Maria Plain

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Maria Plain (Kirche)
Ortsteil
Maria Plain (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Salzburg-Umgebung (SL), Salzburg
Gerichtsbezirk Oberndorf
Pol. Gemeinde Bergheim  (KG Bergheim I)
Ortschaft Plain[1]
Koordinaten 47° 50′ 18″ N, 13° 2′ 23″ O47.83833333333313.039722222222530Koordinaten: 47° 50′ 18″ N, 13° 2′ 23″ O
Höhe 530 m ü. A.
Postleitzahl 5101 Bergheimf0
Vorwahl +43/0662 (Salzburg)
Offizielle Website
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Bergheim-Süd (50303 000)
Bild
Maria Plain vom Salzburger Mönchsberg aus gesehen
Wallfahrtsort
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; SAGIS

Maria Plain ist ein römisch-katholischer Wallfahrtsort in der Gemeinde Bergheim im Norden des österreichischen Bundeslandes Salzburg. Die Wallfahrtsbasilika Mariæ Himmelfahrt (15. August) auf dem Plainberg nördlich der Stadt Salzburg bildet mit den sie umgebenden Kapellen und Gebäuden ein geschlossenes barockes Ensemble. In der Wallfahrtskirche, seit 1952 im Rang einer Basilika minor, wird das Gnadenbild Maria Plain „Maria Trost“ verehrt: Das Bild einer [...] sitzenden gekrönten hl. Maria, die mit beiden Händen eine Windel hält, auf der das nackte gekrönte Kind nach links auf ihrem Schoß liegt und die Hände nach der Mutter ausstreckt [...].[2]

Geografie[Bearbeiten]

Maria Plain ist Teil der Bergheimer Ortschaft Plain[1] und liegt auf 530 m ü. A. auf der westlichen der beiden Anhöhen des Plainbergs und damit rund 100 Höhenmeter über den Lagen der nächsten Umgebung des Bergs. Begrenzt wird die Ansiedlung im Norden durch eine Steilkante des Bergs, im Westen und Süden sind die Anstiege flacher. Am Ostrand von Maria Plain endet eine ausgedehnte Waldung, die sich über den Rest des Bergs nach Osten und über dessen Nordabfall erstreckt. Nach Süden und Westen gibt es weite Ausblicke.

Die Wallfahrtsstätte Maria Plain[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Mariaplain, Gesamtanlage um 1750 (Franz Anton Danreiter)
→ Siehe Namensgebung Plainberg (Ortsnamenkunde)

Das von einem unbekannten Maler stammende Gnadenbild überstand 1633 einen Brand in einem Bäckershaus im niederbayerischen Ort Regen. Daraufhin erwarb es Argula von Grimming für ihre Schlosskapelle. Noch vor 1650 brachte es ihr Sohn Rudolf von Grimming auf das Schloss Müllegg in Salzburg, das heutige St.-Johanns Spital. 1652 erwarb er einen Besitz auf dem Plainberg und brachte das Gnadenbild dorthin, im gleichen Jahr wurde die erste Kapelle errichtet. Allerdings ersetzte er es bereits ein Jahr später durch eine Kopie von Pereth und brachte das Original zurück in das Schloss Müllegg. 1658 gelangte das Original bei einem Umzug der Grimmings zuerst nach Nesselwang, dann wurde es auf einer Almwiese aufgestellt und verehrt, auf der sich in Folge die Wallfahrtstätte Maria Trost entwickelte.

→ Siehe Maria Trost

1671 begann unter Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg der Bau der Wallfahrtskirche, wobei die seit 1618 konföderierten süddeutschen Benediktinerklöster immer wieder zur Ausstattung der Kirche beitrugen.[3] Am 12. August 1674 konsekrierte der Erzbischof die Kirche und übergab sie den Benediktinern, die damals die Salzburger Universität führten und die auch 1681 die Bruderschaft Maria Trost errichteten.[4] Max Gandolf holte 1676 auch das Original des Gnadenbildes nach Maria Plain, das inzwischen nach Augsburg gelangt war. In der Folge nahm die Wallfahrt zu, es kam zu wunderbaren Heilungen, so 1653 und 1692. Die ersten Votivbilder stammen ebenfalls aus dem Jahr 1653. Zwischen 1698 und 1731 befand sich das Originalbild in der Schatzkammer, ausgestellt wurde eine Kopie von Zach.

Kirche und Besitz wurden nach der Säkularisation des Klosters nach dem Statut der Stiftung 1824 der Abtei St. Peter übergeben.[4]

Papst Pius XII. erhob die Basilika 1952 zur Basilica minor. 1974 wurden die Basilika und das nebenstehende Klostergebäude anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums renoviert. 1998 wurde eine neue Orgel von Georg Westenfelder errichtet.[4] 2003/04 wurde das Äußere der Wallfahrtskirche renoviert, 2005/06 der Kalvarienberg.[4]

Wallfahrtskirche[Bearbeiten]

Wallfahrtskirche Basilika Mariaplain

Die Wallfahrtskirche wurde zwischen 1671 und 1674 durch Giovanni Antonio Dario erbaut. Bis 1810 gehörte sie zur Universität, seit 1824 zum Stift St. Peter. Die Kirche ist ein nach Norden ausgerichteter, einschiffiger Bau. Sie besitzt Seitenkapellen, einen einspringenden Chor. Das Schiff wird von einem Satteldach bedeckt, der Chor verfügt über ein eigenes, niedrigeres Satteldach mit aufgesetzter Laterne. Die Seitenkapellen sind niedriger als das Schiff und verfügen über Pultdächer. An den Chor schließen sich im Westen bzw. Osten drei- bzw. zweigeschossige Sakristei-Anbauten an. Im Süden befindet sich die doppeltürmige, dreigeschossige und fünfachsige Fassade. Pilaster gliedern die Fassade vertikal, die horizontale Gliederung erfolgt durch einen breiten Sockel sowie breite Gesimse zwischen den Geschossen. Das zweite Obergeschoß wird durch die beiden seitlichen Glockengeschosse der Türme, die eine Glockenhelm mit Laterne tragen, und das mittlere Giebelfeld gebildet. Letzteres trägt ein Doppelfenster und einen Dreiecksgiebel. An den Türmen wird die Gliederung an der West- und Ostseite weitergeführt, an der restlichen Fassade gibt es keine Geschoßeinteilung, lediglich einen umlaufenden Sockel.

Die Südfassade besitzt im Erdgeschoß und im ersten Obergeschoß je zwei halbrunde Nischen, die Figuren der vier Evangelisten von 1673 tragen. Im Giebel des Mittelportals befindet sich das Wappen des Erbauers, Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg, über diesem ein Relief mit Maria und dem Kinde. Die beiden Seitenportale sind ebenfalls mit einem Dreiecksgiebel bekrönt.

Innenraum[Bearbeiten]

Das Langhaus besteht aus zwei ganzen und je einem Halbjoch im Norden und Süden. Mit einem rundbogigen Triumphbogen schließt der einjochige Chor an, der einen 3/8-Schluss besitzt. An den ganzen Jochen schließen im Westen und Osten je zwei Seitenkapellen an, die sich zwischen den Türmen im Süden und den Stiegenanlagen der Sakristeien im Norden befinden. Ein Kreuzgratgewölbe mit Stuckspiegeln deckt Langhaus, Chor und Seitenkapellen ein.

Vom Halbjoch im Süden gehen seitlich die Eingänge zu den Turm-Wendeltreppen ab. Darüber befindet sich eine zweigeschossige Empore, die über die ganze Breite des Halbjochs verläuft. Sie ist dreischiffig, kreuzgratgewölbt und öffnet sich mit Rundbögen bzw. Segmentbögen zum Schiff hin. Auch über den Seitenkapellen befinden sich Emporen.

Hochaltar und Seitenaltäre[Bearbeiten]

Chor mit Hauptaltar und Seitenaltären

Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1674 und wurde von Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg gestiftet. Das Altarblatt stammt von Frans de Neve und zeigt Maria Himmelfahrt. Das Oberbild zeigt die Heilige Dreifaltigkeit. Die seitlichen Konsolfiguren stellen die heiligen Vital und Maximilian dar, die im Aufsatz die heiligen Rupert und Virgil. Sie stammen vom Meister der Salvatorstatue an der Domfassade.

Vor dem Altarblatt befindet sich das Gnadenbild von Maria Plain, ein Bild aus dem frühen 17. Jahrhundert. Es wurde 1751 mit Kronen versehen. 1732 erhielt der Rahmen von 1679 einen Strahlenkranz, 1751 wurde er mit Rocaillen versehen. Unterhalb des Bildes befindet sich ein aus Silber getriebenes Wappen von Erzbischof Max Gandolph

Der Tabernakel stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Die beiden Seitenaltäre gleichen sich im Aufbau. Das Altarblatt wird von Engeln gehalten, das Rundbild im Aufsatz von Putten. Der linke Seitenaltar wurde 1674 von Polykarp von Kuenburg, Bischof von Gurk, gestiftet. Das Altarblatt zeigt die Kreuzigung Christi und ist mit François von Roethiers 1724 bezeichnet, das Rundbild zeigt die Himmelfahrt Christi und stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der rechte Seitenaltar wurde 1673 von Abt Edmund Sinhuber von St. Peter gestiftet. Aufbau und figuren stammen von Thomas Schwanthaler. Das Alterblatt zeigt die Vermählung Marias, das Rundbild die Flucht nach Ägypten. Auf den Mensen beider Altäre befinden sich große Reliquienschreine mit den beiden Heiligen Dionysius und Christina. Die Statuetten auf den Schreinen stellen die vier Kirchenväter dar, links Gregor und Augustinus, rechts Hieronymus und Ambrosius. Sie wurden 1733 von Johann Georg Hitzl gefertigt.

Seitenkapellen[Bearbeiten]

Der erste Altar wurde 1676/77 von der Stadt Salzburg gestiftet. Das Altarblatt zeigt die heilige Familie mit Gottvater und Heiligem Geist, das Rundbild im Aufsatz das Christuskind als Bezwinger der Schlange und des Todes. Die seitlich stehenden Konsolfiguren stellen die heiligen Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten dar. Das Mensabild zeigt den heiligen Antonius von Padua.

Der zweite Altar wurde 1676 von Abt Ehrenbert Schreyvogel von Kremsmünster gestiftet. Das Altarblatt zeigt die heilige Familie mit den heiligen Benedikt und Scholastika. Das Bild ist eine Kopie nach einem Gemälde in Kremsmünster. Das Oberbild zeigt eine Vision des heiligen Benedikt. Die Konsolfiguren stellen die heiligen Maurus und Placidus dar. Auf dem Gebälk tummeln sich Engel. Die Aufsatzbekrönung zeigt das Wappen derer von Kuenburg und der Stadt Salzburg. Der Tabernakel zeigt im Relief die Kreuzigung.

Der dritte Altar ist wie der zweite aufgebaut und wurde 1676 von Abt Placidus Hieber von Stift Lambach gestiftet. Das Altarblatt zeigt die heilige Familie, das Oberbild Gottvater. Die Konsolfiguren zeigen die heiligen Kilian und Wolfgang, im Aufsatz die heiligen Meinrad und Benedikt. Die Aufsatzbekrönung zeigt das Wappen des Stifters.

Der vierte Altar gleicht im Aufbau dem ersten. Er wurde von Gräfin Justine Lamberg gestiftet und 1679 vollendet. Das Altarblatt zeigt die Vierzehn Nothelfer, das Oberbild Maria mit ihren Eltern. Die Konsolfiguren zeigen die heiligen Petrus und Paulus, das Mensabild die heilige Walburga.

Kanzel und übrige Einrichtung[Bearbeiten]

Die Kanzel wurde 1682 vom Abt von Garsten, Anselm Angerer gestiftet. Die Malerei am Kanzelkorb zeigt den Brand im Markt Regen, die Wallfahrt nach Maria Plain, die Ursprungskapelle sowie Moses, wie er Wasser aus dem Felsen schlägt. An der Rückwand ist das Wappen von Abt Angerer angebracht. Der Treppenaufgang zeigt die drei Kardinaltugenden.

Im Kircheninneren befinden sich folgende Konsolfiguren: Immaculata um 1680; Schmerzensmann und Mater Dolorosa, die heiligen Gertrud von Nivelles und Johannes Nepomuk, alle Anfang des 18. Jahrhunderts; eine Rosenkranzmadonna um 1674.

Von Kremser Schmidt stammen acht Bilder etwa um 1765 mit folgenden Motiven: hl. Leonhard, Gefangene tröstend; hl. Maurus; hl. Benedikt bei hl. Scholastika; das Weinwunder des hl. Benedikt; hl. Wolfgang; hl. Placidus; Maria und Johannes. Aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen die Kreuzwegbilder.

Die vier Beichtstühle mit Rocailleschnitzwerk stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Bänke tragen barocke Wangen. Zwei Weihwasserbecken stammen aus der Zeit um 1675.

Orgeln[Bearbeiten]

Die erste Nachricht über eine Orgel in der 1674 eingeweihten Kirche von Maria Plain besagt lediglich, dass sie klein war und her- oder eingerichtet werden musste (... Zurichtung der khlainen Orgl ...). Das Orgel-Instrument, vermutlich ein Positiv, war anlässlich der 1674 stattfindenden Einweihungsfeierlichkeiten aufgestellt worden. Von wem dieses stammte, ob es vielleicht gebraucht war und was später damit geschah, ist bisher unbekannt geblieben.[5]

Hauptorgel[Bearbeiten]

Die große Orgel stammte aus der Werkstätte Christoph Egedachers (1641–1706), der seit 1673 als Hoforgelmacher in Salzburg tätig war. Ihre Anschaffung im Jahre 1682 stiftete der Abt der Reichsabtei Weingarten, Reichsprälat Alfons I. Stadlmayr (1673–1683), der zwischen 1653 und 1673 Rektor der Salzburger Universität gewesen war. Abt Stadlmayrs Vater ist ein bekannter Komponist.[6] Das Gehäuse entwarf vermutlich Simon Fries[7] und ist erhalten.

Disposition und Geschichte[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Disposition von 1682 ist nicht überliefert. Sie hatte, laut Quellen aus dem 19. Jahrhundert, 8 Register, und dürfte folgende Stimmen aufgewiesen haben: Principal 8', Viola 8', Copl 8', Octav 4', Flöte 4', Quinte 3', Superoctav 2', Mixtur 1½' (zweifach). Das Manual hatte einen Umfang von C–c’’’ mit kurzer großer Oktav (45 Tasten und Töne), das Pedal von C–gis ebenso (16 Tasten, auf Taste g klingt gis). 1749 bezahlte der Abt von Weingarten, Dominikus II. Schnitzer (1745–1784), Veränderungen am Gehäuse, um mehr Licht durch das Süd-Fenster ins Kircheninnere dringen zu lassen. Dabei wurde das Zifferblatt mitsamt dem Oberteil des Gehäuses entfernt: Die Uhr befindet sich seither an der Decke der Kirche. 1850 gestaltete der Salzburger Orgelbauer Ludwig Mooser (1807–1881) die Orgel um: Er versah das Gehäuse wieder mit einer Abdeckung, baute neue Pedalwindladen für ein eigenständiges 18-Töne-Pedal ein, erweiterte den Umfang der Klaviatur und veränderte die Disposition. Aus einer Reisebeschreibung Theodor Manns, die 1885 veröffentlicht wurde,[8] hatte die Orgel nach dem Umbau durch Mooser 11 Register. Manual (54 Tasten C–f3): Principal 8', Viola 8', Gedackt 8', Flöte 4', Octave 4', Dolce 4', Octave 2', Quinte 22/3′, Mixtur (zweifach). Pedal (18 Tasten und Töne, C–f): Subbaß 16', Octavbaß 8'; Pedalkoppel. 1939 wurde diese Orgel von der Firma Dreher & Flamm total verändert. Sie erhielt eine elektropneumatische Traktur, zwei elektrische Spieltische und ein hinter dem Hochaltar aufgestelltes Fernwerk. Die Disposition stammte von Joseph Messner und umfasste 22 Register, gestiftet hatte das Instrument der Erzabt des Klosters St. Peter, Jakob Reimer (1931–1956). Am 12. Juli 1940 untersuchten Joseph Messner und Vinzenz Goller die Orgel und schrieben ein hymnisch abgefasstes Gutachten.[9] Die Störanfälligkeit und die mindere klangliche Qualität des Instruments führten allerdings in der Folge zu den Überlegungen, nach einem gediegeneren Instrument Ausschau zu halten. 1995 entwickelte der luxemburgische Orgelbauer Georg Westenfelder ein Konzept zur Rekonstruktion der Egedacher-Orgel.

In goldenen Buchstaben sind am Gehäuse drei geschichtliche Angaben zur Orgel, in Form von (elegischen) Chronodistichen, angebracht:

1682

ALPHONSVS ABBAS MONASTERII WEINGARTENSIS
DEIPARÆ VIRGINIS HONORI FIERI FECIT[10]

1749

DOMINICVS ANTISTES
WEINGARTENSIS • ITA • IN–
NOVABAT • VT • SOLIS IVBARI
LIBERIOR SIT TRANSITVS[11]

1939

ELECTRI INSONAT ORGANI VOX VI DANTE JACOBO
PRAESVLE QVI IMPERITAT PETERI IN COENOBIO[12]

Die Westenfelder-Orgel[Bearbeiten]

Im Jahre 1997 erhielt der Luxemburger Orgelbauer Georg Westenfelder den Auftrag, eine neue Orgel für Maria Plain zu bauen. Im Vorfeld hatten die mit Konzeptionierung und Auftragsvergabe befassten Beteiligten formuliert, dass das optische Erscheinungsbild der Orgel am besten wieder mit dem klanglichen in Übereinstimmung zu bringen sei. Im I. Manual rekonstruierte Westenfelder in diesem Sinne die Disposition Egedachers aus dem Jahre 1682 , erweiterte dieses aber um das Schweberegister Piffaro, das Egedacher auch an anderen Orgeln disponiert hatte. Darüber hinaus ergänzte Westenfelder die Orgel mit einem II. Manual und Pedal, wobei das II. Manual praktisch aus einem Cornet décomposé besteht. Die neue Orgel wurde am 27. September 1998 feierlich gesegnet.

Disposition seit 1998[Bearbeiten]
Egedacher Orgel 1682
I Hauptwerk (50 Tasten, C/D–d3)
Principal 8'
Viola 8'
Copel 8'
Oktave 4'
Flöte 4'
Quinte 3'
Superoctav 2'
Mixtur IV 11/3
Piffaro (ab a°) 8'
II Nebenwerk (50 Tasten, C/D–d3)
Rohrcopel 8'
Flöte 4'
Nasat 22/3
Kleine Flöte 2'
Terz 13/5
Quinte 11/3
Regal 8'
Pedal (26 Tasten, C/D–d1)
Subbass 16'
Octavbass 8'
Posaune 8'
Koppeln: Manualkoppel,
zwei Pedalkoppeln
Tremulant

Glocken[Bearbeiten]

Die Basilika besitzt insgesamt sieben Glocken, wobei die kleine Wandlungsglocke nicht zum Hauptgeläut zählt.[13]

Nr. Name Nominal
(GT-1/16)
Gewicht
(kg)
Durchmesser
(cm)
Gussjahr Gießer Turm
1 Landesvermisstenglocke a0 ±0 3.910 188 1959 Hamm & Hartner West
2 Landsturmglocke oder Stürmerin cis1 ±0 2.018 151 1927 Oberascher Ost
3 Piusglocke e1 ±0 1.020 128 1959 Hamm & Hartner Ost
4 Georgsglocke g1 ±0 615 103 1959 Hamm & Hartner Ost
5 Christina-Glocke a1 ±0 425 90 1959 Hamm & Hartner Ost
6 Josefsglocke h1 ±0 305 81 1959 Hamm & Hartner Ost
7 Wandlungsglocke e2 –2 ~150 65 1680 Johann Nußpirker Dachreiter

Superioratsgebäude[Bearbeiten]

Das Superioratsgebäude des ehemaligen Klosters schließt im Westen an den Chor der Kirche an.

Es ist ein langgestreckter Bau mit drei Geschoßen; in allen befindet sich der Gang im Norden, die Zimmerflucht im Süden. Es wurde um 1675 errichtet. Über das erste und zweite Obergeschoß der Sakristei gibt es einen Verbindungsgang in die Kirche. Der Saal im Westen des ersten Obergeschoßes, der Maximilian-Gandolf-Saal (Festsaal),[14] besitzt eine Kassettendecke und einen blauen Kachelofen der Strobl-Werkstatt aus der Erbauungszeit. Saal und Gang im zweiten Obergeschoß tragen Stuckdekor, ebenfalls aus der Erbauungszeit.

Das Gebäude dient als Außenstelle der St. Peterer Benediktiner sowie als Pfarramt, Pilgerbetreuungstätte und kontemplativer Ort für Tagungen; es stehen dafür der neu renovierte Pilgersaal im Parterre und der prächtigere Max-Gandolf-Saal im 1. Stock zur Verfügung.

Ursprungskapelle[Bearbeiten]

Ursprungskapelle Maria Plain

Die Ursprungskapelle befindet sich östlich unterhalb der Wallfahrtskirche, und steht heute am Parkplatz beim Gasthof.[15]

Zuvor befand sich hier die 1652 urkundlich erwähnte hölzerne erste Gnadenkapelle, in der das Gnadenbild auf Initiative Erzbischofs Guidobald Thun zur Verehrung ausgesetzt wurde.[4] 1710 wurde sie durch eine feste Kapelle ersetzt.

Sie ist ein kleiner, rechteckiger Bau mit einer einspringenden Rundapsis und umlaufender Hohlkehle. Sie besitzt ein Schopfwalmdach mit einem achteckigen Giebelreiter. Das Vordach ist abgewalmt und sitzt auf vier Holzpfeilern. An der Westseite findet sich die Bezeichnung 1710.
Die Kapelle besitzt eine Segmentbogentonne mit Stichkappen. Die Malerei an der Decke zeigt Gottvater auf Wolken mit dem Heiligen Geist, und Rudolf von Grimming als Eremiten vor dem Gnadenbild betend. Die Malerei stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, möglicherweise von Andrä Langwieder.

Der Altar enthält eine Kopie des Gnadenbildes von Maria Plain, das von Johann Friedrich Pereth um 1650 angefertigt wurde. Die Kronen wurden 1751 ergänzt. Seitlich befinden sich Putti von Ende des 17. Jahrhunderts. Das Mensa-Antependium zeigt das Bild eines vor dem Gnadenbild knienden Eremiten. Die hll. Rochus und Sebastian befinden sich als Konsolfiguren seitlich des Altars.

Die Kapelle wurde saniert und 2009 neu eingeweiht.[16]

Hl.-Grab-Kapelle[Bearbeiten]

Die Grabkapelle

Die Hl.-Grab-Kapelle befindet sich südöstlich der Wallfahrtskirche. Sie ist ein kleiner, nach Westen gerichteter, langgestreckter Bau ohne Fenster. Sie hat ein flaches Satteldach mit sechseckiger Laterne. Über dem Portal befindet sich die Inschrift: Erb. 1692 durch Karl Franz und Caspar Albert von Lerchenfeld. Der Innenraum ist eine Kopie des Heiligen Grabes in Jerusalem. Ein zweigeteilter Vorraum führt in den Hauptraum mit einem Kreuzgratgewölbe. Im Norden ist eine Nische durch ein Gitter abgetrennt.

Kalvarienberg[Bearbeiten]

Der Kalvarienberg, 1686–1692 errichtet,[4] folgt den 5 Gesätzen des Schmerzhaften Rosenkranzes. Er besteht aus einem geschotterten Weg mit dazwischenliegenden Treppen und vier säumenden Kapellen am Südhang des Plainberges, die zu einer überdachten Kreuzigungsgruppe leiten.

In den vergitterten Kapellen stehen Figurengruppen, die die Leidensgeschichte Jesu darstellen, sie stammen aus dem späten 17. Jahrhundert. Die erste Kapelle zeigt Christus am Ölberg, die zweite die Geißelung Christi, die dritte die Dornenkrönung und die vierte die Kreuztragung. An fünfter und höchster Stelle befindet sich eine offene Kreuzigungsgruppe, die von einer Exedra in Form eines Giebeldaches, vor der Witterung geschützt wird. Die fünf „Geheimnisse“ beim Beten des Rosenkranzes vor den Stationskapellen lauten: - Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat; - Jesus, der für uns gegeißelt ist worden; - Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist; - Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat; - Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.

Der Kalvarienberg wurde 2005/06 saniert[4] und 2009 feierlich eingeweiht.[16]

Schmerzenskapelle[Bearbeiten]

Pietà in der Schmerzenskapelle

Die 1724 bis 1734 erbaute Schmerzenskapelle ist ein Rundbau mit im Süden vorgeblendeter Fassade und seitlichen Pilastern, Triglyphenfries und einem bekrönenden Dreiecksgiebel mit dem Doppelwappen von Stift Gleink und Abt Freysauff, dem Stifter der Kapelle. In der Kapelle befindet sich eine Pietà von Franz Schwanthaler aus dem Jahr 1730.

Alter Wallfahrtsweg[Bearbeiten]

Der alte Wallfahrtsweg besteht aus 15  Bildstöcken aus dem Jahr 1705, die allerdings nicht mehr die barocken Bilder tragen. Die Bilder zeigen die Rosenkranzgeheimnisse. Der Weg beginnt beim Haus Elisabethstraße 1 im Salzburger Stadtteil Elisabeth-Vorstadt, ist allerdings nur mehr in seinem letzten Teilstück ab der Plainbrücke vollständig in seinem ursprünglichen Verlauf erhalten. Auf der Plainbrücke befindet sich eine Figur des heiligen Johannes Nepomuk aus dem Jahr 1733. Der Bildstock an der Straßengabelung Plainbergweg und Grabenbauernweg enthält ein erneuertes Maria-Plain-Bild.

Wallfahrt[Bearbeiten]

In zwei erhaltenen Mirakelbüchern sind Anrufungen wegen Krankheiten aller Art verzeichnet.[17] 1683 war Maria Plain Zuflucht etlicher Wiener vor den osmanischen Truppen im Zuge der II. Belagerung Wiens. Im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740–1748) pilgerten viele, aus Angst vor kriegerischen Auseinandersetzungen, nach Maria Plain. Als Salzburg vor den Folgen der Kriegswirren verschont blieb, veranlasste das Salzburger Domkapitel 1751 die Krönung des Kultgegenstandes, die Andreas Jakob von Dietrichstein vornahm. Seither wird jährlich am fünften und sechsten Sonntag nach Pfingsten die Krönung Mariens in Plain festlich gefeiert. (Dass Mozart die Krönungsmesse für diese Feierlichkeiten, die im Jahre 1779 am 27. Juni begannen, komponiert hätte, wurde 1907 von einem Mozart-Enthusiasten frei erfunden.)[18]

In manchen Gegenden legte man Kindern Andachtsbilder von Maria Plain unter die Kopfpolster, als Heilmittel gegen die sogenannten Fraisen.[19]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zum Bergheimer Ortsteil Maria Plain gehören neben den religiösen Bauten unter anderem auch gastronomische Betriebe wie der 1687 neu erbaute Gasthof Maria Plain, welcher seit seiner Gründung von derselben Familie betrieben wird, sowie die 1914 in Betrieb genommene Plainlinde. Das wirtschaftliche Geschehen beschränkt sich in Maria Plain heute im Wesentlichen auf die Gastronomie sowie den Handel mit Devotionalien und Andenken.

Verkehr[Bearbeiten]

Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel auf den Plainberg. Nach Maria Plain ist eine Haltestelle der Salzburger Lokalbahn am westlichen Fuß des Plainbergs benannt (Maria Plain – Plainbrücke). Bis zu deren Umbenennung in Salzburg Kasern hatte auf der gegenüberliegenden Bergseite auch eine Haltestelle der Westbahn Maria Plain als Namensbestandteil. Maria Plain kann auch zu Fuß über mehrere kleine Straßen und Wege sowie auf der Nordseite des Bergs über die sogenannte Plainstiege erreicht werden.

Naturschutz[Bearbeiten]

In Maria Plain befinden sich zwei Naturdenkmäler: die Baumgruppe in Maria Plain neben dem Restaurant Plainlinde (seit 1978) und die Linde bei der Plainkirche vor dem Superioratsgebäude (seit 1987). Der größte Teil des Plainbergs ist Landschaftsschutzgebiet, womit ein weitgehendes Bauverbot auch in Maria Plain verbunden ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeinde Bergheim (Hrsg.): Bergheim. Geschichte und Gegenwart, Bergheim 2009
  • Adolf Hahnl, Winfried Bachler OSB: Wallfahrtsbasilika Maria Plain bei Salzburg. Geschichte, Kunst, Spiritualität. Hg. vom Superioriat Maria Plain, Salzburg 2009 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 500; 1. Auflage).
  • Dehio-Handbuch Die Kunstdenkmäler Österreichs. Salzburg. Stadt und Land, Wien 1986, ISBN 3-7031-0599-2, S. 225-229. (Gebäude).
  • Maria Plain auf der Website des österreichischen Bundesdenkmalamts
  • P. Petrus Eder OSB: Die neue Orgel in der Wallfahrtsbasilika MARIA PLAIN bei Salzburg, hg. vom Superiorat Maria Plain, Salzburg 1998 (Faltblatt).
  • Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Ein topographisches Handbuch zur religiösen Volkskunde in fünf Bänden, Band 5, Wien 1958.
  • Mirakelbücher. Maria Plain I und II. In: Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch. Katalog der 11. Sonderschau des Dommuseums zu Salzburg, hg. von Johannes Neuhardt, Salzburg 1986, S. 240–275.
  • Maria Plain. Salzburg. In: Christliche Kunststätten Österreichs. Nr. 5, 14. Auflage, Salzburg 1998. (Geschichte).
  • Johannes Neuhardt: Wallfahrten im Erzbistum Salzburg, München und Zürich 1982.
  • Hermann Pick: Urkundliche Materialien zu einer Geschichte der gräflich Lodron’schen Kollegien Marianum und Rupertinum in Salzburg. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Jg. 30 (1890), S. [167]–[221].
  • Maria Plain Wallfahrtsort vor den Toren Salzburgs, Bundesdenkmalamt
  • Wallfahrtsbasilika Maria Plain. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  • Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg. Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Plain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten]

  1. a b Angabe nach SAGIS, Geoinformationssystem des Landes Salzburg. Im Ortsverzeichnis (Österreich) 2001 der Statistik Austria wird Maria Plain zur Ortschaft Bergheim gerechnet.
  2. Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Ein topographisches Handbuch zur religiösen Volkskunde in fünf Bänden, Wien 1958, Band 5, S. 181.
  3. Peter Putzer: Die Alma Mater Benedictina als Barockphänomen. Zur Geschichte der Salzburger Benediktineruniversität. In: Barocker Geist und Raum. Die Salzburger Benediktineruniversität, hg. von Christian Rohr, Salzburg 2003, S. 32.
  4. a b c d e f g Geschichtliche Zusammenfassung auf der Homepage von Maria Plain, mariaplain.at, abgerufen 24. Juli 2011.
  5. Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg. Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 249.
  6. Johann Stadlmayr
  7. P. Petrus Eder OSB: Die neue Orgel in der Wallfahrtsbasilika MARIA PLAIN bei Salzburg, hg. vom Superiorat Maria Plain, Salzburg 1998 (Faltblatt).
  8. Theodor Mann: Aus meiner Reisemappe. (Fortsetzung) . In: Urania. Musik-Zeitschrift für Orgelbau und Orgelspiel insbesondere, sowie für musikalische Theorie, kirchliche, instruktive Gesang- und Clavier-Musik, hg. von Alexander Wilhelm Gottschalg, Bd. 42, Nr. 4 (Erfurt 1885), S. 52f.
  9. Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg, Kirchenmusikreferat: Gutachten. Salzburg, 13. Juli 1940.
  10. Alfons, Abt des Klosters Weingarten, ließ [das] zur Ehre der jungfräulichen Gottesgebärerin errichten.
  11. Abt Dominikus aus Weingarten erneuerte [die Orgel] so, dass der Sonne Schein ein freierer Durchgang [gewährt] ist.
  12. Durch die Kraft des Elektrons erschallt die Stimme der Orgel, bewerkstelligt durch die Stiftung des Jakobus, der im Kloster St. Peter regiert.
  13. Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal, Lienz 2006, S. 657–658.
  14. Tagungsräume, mariaplain.at
  15. Ursprungskapelle Maria Plain, Fotogalerie Herbert Podlipnik, auf bergheim-salzburg.com
  16. a b Einweihung Ursprungskapelle und Kalvarienberg 2009, Fotostrecke – mit gutem Überblick über die Lage
  17. Mirakelbücher. Maria Plain I und II. In: Salzburgs Wallfahrten in Kult und Brauch. Katalog der 11. Sonderschau des Dommuseums zu Salzburg, hg. von Johannes Neuhardt, Salzburg 1986, S. 240–275.
  18. Ernst Hintermaier Die verlorene Legende der „Krönungsmesse“. In: Singende Kirche, Wien 1975, Seite 171.
  19. Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Ein topographisches Handbuch zur religiösen Volkskunde in fünf Bänden, Wien 1958, Band 5, S. 181.