Maria Severa

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Zeichnung von Maria Severa

Maria Severa-Onofriana, auch A Severa (* 1820 in Lissabon; † 30. November 1846 daselbst) war eine der bedeutendsten portugiesischen Fado-Sängerinnen.

Maria Severa gilt als Tochter des Roma-Schankwirtspaares Severo Manuel de Sousa und Ana Gertrudes und wurde vermutlich in der Gasse Rua do Capelão in der Mouraria, einem ursprünglichen Stadtviertel (Bairro) Lissabons geboren, in dem sich ursprünglich freigelassene Sklaven niedergelassen hatten und welches im 19. Jahrhundert als das Stadtviertel der Fischer und Fischweiber galt. Hier verbrachte sie auch den größten Teil ihres Lebens. Sie wird als groß und grazil beschrieben und verdiente sich ihren Lebensunterhalt, indem sie in Schänken auf der portugiesischen Gitarre spielte und sang und auch der Prostitution nachging. Sie unterhielt u. a. eine unglückliche Liebschaft mit Francisco de Paula de Portugal e Castro, Graf von Vimioso. Sie starb schon früh mit 26 Jahren an Tuberkulose, nach anderen Quellen durch Selbstmord. Ihre letzte Ruhe fand sie in einem Massengrab auf dem Lissaboner Friedhof Alto de São João. Sie gilt als eine Wegbereiterin des Fado in Portugal und seine bedeutendste Interpretin im 19. Jahrhunderts. Ihr tragisches Leben und Ende inspirierte den Dramatiker Júlio Dantas 1901 zu einem Schauspiel namens A Severa, das dem Regisseur José Leitão de Barros als Vorlage für den ersten gleichnamigen portugiesischen Tonfilm im Jahr 1931 diente. Heute noch treten die meisten Fado-Sängerinnen mit einem schwarzen Seidenschal, einem von ihr sehr bevorzugten Accessoire, bekleidet auf.

In Carlos Sauras Film Fados wird Maria Severa 2007 von der jungen Fadista Cuca Roseta dargestellt.