Maria Radnoti-Alföldi

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Maria Radnoti-Alföldi, oft auch nur Maria R.-Alföldi, (* 6. Juni 1926 in Budapest) ist eine ungarnstämmige deutsche Provinzialrömische Archäologin und Numismatikerin.

Radnoti-Alföldi wuchs als einziges Kind des Arztes Dr. Geza Alföldi und seiner Frau Olga in Budapest auf. Nach dem Abitur 1944 studierte sie bis 1949 an der Philosophischen Fakultät der Universität Budapest. 1947 heiratete sie den Archäologen Aladár Radnóti (1913–1972) und arbeitete bis 1957 im Ungarischen Nationalmuseum. Ab 1950 erhielt sie einen Lehrauftrag für eine Übung jeweils im Wintersemester an der Budapester Universität. Nach der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands floh sie mit ihrem Mann 1957 über Wien nach Bayern. Von 1957 bis 1962 war Radnoti-Alföldi in München als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsvorhaben Fundmünzen der Römischen Zeit in Deutschland (FMRD) der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig. Im Sommersemester 1961 habilitierte sie an der Universität München für das neu vorgesehene Fach „Antike Numismatik“. Sie folgte jedoch 1962 ihrem Mann nach Frankfurt am Main, welcher an der Universität Frankfurt eine Professur für die beiden Fächer Hilfswissenschaften der Altertumskunde sowie Geschichte und Kultur der römischen Provinzen erhielt. Nach dem frühen Tod Aladár Radnotis im Dezember 1972 übernahm sie dessen Professur 1973. Bis zu ihrer Emeritierung 1991 lehrte sie als Professorin am Seminar für Griechische und Römische Geschichte, Abt. II (heute: Abteilung II des Instituts für Archäologische Wissenschaften) die Fächer Archäologie der römischen Provinzen sowie Hilfswissenschaften der Altertumskunde.

Radnoti-Alföldi ist eine Spezialistin auf dem Gebiet der antiken Numismatik. Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt in den Themenbereichen der Fundmünzenanalyse, römische Geschichte und Selbstdarstellung der Kaiser. Sie leitete das Griechische Münzwerk der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und mit Hans-Markus von Kaenel das Projekt Fundmünzen der Antike (FdA) der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Für das Projekt Fundmünzen der Antike betreute sie viele Bände. Sie ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Ihre wissenschaftliche Tätigkeit wurde international gewürdigt, u.a. durch die Medaille der Royal Numismatic Society, London (1995), die Archer M. Huntington Medal der American Numismatic Society, New York (2000); Ehrenmitgliedschaft u.a. der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, der Société Française de Numismatique, der Commission Internationale de Numismatique, der Ungarischen Numismatischen Gesellschaft und der Ungarischen Gesellschaft für Altertumsforschung. 1992 erhielt Radnoti-Alföldi das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Constantinische Goldprägung. Untersuchungen zu ihrer Bedeutung für Kaiserpolitik und Hofkunst. Zabern, Mainz 1963
  • Dekadrachmon. Ein forschungsgeschichtliches Phänomen. Wiesbaden, Steiner 1976 (Sitzungsberichte der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main, Band 13, Nr. 4) ISBN 3-515-02402-6
  • Antike Numismatik. Teil 1: Theorie und Praxis. von Zabern, Mainz 1978 (Kulturgeschichte der antiken Welt, Band 2) ISBN 3-8053-0230-4
  • Antike Numismatik. Teil 2: Bibliographie. von Zabern, Mainz 1978 (Kulturgeschichte der antiken Welt, Band 2) ISBN 3-8053-0335-1
  • (Hrsg.): Methoden der antiken Numismatik, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989 (Wege der Forschung, Band 529) ISBN 3-534-07533-1
  • Bild und Bildersprache der römischen Kaiser. Beispiele und Analysen. von Zabern, Mainz 1999 (Kulturgeschichte der antiken Welt, Band 81) ISBN 3-8053-2455-3
  • Phoenix aus der Asche. Die Liburna, ein Gründungsmonument von Constantinopolis. Steiner, Stuttgart 2004 (Sitzungsberichte der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main, Band 42, Nr. 2) ISBN 3-515-08612-9
  • Die Fundmünzen der römischen Zeit in Deutschland (FMRD) IV 3/1-2; 3/4-6 : Stadt Trier
  • mit Edilberto Formigli und Johannes Fried: Die römische Wölfin. Ein antikes Monument stürzt, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2011 ISBN 978-3-51509876-2

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Christoph Noeske u.a. (Hrsg.): Die Münze. Bild - Botschaft - Bedeutung. Festschrift für Maria R. Alföldi. Lang, Frankfurt am Main 1991. ISBN 3-631-42640-2 (mit Schriftenverzeichnis).

Weblinks[Bearbeiten]