen, Weilheim/Oberbayern, 1963, Seite 119
  2. Zitiert nach Fritz Engel, in: Siegmund Kaznelson, Juden im deutschen Kulturbereich, Berlin 1962, Seite 211