Maria Roggendorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f1f0f1

Maria Roggendorf (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Roggendorf
Maria Roggendorf (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hollabrunn (HL), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Hollabrunn
Pol. Gemeinde Wullersdorf
Koordinaten 48° 37′ 7″ N, 16° 8′ 11″ O48.61861111111116.136388888889242Koordinaten: 48° 37′ 7″ N, 16° 8′ 11″ Of1
Höhe 242 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 153 (2001)
Gebäudestand 59 (2001)
Fläche d. KG 2,9 km²
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 03879
Katastralgemeindenummer 09045
Zählsprengel/ -bezirk Maria Roggendorf (31051 002)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS

Maria Roggendorf ist eine Katastralgemeinde und ein Marienwallfahrtsort mit etwa 150 Einwohnern (2001)[1] in der Gemeinde Wullersdorf im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Maria Roggendorf liegt nördlich im westlichen Weinviertel in Niederösterreich.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname Ruchendorf wurde 1230 erstmals urkundlich erwähnt. 1784 wurde Roggendorf ein Lokalvikariat und 1782 eine selbstständige Pfarre. Am 22. Juli 1971 beschloss der Gemeinderat die Änderung des Ortsnamens in „Maria Roggendorf“.

Marienwallfahrt[Bearbeiten]

Gnadenbild in der Wallfahrtskirche

Seit 1291 ist im Ort eine Marienkapelle belegt, die damals Filialkirche von Nappersdorf war. Ab dem 15. Jahrhundert entwickelte sich eine Marienwallfahrt. 1653 wurde die von Joh. Angelo Canevale erbaute Wallfahrtskirche fertiggestellt und Maria Geburt geweiht. Nach einem Brand im Jahre 1695 wurde das Gotteshaus von Carlo Antonio Carlone neu aufgebaut und erhielt die heutige Gestalt.

Im 18. Jahrhundert erreichte die Wallfahrt mit mehr als 5000 Pilgern bei großen Marienfesten ihren Höhepunkt. Joseph II. verbot 1785 die Marienwallfahrten. Ab 1924 gab es wieder öffentliche Wallfahrten zum Fest Maria Geburt am 8. September. Hans Hermann Groër begann am 13. Oktober 1969 mit Monatswallfahrten im Geist von Fátima. Am 6. August 1988 erhob Papst Johannes Paul II. die Wallfahrtskirche mit dem Apostolischen Schreiben Intra Vindobonensis zur Basilica minor.

Maria Roggendorf verfügt über zwei Gnadenbilder. Ursprünglich wurde wohl die spätgotische Strahlenkranzmadonna (eine Holzplastik) hauptsächlich verehrt, wie die Wallfahrtsbildchen zeigen. Seit den Monatswallfahrten rückte die auf Leder gemalte „zärtliche Muttergottesdarstellung“ (siehe Abbildung) in den Mittelpunkt der marianischen Frömmigkeit.

Kloster Marienfeld und Kloster St. Josef[Bearbeiten]

Hans Hermann Groër gründete in der Nähe das Zisterzienserinnenkloster Marienfeld, das am 14. November 1982 eingeweiht wurde. Am 7. September 1991 errichtete das Stift Göttweig im Ort das Benediktinerpriorat St. Josef, das am 11. Dezember 2005 ein selbstständiges Kloster wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Augustinus Andre: Wallfahrt für die Kirche. Salterrae-Schriftenapostolat, Maria-Roggendorf 1986, ISBN 3-900978-02-6
  • Hans Hermann Groër: Festschrift Weihe der neuen Orgel der Basilika Maria Roggendorf. Wallfahrtsdirektion, Maria Roggendorf 1994
  • Gottfried Holzer: Maria Roggendorf. 2. Aufl., Dom Verlag, Wien 1986, ISBN 3-85351-104-X
  • Hermann Maurer, Andachtsbilder von Maria Roggendorf. Unsere Heimat 73, 2002, S. 220ff.
  • Hermann Maurer, Ein weiteres Andachtsbild von Maria Roggendorf. Unsere Heimat 74, 2003, S. 37ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Volkszählung vom 15. Mai 2001 (PDF; 8 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wallfahrtskirche Maria Roggendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien